Juli 31, 2021
Von ZĂŒndlumpen
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Wie Amazon der amerikanischen Polizei dabei hilft ein immenses VideoĂŒberwachungsnetz aufzubauen
BFM, 3. MĂ€rz 2021 (AuszĂŒge)

Die smarten TĂŒrklingeln der zu Amazon gehörenden Marke Ring sind Ă€ußerst erfolgreich. Aber sie helfen auch, ein VideoĂŒberwachungssystem im ganzen Land zu errichten, finanziert von den BĂŒrgern selbst.

Werden die Vereinigten Staaten im Hinblick auf die VideoĂŒberwachung bald mit China konkurrieren? WĂ€hrend die Regierung aus Peking 600 Millionen Kameras im ganzen Land installiert hat, können sich die amerikanischen Behörden stattdessen auf die BĂŒrger selbst stĂŒtzen. In drei Jahren hat das Unternehmen Ring, Filiale von Amazon, die sich auf den Verkauf von mit Kameras ausgestatteten, smarten TĂŒrklingeln spezialisiert hat, die Menge an Videodaten, die der Polizei zur VerfĂŒgung stehen, bedeutend anwachsen lassen, informiert die Washington Post.

Laut dieser amerikanischen Tageszeitung (die Jeff Bezos, dem GrĂŒnder von Amazon gehört) haben mehr als 2000 lokale Polizei- und Feuerwehrbehörden in den USA eine Partnerschaft mit Ring abgeschlossen. Eine Zahl, die von einer anderen, letztens in der Financial Times erschienenen Analyse bestĂ€tigt wird. Die Zahl der Partnerschaften belief sich 2019 noch auf 703 und 2018 lediglich auf 60. Die Washington Post schĂ€tzt, dass Amazon inzwischen zwei neue Partnerschaften am Tag knĂŒpft.

Screenshot der von Ring geschaffenen Plattform fĂŒr die OrdnungskrĂ€fte

Anfang 2019 veröffentlichte die Webseite The Intercept Bilder des Programms, das den Behörden von Ring zur VerfĂŒgung gestellt wird. Ohne richterlichen Beschluss können die Ermittler von jedem Benutzer, der sich im Radius von 400 Metern um ein vermutetes Delikt befindet,  – manchmal mit finanziellen Anreizen – fordern, dass dieser ihnen Zugang zu den Bildern der VideoĂŒberwachung seiner verbundenen Klingel gewĂ€hrt. Bis zu 12 Stunden Aufnahmen können von der Polizei gesammelt und ohne Zeitlimit aufbewahrt werden, wie Le Monde Ende 2019 informierte. Im Fall einer offiziellen Hausdurchsuchung kann Amazon dazu gezwungen werden, den OrdnungskrĂ€ften die verlangten Bilder oder Identifikationsdaten ohne das EinverstĂ€ndnis der Besitzer der Amazon Ring-Kameras zu liefern.

WĂ€hrend zu dieser Stunde das Kameranetz, das der amerikanischen Polizei zur VerfĂŒgung gestellt wird, deutlich eingeschrĂ€nkter ist als das chinesische Überwachungssystem, integriert dieses bereits zahlreiche GerĂ€te, die faktisch von den Amerikanern selbst finanziert werden – die smarten Ring-TĂŒrklingeln werden in Frankreich ab 99 Euro verkauft. Das amerikanische Medium zitiert besonders eine Studie des MIT, die die Ziffer von drei Millionen aktiven Ring-Kameras in den Vereinigten Staaten nennt.

Laut der La Gazette des communes, haben die 47 französischen StĂ€dte mit mehr als 90.000 Einwohnern Anfang 2020 eine Summe von 11.400 Überwachungskameras angesammelt. In den Vereinigten Staaten unterscheidet sich Amazon von Google, das Konkurrenzprodukte – via seiner Produktreihe Nest – anbietet, ohne aber mit der Polizei zusammenzuarbeiten [sollte man ihrem Wort glauben?, Anm. v. Sans Nom]. In Frankreich wurde keine Partnerschaft dieser Art zwischen Ring und den Behörden angekĂŒndigt. Eine Kollaboration, die komplex in der Umsetzung sein könnte, da das europĂ€ische Gesetz das Privatleben mehr schĂŒtzt.

Quelle: Sans Nom




Quelle: Zuendlumpen.noblogs.org