Mai 17, 2021
Von Indymedia
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Jeden dritten Tag wird eine Person mit weiblichem Geschlechtseintrag vom eigenen Lebenspartner ermordet, das ist trauriger Fakt. Doch dabei bleibt es nicht. Von Partnerschaftsgewalt sind alle betroffen, die vom Patriarchat unterdrĂŒckt werden. Damit stellen Frauen zwar eine große Gruppe der Betroffenen, jedoch lang nicht alle.

Dazu kommen auch Personengruppen, die keine Frauen sind, daher verwenden wir den Sammelbegriff FLINTA*. Dazu gehörten Frauen, Lesben (im Speziellen), inter*, nicht-binÀre, trans, sowie agender Personen.

Der regelmĂ€ĂŸige Gipfel von sexualisierter und hĂ€uslicher Gewalt, Femizide, muss enden. Dazu brauchen Wir echten Schutz statt antiqueerfeministischer Stimmungsmache. Wir solidarisieren uns außerdem mit mĂ€nnlichen Betroffenen. Der Kampf gegen hĂ€usliche Gewalt beginnt damit FLINTA* ernst zu nehmen und Konsequenzen fĂŒr TĂ€ter*innen statt wegschauen. Wir wollen leben und frei sein! FĂŒr eine befreite Gesellschaft.

Im Anschluss von zwei RedebeitrĂ€gen zĂŒndeten Aktivist*innen 52 Kerzen fĂŒr die seit Beginn 2021 in der BRD stattgefundenen Femizide zum Gedenken an. Als schließlich die Aktivist*innen versuchten DinA4 Zettel mit Namen ermordeter FLINTA*s mit Klebeband am Rathaus zu befestigen, „konnte” dies die Staatsmacht natĂŒrlich nicht auf sich sitzen lassen. Ein extra noch beschleunigender Streifenwagen kam nur eine Handbreit neben einer Passant*in zum Stehen, mehrere Aktivist*innen wurden weggeschubst, das friedliche Gedenken an ermordete FLINTA*s wurde gewaltsam aufgelöst.

Davon ließen wir uns nicht einschĂŒchtern. Im Anschluss an die Kundgebung formierte sich eine lautstarke Spontandemonstration zum Bahnhof und wir nahmen uns selbstbestimmt und ausdrucksstark die Straßen.

Jedoch ließen die Repressalien durch die Bull*innen am Bahnhof nicht lange auf sich warten, sie hielten eine Aktivist*in fest und bestanden auf die Feststellung der Personalien. Um die einzig von ihrer Seite aus eskalierte Lage zu beruhigen, forderten sie VerstĂ€rkung an, welche sich Einsatzhandschuhe anzogen und mit einem großen Pfefferspray rummackerten. Doch was sollen wir auch von Bull*innen erwarten die ein Abzeichen der rechten „Deutschen Polizeigewerkschaft” tragen? Die politische Einstellung der Backnanger Polizei scheint also klar zu sein.

Wir sind schockiert ĂŒber das respektlose und pietĂ€tlose Verhalten der Bull*innen, doch wir wundern uns nicht wirklich. Patriarchale, rassistische und sonstige diskriminierende Gewalt ist schließlich das alltĂ€gliche GeschĂ€ft der deutschen Polizei.

Doch von ihrer Repression lassen wir uns nicht einschĂŒchtern. Wir werden weiter wĂŒtend und kĂ€mpferisch gegen das Patriarchat auf die Straße gehen und keinen Femizid vergessen. Als Feminist*innen haben wir noch einen langen Kampf vor uns. Es ist klar, dass es einen direkten Zusammenhang zwischen patriarchaler Gewalt und kapitalistischer Ausbeutung gibt. Dies bedeutet auch, dass ein anarcha-feministischer Kampf auch immer ein antikapitalistischer ist.

Kein Vergeben, kein Vergessen – Macker haben Namen und Adressen!

Kein Volk, kein Staat, kein Patriarchat!

Unsichtbar und doch in jedem Viertel: hÀusliche Gewalt ist keine

Privatsache!

TagtÀglich kommt es in Deutschland zu hÀuslicher Gewalt, in jeder noch

so kleinen Stadt, in jedem noch so behĂŒteten Dorf. Sie beruht in den

meisten FĂ€llen darauf, dass die Gleichheit der Geschlechter immer noch

nicht RealitÀt ist.

Jeden dritten Tag wird eine Person mit weiblichem Geschlechtseintrag vom

eigenen Lebenspartner ermordet, das ist trauriger Fakt. Doch dabei

bleibt es nicht. Von Partnerschaftsgewalt sind alle betroffen, die vom

Patriarchat unterdrĂŒckt werden. Damit stellen Frauen zwar eine große

Gruppe der Betroffenen, jedoch lang nicht alle.

Dazu kommen auch Personengruppen, die keine Frauen sind, daher verwenden

wir den Sammelbegriff FLINTA*. Dazu gehörten Frauen, Lesben (im

Speziellen), inter*, nicht-binÀre, trans, sowie agender Personen.

Selbst unter den FLINTA* zeigt sich aber, dass beispielsweise bisexuelle,

behinderte oder Frauen of colour hĂ€ufiger Überlebende von hĂ€uslicher

Gewalt sind. Laut einer Umfrage aus den USA haben dort schon 61,1% der

bisexuellen Frauen partnerschaftliche Gewalt erlebt. Bei der

Vergleichsgruppe der als hetero Identifizierenden waren es circa 35%.

Etwa 70-80% der behinderten Frauen erleben in ihrem Leben sexualisierte

Gewalt.

Sei es in Familien, in Patner*innenschaften, oder wo auch immer.

Betroffene FLINTA*s partnerschaftlicher und/oder hÀuslicher Gewalt werden

hÀufig nicht wahrgenommen. Ihnen wird oft nicht geglaubt oder ihnen

wird gesellschaftliche die Schuld fĂŒr die Gewalt gegeben. Bei einer

Studie gaben beispielweise 26,8% der lesbischen und bisexuellen

Teilnehmerinnen an, dass sie aufgrund ihrer Orientierung weniger Schutz

durch die Polizei befĂŒrchten. Beratungsstellen wie LesMigras (Berlin)

oder gewaltfreileben (Frankfurt) die sich um Umgangsweisen außerhalb der

Justiz bemĂŒhen, gibt es leider zu wenige.

Leider kommen bei FLINTA*s zusÀtzliche Formen von Partnerschaftsgewalt

hinzu. Dazu können ungewollte Outings vor Familie oder an der Arbeit

zÀhlen. Hiervon sind auch Sexworker*innen betroffen. Aber auch das

Absprechen der IdentitÀt oder bewusstes Benutzen alter abgelegter Namen

können Sonderformen hÀuslicher Gewalt.

Der regelmĂ€ĂŸige Gipfel von sexualisierter und hĂ€uslicher Gewalt,

Femizide, muss enden. Dazu brauchen Wir echten Schutz statt

antiqueerfeministischer Stimmungsmache. Wir solidarisieren uns außerdem

mit mÀnnlichen Betroffenen. Der Kampf gegen hÀusliche Gewalt beginnt

damit FLINTA* ernst zu nehmen und Konsequenzen fĂŒr TĂ€ter*innen statt

wegschauen. Wir wollen leben und frei sein! FĂŒr eine befreite

Gesellschaft




Quelle: De.indymedia.org