Oktober 1, 2021
Von Emrawi
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Das antimilitaristische BĂŒndnis „Rheinmetall Entwaffnen“ will am 8. Oktober im baden-wĂŒrttembergischen Oberndorf die RĂŒstungsindustrie blockieren. Alle, die ein klares Zeichen gegen Waffenexporte und menschenverachtende Kriegspolitik setzen wollen, seien eingeladen mitzumachen. Ziel fĂŒr den Aktionstag ist es, die Waffenproduktion bei Heckler & Koch zum Stillstand zu bringen.

Mit einer gemeinsamen Blockade solle ganz konkret der Betrieb des Waffenherstellers in den Blick genommen werden, teilt Rheinmetall Entwaffnen mit. In Oberndorf liefern Zulieferer die nötigen Materialien an, Angestellte entwickeln und planen sorgsam, wĂ€hrend Arbeiter:innen die Mordwerkzeuge herstellen, hebt das BĂŒndnis hervor. „In den BĂŒros handelt das Management die nĂ€chsten Deals aus und freut sich ĂŒber Profite. Die fertigen Waffen verlassen bereit zum Töten das Werk in Richtung Kriegs- oder Krisengebiet. Diese NormalitĂ€t wollen wir mit vielen Menschen stören!“

Wie das aussehen kann, hatte Rheinmetall Entwaffnen 2019 mit einem Aktionsbild fĂŒr eine Blockade des Waffenkonzerns Rheinmetall beschrieben: „Wir kommen aus verschiedenen sozialen Bewegungen und politischen Spektren. 
Angesichts der dramatischen Folgen von RĂŒstungsexporten in Kriegs- und Krisenregionen und der Dringlichkeit, diese zu stoppen, werden wir auch mit Mitteln des Ungehorsams agieren und den reibungslosen Ablauf der RĂŒstungsproduktion stören. 
Wenn wir Straßen oder Einfahrten blockieren, tun wir dies hauptsĂ€chlich mit unseren Körpern und mit kreativen Mitteln.“

Der Aktionstag solle aber nicht nur ein Zeichen gegen die tödlichen GeschĂ€fte der Waffenindustrie setzen, sondern auch ausdrĂŒcken, wofĂŒr die antimilitaristische Bewegung steht. „Der Widerstand gegen die kriegerische NormalitĂ€t ist fĂŒr uns unzertrennlich verbunden mit internationaler SolidaritĂ€t, Feminismus, Ökologie und dem Kampf gegen Neokolonialismus und Rassismus. Denn im Kapitalismus und Patriarchat wird es keinen Frieden geben.“

FĂŒr den Aktionstag bedeute das zweierlei: Zum einen wolle das BĂŒndnis Teilnehmende ermuntern, Banner, Plakate oder Ă€hnliches mitzunehmen, die vermitteln, wofĂŒr sie stehen. Zum anderen gehe es um das gegenseitige Zuhören. „Der Tag soll allen Gehör verschaffen, die von Krieg und Waffenexporten betroffen sind, die gegen dieses zerstörerische System kĂ€mpfen und die bereits heute solidarische Formen des Miteinanders aufbauen. Wir möchten voneinander lernen und respektvoll miteinander umgehen.“ Der Aktionstag könne nur ein kleiner Schritt auf dem Weg zur weltweiten Befreiung sein. „Doch viele dieser Momente, denen wir Bedeutung geben, bewirken VerĂ€nderung!“

Geschichte von Heckler & Koch

Die Firma Heckler & Koch wurde 1949 von Edmund Heckler, Theodor Koch und Alex Seidel gegrĂŒndet. Alle drei waren bereits in der NS-Zeit in die RĂŒstungsindustrie involviert. Dabei waren sie mitverantwortlich fĂŒr den Einsatz von Zwangsarbeiter:innen, von denen viele an den Folgen von Folter und den unmenschlichen Arbeitsbedingungen starben. Die Beteiligung der GrĂŒnder an den Verbrechen des Nazi-Regimes wurde und wird von dem Unternehmen nicht aufgearbeitet.

Heute werden Kriegswaffen von Heckler & Koch von unterschiedlichsten Parteien in Konflikten ĂŒberall auf der Welt eingesetzt. Sie morden im Jemen und Irak, in Mexiko, Brasilien und Sudan, und an vielen Orten mehr. Dabei umgeht Heckler & Koch bewusst die wenigen und unzureichenden ExportbeschrĂ€nkungen der BRD. Nicht nur in Kriegen außerhalb der BRD, sondern ebenso hier vor Ort sieht Rheinmetall Entwaffnen beunruhigende Tendenzen. So werden trotz unzĂ€hliger rechtsextremer Skandale die Etats fĂŒr Polizei und Bundeswehr immer weiter erhöht und diese u.a. mit Waffen von Heckler & Koch ausgerĂŒstet. Auch die Bundesregierung ist wieder auf den Geschmack der Militarisierung gekommen und fördert ihre Produzenten vor Ort, wĂ€hrend mit neuen Polizei- und Versammlungsgesetzen immer mehr Rechte der Bevölkerung eingeschrĂ€nkt werden.

Rheinmetall in Oberndorf

Neben dem Werk von Heckler & Koch gibt es auch ein Werk von Rheinmetall Defence in Oberndorf. Dieser Standort ist ein ehemaliges Werk von Mauser, dem bekannten Hersteller von Gewehren. Durch dessen Übernahme erweiterte Rheinmetall seine Kompetenzen bei Maschinenkanonensystemen. Die Panzer und Waffensysteme des Konzerns sind ebenfalls in Konflikten weltweit im Einsatz, dabei macht Rheinmetall auch keinen Halt vor Lieferungen an Staaten, die im Jemen, in Rojava oder im Sudan Krieg fĂŒhren.

Somit ist Rheinmetall als Deutschlands grĂ¶ĂŸter RĂŒstungskonzern aktiver Motor im zerstörerischen RĂ€derwerk von Ausbeutung, Krieg und Abschottung. Dieses GeschĂ€ft mit dem Tod wird von Rheinmetall Entwaffnen regelmĂ€ĂŸig sichtbar gemacht und gestört.

Der vollstĂ€ndige Aufruf fĂŒr die Blockade bei Heckler & Koch am 8. Oktober findet sich auf der Webseite des BĂŒndnisses.

gefunden auf: https://anfdeutsch.com




Quelle: Emrawi.org