MĂ€rz 2, 2021
Von EA Berlin
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Die Konflikte im Servicebereich der UniversitĂ€tsbibliothek (UB) Jakob-und-Wilhelm-Grimm-Zentrum (GZ) der Humboldt-UniversitĂ€t zu Berlin (HU) reißen nicht ab. Die BeschĂ€ftigten wurden erst ĂŒber Jahre hinweg im falschen Tarifvertrag als studentische HilfskrĂ€fte unterbezahlt und nach der Tarifumstellung wurden ihre TĂ€tigkeiten formell so gravierend eingeschrĂ€nkt, dass sie nach der niedrigst-mögliche Entgeltgruppe bezahlt werden können. Der zustĂ€ndige Personalrat Hochschulbereich (PR HSB) hatte diese Stellenbeschreibungen durchgewunken, anstatt die Gelegenheit zu nutzen und neben der richtigen Eingruppierung der ServicekrĂ€fte auch das Entgelt der ĂŒbrigen Belegschaft der UniversitĂ€tsbibliotheken zu ĂŒberprĂŒfen und zu korrigieren.

Neben diesem strukturellen Konflikt um angemessene Bezahlung kĂ€mpfen die ServicekrĂ€fte aber auch mit autoritĂ€ren Vorgesetzten, die unsinnigste Arbeiten wĂ€hrend der anhaltenden Covid-19-Pandemie anordneten. Dadurch waren die Kolleg*innen dazu gezwungen, öfter als zwingend notwendig zur Arbeit zu fahren und sich und andere der Gefahr einer Ansteckung auszusetzen. Die Auseinandersetzung um die Verteilung der Arbeitszeit hĂ€lt bis heute an. War es den ServicekrĂ€ften unter dem alten Tarifvertrag möglich, ihre Arbeitszeit frei zu verteilen, wurde dies unter dem neuen Tarifregime willkĂŒrlich auf eine Mindestanwesenheitszeit von drei Tagen ausgeweitet. Da die Kolleg*innen des Servicebereiches in der Regel knapp zehn Stunden in der Woche arbeiten, heißt dies, dass sie mindestens dreimal in der Woche jeweils fĂŒr nur etwas mehr als drei Stunden arbeiten sollen. Die Verteilung der zehn Stunden wĂ€re auch auf mehr, allerdings nicht auf weniger Tage möglich, da die auszufĂŒhrenden Arbeiten kognitiv zu anstrengend seien, so die Leitung der Abteilung. Wohlgemerkt, es handelt sich angeblich um einfache TĂ€tigkeiten, die nach Entgeltgruppe E3 bezahlt und durch grĂ¶ĂŸtenteils akademisch gebildete Personen ausgefĂŒhrt werden. 

Nun hat sich ein großer Teil der Kolleg*innen organisiert und sich schriftlich an den Ende 2020 neugewĂ€hlten Personalrat HSB gewandt, in der Hoffnung, dass sich dieses neue alte Gremium fĂŒr die BeschĂ€ftigten einsetzt.

Die Betriebsgruppe Humboldt-UniversitÀt erklÀrt sich mit den Kolleg*innen des Servicebereichs solidarisch und dokumentiert (PR HSB).




Quelle: Berlin.fau.org