Dezember 4, 2022
Von Indymedia
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Qualitätssiegel des Reservist*innenverbandes
Weiter schreibt Patrick Sensburg, der auch für die CDU im Bundestag sitzt, weiter: “Am Wochenende sind mal wieder #Chaoten durch #Berlin gezogen und haben Einrichtungen der #Bundeswehr, wie das Karrierecenter in der Friedrichstraße oder unsere Bundesgeschäftsstelle beklebt” sagt Patrick Sensburg. Er habe versucht, die Überkleber zu beseitigen: “Leider sind sie mega fest geklebt.” Die Kampagne “Werbung abrüsten!”, wo wir die Aufkleber bekommen haben, wird sich sicher über dieses Qualitätssigel freuen.

Was ist der Reservistenverband?
Der Reservistenverband (voller Name: “Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr e. V. (VdRBw)”) ist als Scharnier zwischen dem Militär und der Zivilgesellschaft gedacht. Im Reservistenverband können sowohl Reservist*innen (also ehemalige Soldat*innen oder Leute, die nie Berufssoldat*innen waren, aber freiwillig unterschrieben haben, dass sie im Ernstfall vom Militär eingezogen werden können) als auch Ungediente Mitglied werden. Mitglieder des Reservistenverbands haben dann die Aufgabe, für ein gutes Image der Bundeswehr zu sorgen und so fragwürdige Soldat*innenbräuchtümer wie Kranzniederlegungen zum Volkstrauertag (früher: Heldengedenktag) aufrechtzuerhalten.

Die Bundesgeschäftsstelle des Reservistenverbands sitzt in der Charlottenstr. 35 in Berlin, ganz in der Nähe von Unter den Linden. Der Reservistenverband hat außerdem eine zweite Bundesgeschäftsstelle in Bonn (Zeppelinstraße 7A) und ist in jedem Bundesland mit einer Landesgruppe und mehreren Ortsgruppen vertreten. Es ist also recht egal wo ihr wohnt, irgendwo bei euch in der Nähe sollte es auch ne Adresse geben, an der ihr eure örtlichen Reservist*innen besuchen könnt.

Wochenendmörder*innen
Seit der Aussetzung der Wehrpflicht 2011 hat die Reserve ein Nachwuchsproblem. Man kam recht schnell auf die Idee, dass der Reservistenverband ja Leute ausbilden könnte, die Lust haben auf Rumballern, Morden und klare Befehlsstrukturen, aber leider unter der Woche schon nen anderen Job haben. Ab 2017 wurde das dann in einem Pilotprojekt in Berlin-Brandenburg getestet und der Reservistenverband hat Leute innerhalb von 2 Jahren immer am Wochenende an der Waffe ausgebildet. Dieses Konzept der “Ausbildung Ungedienter” haben mittlerweile mehrere andere Landesgruppen übernommen.

Brauner Nazi-Haufen
Da niemand so sehr für Militär und Herrschaft zu begeistern ist, wie Faschist*innen, gibt’s die natürlich unter den Reservist*innen genauso wie in der Bundeswehr. Als die Nazi-Prepper des “Hannibal”-Netzwerks 2015 den bewaffneten Umsturz und die Massentötung politischer Gegner*innen planten, waren neben KSK-Soldaten, Polizisten, Richtern, Verfassungsschützern und Mitgliedern des Vereins Uniter auch Reservisten am Start. Im Verbandsmagazin “loyal” wurde das vor allem schön und klein geredet. Statt irgendwie angemessen mit dem offensichtlichen Rechtsextremismus-Problem der Bundeswehr umzugehen, beschwerte sich der Reservistenverband lieber über Medien, die die Todeslisten als Todeslisten bezeichneten: “Auffällig ist, dass der Prozess gegen Franco A. noch gar nicht begonnen hat, zahlreiche Medien aber dennoch so über den Fall berichteten, als sei der Soldat bereits als Rechtsterrorist verurteilt.” (Quelle hier). Der Reservistenverband schwadroniert zwar ständig, er stehe eindeutig für die “freiheitlich-demokratische Grundordnung”. Wer dann aber so dumme Artikel zum öffentlichen Bekanntwerden eines Nazi-Netzwerks schreibt, hat unser “Brauner Nazi-Haufen”-Siegel wirklich verdient.

Denkmalumgestaltung in Kassel vermiest Reservist*innen die Nazi-Party
Einen Fun Fact, über den wir bei unserer Recherche zum Reservistenverband gestoßen sind, wollten wir nicht unerwähnt lassen. In Kassel an der Karlsauer steht ein “Ehrenmal”, das den faschistischen und kolonialistischen Mördern des ersten und zweiten Weltkriegs gedenkt. Der Reservistenverband hat da früher jährlich zum Volkstrauertag (früher: Heldengedenktag) Kranzniederlegung und Fackelmarsch gemacht. Nachdem 2020 und 2021 zwei Gruppen das Nazi-Denkmal mit Kritik zugeschmiert und plakatiert hatten, wurde den Reservist*innen 2021 ihre Party verboten. Dass sie ihren Helden nicht am Kasseler “Ehrenmal” gedenken durften, hat sie so sehr geärgert, dass sie erstmal die Regionalzeitung ne Runde vollgeheult haben.

Auch 2022 wurde dem Reservistenverband die Party am Nazi-Denkmal untersagt. Im Zuge dessen hat die Kasseler Antifa einen Rechercheartikel zu den Kasseler Reservist*innen und ihren Freund*innen aus CDU und AfD veröffentlicht:

https://de.indymedia.org/node/237829

Spoiler: Sind na klar enge Kumpel*z. Gibt also jede Menge Gründe, die braune Kacke beim Reservistenverband zum Kotzen zu finden.

Weitere Besuche?

Im Advent besuchen wir derweil in unregelmäßigen Abständen weitere Liegenschaften der Bundeswehr in Berlin, markieren sie und veröffentlichen die Bilder davon mit kurzen Infos, was die Bundis da so abziehen. Wir wollen damit die städtischen Militär-Stützpunkte bekannter machen. Wir danken der Kampagne „Werbung abrüsten!“ für die Überkleber!

Die Adbusting-Überkleber bei der Kampagne „Werbung abrüsten!“ bestellen:

https://werbungabruesten.blackblogs.org/

Die Reservist*innen ärgern sich bei Facebook:

https://www.facebook.com/patricksensburgcdu/posts/pfbid02C483C5gXxx4j8K6M6CGU8N39k9JPvjFPEALejeEnxQnxxXLg9gsYCUd6M7KTQuWjl




Quelle: De.indymedia.org