Juni 17, 2021
Von Rigaer94
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***english version below***

Heute, am Abend des 16. Juni blicken wir auf einen kĂ€mpferischen Tag und eine temporĂ€re autonome Zone zurĂŒck und schauen mit der geballten Faust nach vorne. Ja, wir werden uns noch lange mit einem breiten LĂ€cheln im Gesicht an die Barrikaden in der Rigaer Straße und ihre kollektive Verteidigung erinnern. Schritt fĂŒr Schritt verbrennen sich Senat und EigentĂŒmer an der versuchten Zerstörung unseres Hauses die Finger.

Nach
der Straße gibt es nun auch auf juristischer Ebene Probleme. Ein
Oberverwaltungsgericht hat die Ausgangslage fĂŒr die Verantwortlichen
beim Senat und der Briefkastenfirma fĂŒr den Angriff auf unser Haus
betrÀchtlich erschwert. Letzterer, vertreten durch Bernau, Luschnat und
von Arentin, wurde untersagt, ĂŒberhaupt unsere RĂ€ume zu betreten. Die
Bullen sollen zudem nur Zugang zu Treppenhaus, Dachboden, Hof, etc.
bekommen, nicht jedoch zu den privaten Wohnungen.

***In diesem Moment wird somit dem nun fĂŒr zustĂ€ndig erklĂ€rten
SachverstÀndigen von unseren AnwÀlten kommuniziert, dass er den
Brandschutz in unserem Haus, ohne Gefahr fĂŒr seine Gesundheit
begutachten und problemlos rein- und rauskommen kann. SelbstverstÀndlich
ohne auch nur einen Bullen, so wie wir es schon im Januar 2021 erklÀrt
haben. Und wir halten unser Wort. Das sollte heute erneut mehr als klar
geworden sein. Ganz im Gegensatz zu dem Wort zahlreicher
Politiker*innen, ob im Bezirk oder Senat, dem der Bullen oder gar einer
windigen Briefkastenfirma. Einige von ihnen wagen es immer noch zu
behaupten, es gehe ihnen nicht um eine RĂ€umung der Rigaer94.***

Wir weisen in diesem Zusammenhang darauf hin, dass wir seit November
2020 bereits mehrere Brandschutzgutachten durchgefĂŒhrt und MĂ€ngel
eigenstÀndig behoben haben. Der Senat und eine Briefkastenfirma haben
dies bewusst ignoriert und somit nach und nach ihr vorgeschobenes
Argument, es gehe nur um die Sicherheit der Bewohner*innen der Rigaer94
und ihrer Nachbar*innen, demaskiert.

Sollte sich die Politik also fĂŒr eine StĂŒrmung entscheiden, geht sie
den Weg, wie wir ihn bereits vorhersagten. In diesem Fall werden wir uns
verteidigen. Dagegen, dass die Bullen alles zerstören, um unser Haus
daraufhin fĂŒr “unbewohnbar” erklĂ€ren zu können. Dagegen, dass unser
geliebter Ort und die ihm innewohnenden Ideen der KollektivitÀt,
gegenseitigen Hilfe, SolidaritÀt und Selbstbestimmung vernichtet werden
sollen.

Heute haben wir allen, die daran gezweifelt haben gezeigt, dass wir
nicht nur bereit sondern auch fÀhig dazu sind, den Konflikt mit dem
Staat und seinen Schergen zu intensivieren. Wir haben sie zu einem
Zeitpunkt getroffen, an dem sie nicht damit gerechnet haben, und auf den
sie mit Sicherheit nicht vorbereitet waren. Wir bedanken uns bei allen
solidarischen Menschen, Nachbar*innen und Freund*innen und blicken
gespannt auf die kommenden Stunden.

Eure Rigaer94

***

Rigaer94: Our statement on the current situation

Today, on the evening of June 16, we look back on a militant day and a
temporary autonomous zone and look forward with a clenched fist. Yes,
we will remember the barricades in Rigaer Straße and their collective
defense for a long time with a big smile on our faces. Step by step, the
Senate and the owners are burning their fingers at the attempted
destruction of our home.

After the street, there are now problems on the legal level. A higher
administrative court has considerably complicated the starting position
for those responsible at the Senate and the letterbox company for the
attack on our house. The latter, represented by Bernau, Luschnat and von
Arentin, was forbidden to enter our premises at all. Moreover, the cops
are to be given access only to the stairwell, attic, courtyard, etc.,
but not to the private apartments.

At this moment, the expert, who is now declared to be responsible, is
told by our lawyers that he can inspect the fire protection in our
house without any danger to his health and can come in and out without
any problems. Of course, without even a cop, as we have already declared
in January 2021. And we keep our word. That should have become more
than clear again today. Completely in contrast to the word of numerous
politicians*innen, whether in the district or senate, that of the cops
or even a windy letter box company. Some of them still dare to claim
that it is not about an eviction of Rigaer94.

In this context, we would like to point out that we have already
carried out several fire safety assessments since November 2020 and have
remedied deficiencies on our own. It is up to the Senate and a
letterbox company not to have accepted this and thus to have gradually
unmasked their pretextual argument that it is only about the safety of
the residents of Rigaer94 and their neighbors.

So, if the politicians decide to storm the building, they will go the
way we already predicted. In this case, we will defend ourselves.
Against the cops destroying everything in order to be able to declare
our house “uninhabitable” as a result. Against the fact that our beloved
place and its inherent ideas of collectivity, mutual aid, solidarity
and self-determination are to be destroyed.

Today we have shown to all those who doubted it that we are not only
ready but also able to intensify the conflict with the state and its
henchmen. We met them at a time when they did not expect it and for
which they were certainly not prepared. We thank all the people,
neighbors and friends who showed solidarity and we are looking forward
to the coming hours.

Your Rigaer94




Quelle: Rigaer94.squat.net