September 14, 2021
Von InfoRiot
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Ein Richtkranz schwebt in Potsdam ĂŒber einer Baustelle der ProPotsdam mit einem hohen Anteil im geförderten Wohnungsbau.

Ein Richtkranz schwebt in Potsdam ĂŒber einer Baustelle der ProPotsdam mit einem hohen Anteil im geförderten Wohnungsbau.

Foto: picture alliance/dpa/Bernd Settnik

Am Dienstag wurde auf dem ehemaligen Straßenbahndepot an der Heinrich-Mann-Allee Richtfest gefeiert. Dort, wo 2002 noch Wagenhallen standen und bis heute alte Gleise an die Historie erinnern, entstehen derzeit 341 Wohnungen im sozialen Wohnungsbau. Wobei es sich bei den 13 WohnhĂ€usern nur um den ersten Bauabschnitt des derzeit grĂ¶ĂŸten Wohnungsprojektes der ProPotsdam GmbH handelt, des kommunalen EntwicklungstrĂ€gers der Landeshauptstadt.

»Es ist nicht nur das grĂ¶ĂŸte unserer aktuellen Bauvorhaben, mit der Heinrich-Mann-Allee bauen wir ein nachhaltiges Quartier in zentrumsnaher Lage, das den kĂŒnftigen BedĂŒrfnissen der Menschen in der Stadt gerecht wird«, erklĂ€rte ProPotsdam-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Bert Nicke. »Klima- und Umweltschutzthemen sind mehr denn je in aller Munde. Zudem schaffen wir bezahlbaren und generationengerechten Wohnraum fĂŒr Potsdam und sind damit ein wichtiger Partner der Stadt bei der sozialen Wohnraumversorgung«, so der Chef des Unternehmensverbundes.

Begangen wurde das traditionelle Richtfest in Anwesenheit von Brandenburgs Infrastrukturminister Guido Beermann (CDU) und Potsdams OberbĂŒrgermeister Mike Schubert (SPD). Dabei erinnerte Nicke daran, dass sozialer und nachhaltiger Wohnungsbau nur in enger Partnerschaft mit der Kommune möglich sei, und wenn das Land die notwendigen Rahmenbedingungen dafĂŒr schaffe. »An jenen 20 Jahren, die vom Verkauf des GrundstĂŒcks ĂŒber den B-Plan bis hin zur konkreten Umsetzung des Bauvorhabens vergangen sind, sehen wir, dass Stadtentwicklungsprozesse einen sehr langen Atem benötigen.«

Hoher Anteil geförderter Wohnungen

An der Heinrich-Mann-Allee entstehen im ersten Abschnitt auf insgesamt 21 380 Quadratmeter 13 vollunterkellerte HĂ€user sowie eine Tiefgarage. Mithilfe von Landesfördermitteln werden 257 der 341 Wohnungen fĂŒr Potsdamer mit geringem und mittlerem Einkommen zur VerfĂŒgung stehen. »Die HĂ€lfte der Wohnungen ist fĂŒr EmpfĂ€nger eines Wohnberechtigungsscheins vorgesehen, als fĂŒr 5,50 Euro pro Quadratmeter Nettokaltmiete«, so Bert Nicke. Zudem entstĂŒnden 21 rollstuhlgerechte Wohnungen.

Im Sinne einer nachhaltigen Stadtentwicklung werden die DĂ€cher der HĂ€user begrĂŒnt und mit Photovoltaik-Anlagen ausgestattet. Jede Wohneinheit erhĂ€lt drei FahrradstellplĂ€tze. VergrĂ¶ĂŸerte AufzĂŒge sorgen fĂŒr eine Erleichterung beim Fahrrad- und E-Roller-Transport, und mit der VorrĂŒstung fĂŒr 20 E-Lade-SĂ€ulen wird ein weiterer Schritt in Richtung eines CO2-neutralen Stadtquartiers unternommen.

»Der Wohnungsmarkt ist in Potsdam angespannt«, erklÀrte Minister Beermann. Hier gelte es, durch soziale Wohnraumförderung und eine Erhöhung des Wohnungsangebotes auch unter Einbeziehung eines Anteils von freifinanzierten Wohnungen gegenzusteuern. »Auf diese Weise entstehen gut durchmischte Quartiere, in denen Menschen mit unterschiedlichen Einkommens- und VermögensverhÀltnissen zusammenleben. Das ist eines unserer wichtigen Ziele in der Stadtentwicklungspolitik«, so Beermann.

Potsdams OberbĂŒrgermeister Mike Schubert erinnerte an die erst im Mai – mitten in der heißen Phase der Corona-Pandemie – erfolgte Grundsteinlegung. »Die Heinrich-Mann-Allee ist ein Vorzeigeprojekt fĂŒr die Landeshauptstadt Potsdam, wenn es um die Themen sozialvertrĂ€gliche Mieten sowie nachhaltige MobilitĂ€t geht«, sagte er. »Bei diesem Neubau entstehe nicht nur preisgĂŒnstiger Wohnraum, den die Stadt dringend benötige, es werde auch ein Meilenstein fĂŒr die Klimaschutzziele der Stadt gesetzt.

Die Gesamtkosten fĂŒr das Neubauvorhaben belaufen sich auf 79,4 Millionen Euro. Davon werden 40,9 Millionen Euro ĂŒber die Kreditanstalt fĂŒr Wiederaufbau (KfW) finanziert. Der Eigenanteil von ProPotsdam betrĂ€gt 15,9 Millionen Euro. Das Land stellt, wie der Infrastrukturminister betont, «ein Wohnungsbaudarlehen ĂŒber 19,6 Millionen Euro und einen Zuschuss in Höhe von drei Millionen Euro zur VerfĂŒgung». 2023 soll das Projekt abgeschlossen sein.

Potsdams Wohnungsbau in der Klemme

Die Landeshauptstadt hat, wie viele andere StĂ€dte im Umfeld von Berlin auch, ein wachsendes Wohnungsproblem. Im Juni veröffentlichten Angaben des Statistischen Landesamtes zufolge war der Wohnungsbau in Potsdam im vergangenen Jahr eingebrochen. Insgesamt wurden nur 897 Wohnungen neu errichtetet oder saniert. Das ist die niedrigste Stand seit 2012, als 640 Wohnungen fertig wurden. GegenĂŒber 2019 war das ein RĂŒckgang um 45,1 Prozent.

Die ProPotsdam wird am Standort insgesamt 750 Neubauwohnungen bauen. Zudem entsteht im Nuthe-Winkel bis 2028 eine neue Grundschule. Komplettiert wird das Quartier durch einen neuen Verwaltungscampus fĂŒr 500 Rathausmitarbeiter, den die Stadt an der Heinrich-Heine-Allee integrieren möchte.




Quelle: Inforiot.de