Mai 5, 2021
Von Die Plattform
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Das Wochenende ist rum, der 1. Mai damit auch und fĂŒr die meisten von uns beginnt die neue Woche mit einem weiteren Tag Lohnarbeit. Auch wenn es mit der sozialen Revolution dieses Wochenende also leider noch nicht geklappt hat, es war dennoch ein toller Tag unserer Klasse!
Denn trotz oder gerade wegen dem weitflĂ€chigen Ausbleiben der alljĂ€hrlichen DGB-Demonstrationen war der 1. Mai dieses Jahr in vielen StĂ€dten alles andere als ein gemĂŒtlicher Spaziergang inklusive Bratwurst und Abfeiern der Sozialpartnerschaft mit der Ausbeuter*innenklasse. An vielen Orten fanden stattdessen antikapitalistische oder revolutionĂ€re Demonstrationen statt, die sich in ihrer Breite gegen das staatliche Krisenmanagement wĂ€hrend dieser Pandemie richteten. Und auch, wenn wir sicherlich zu vielen dieser Demonstrationen inhaltliche WidersprĂŒche haben, es ist ein gutes Zeichen, dass der DGB, der die Interessen unserer Klasse verrĂ€t, seine Monopolstellung am 1. Mai immer mehr verliert.
Wir selbst waren auch an einigen Orten unserer Region mit vielen anderen LohnabhĂ€ngigen auf der Straße unterwegs, wovon wir hier in KĂŒrze berichten wollen. Die entsprechenden lĂ€ngeren Berichte findet ihr dann auf den KanĂ€len und Webseiten der Lokalgruppen.

In erfreulich vielen StĂ€dten gelang es der anarchistischen Bewegung in diesem Jahr eigene Veranstaltungen zu organisieren. So fand beispielsweise im badischen Karlsruhe eine anarchistische Kundgebung statt, auf der auch wir eine Rede hielten. In Dortmund beteiligte sich die plattform Ruhr an der Organisation und DurchfĂŒhrung der wohl grĂ¶ĂŸten explizit anarchistischen Demonstration seit Jahren. Dort zogen etwa 800 Menschen durch die Stadt, auch ein von die plattform Ruhr organisierter Block war mit dabei. WĂ€hrenddessen nahm die plattform Berlin an der klassenkĂ€mpferischen Gewerkschaftsdemo teil, die vormittags am Hackeschen Markt loslief. Dort waren auch die lieben Genoss*innen der Freien Arbeiter*innen Union zahlreich vertreten und so liefen die plattform und FAU gemeinsam im anarchistischen Teil der Demonstration. Etwas weiter nördlich nahm die plattform Mecklenburg Vorpommern ebenfalls gemeinsam mit der lokalen Sektion der FAU an der antikapitalistischen Vorabenddemo in Rostock sowie an der 1. Mai-Demo in Greifswald teil.
Obwohl der 1. Mai bekanntlich der Kampftag der Arbeiter*innenklasse ist, versuchten Nazis an ein paar Orten wie gewohnt, den Tag fĂŒr sich zu vereinnahmen. In Essen und Dortmund, wo faschistische KrĂ€fte von NPD und DIE RECHTE aufmarschierten, stellte sich die plattform Ruhr also auch dieser Aufgabe.
Und auch wenn die meisten von uns den 1. Mai vielleicht eher mit Demonstrationen, Kundgebungen und Streiks verbinden, der Tag unserer Klasse war in seiner Geschichte auch stets ein Tag, an dem sich die Arbeiter*innen zum Beispiel zu gemeinsamen AusflĂŒgen ins GrĂŒne trafen. Diese Tradition im Herzen hatte wohl auch die plattform Trier, die es gemeinsam mit einem Teil der Koblenzer FAU auf eine Wanderung durch das nahegelegene Mittelgebirge zog.

Auch ĂŒber diese “offiziellen” Beteiligungen unserer Lokalgruppe und Einzelpersonen hinweg waren Menschen von uns an vielfĂ€ltigen Aktionen und Versammlungen beteiligt. Wir blicken insgesamt auf einen vielfĂ€ltigen, kĂ€mpferischen 1. Mai zurĂŒck, der uns vieler Orts ein (wĂŒtendes) LĂ€cheln aufs Gesicht gezaubert und Kraft gegeben hat fĂŒr die folgenden Monate und die anstehenden KĂ€mpfe in dieser Krise. Denn, diese KĂ€mpfe werden unvermeidbar sein, wenn wir verhindern wollen, das die Herrschenden die Kosten ihrer Krise uns LohnabhĂ€ngigen aufhalsen. Also lasst uns die KĂ€mpfe organisieren und lasst uns sie verbinden!

FĂŒr den Aufbau von Gegenmacht unsere Klasse! FĂŒr die soziale Revolution und den anarchistischen Kommunismus!

Es lebe der 1. Mai!




Quelle: Dieplattform.org