Oktober 26, 2021
Von InfoRiot
410 ansichten


Die Tage des Behindertenbeirats sind gezĂ€hlt: WĂ€hrend einer Sitzung am Montagabend im Bildungsforum kam eine deutliche Mehrheit ĂŒberein, in Schreiben an den Vorsitzenden Thomas Zander den RĂŒcktritt zu erklĂ€ren. Damit steht das Gremium nach einem fast zwei Jahre andauernden, oft bis ins Persönliche reichenden Streit vor dem Aus. Auch ein von der Stadt organisiertes Mediationsverfahren brachte keine Entspannung. Die Auflösung des Beirats und die Konstituierung eines neuen Gremiums kann nur die Stadtverordnetenversammlung beschließen.

[Was ist los in Potsdam und Brandenburg? Die Potsdamer Neuesten Nachrichten informieren Sie direkt aus der Landeshauptstadt. Mit dem Newsletter Potsdam HEUTE sind Sie besonders nah dran – fĂŒnf Tage die Woche. Hier geht’s zur kostenlosen Bestellung.]

Der Unmut ĂŒber das Geschehen im Beirat ist auf allen Seiten groß. „So kann es nicht weitergehen“, sagte Beiratsmitglied Kai Okurka am Dienstag den PNN. „Möglichst schnell mĂŒsse das Gremium aufgelöst und ein neues geschaffen werden. FĂŒr ihn sei klar: „Ich will da nicht weiter mitmischen.“ Der Fall Okurka ist exemplarisch. Traten BeirĂ€te von ihrem Sitz zurĂŒck, war es so gut wie unmöglich, NachrĂŒcker zu finden – kaum jemand wollte in ein Gremium einziehen, dessen Hauptaufgabe das Streiten zu sein schien. Heike Thiel, emsiges Mitglied des Beirats, sieht die Konflikte so: „Zehn wollen inhaltlich arbeiten, zweien geht es um die eigene Profilierung.“

Beirat soll kĂŒnftig nicht mehr im Losverfahren bestellt werden

Alexander Wietschel, einer der beiden Kontrahenten der meisten Mitglieder, hatte dem Beirat die LegitimitĂ€t abgesprochen. Er habe seit zwei Jahren „keine Vertretungsvollmacht“, da die selbstgegebene GeschĂ€ftsordnung missachtet werde. Der Beirat der „Regelverletzer“ sei „auf fast allen Ebenen gescheitert“, er spiegele „das Ringen um den jeweils eigenen Vorteil in exzellenter Weise wider“. Kaum ĂŒberraschend: Seine Gegner werfen dem frĂŒheren 2. Vorsitzenden dasselbe vor. Was sie verĂ€rgert, sind harte Urteile, zu denen Wietschel neigt wie: „Mit dieser Gurkentruppe ist Teilhabe in Potsdam nicht zu machen.“

Es zeichnet sich ab, dass die BeirĂ€te kĂŒnftig nicht mehr im Losverfahren bestellt werden. Tina Denninger, Beauftragte der Stadt fĂŒr Menschen mit Behinderung, hatte dafĂŒr plĂ€diert, Vertreter von Organisationen in den Beirat aufzunehmen, die sich in ihrer Arbeit fĂŒr Behinderte engagieren. Bei einem Treffen erörterte sie jĂŒngst mit der Sozialbeigeordneten Brigitte Meier (SPD) und der Gleichstellungsbeauftragten Martina Trauth Lösungswege aus der Krise.




Quelle: Inforiot.de