MĂ€rz 17, 2021
Von Indymedia
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Am RotebĂŒhlplatz versammelten sich ĂŒber 200 Menschen und hörten verschiedene BeitrĂ€ge, die sich mit den unterschiedlichen Erscheinungsformen von staatlicher Gewalt auseinandersetzen. So wurde zum einen auf rassistische polizeiliche Maßnahmen und Gewalt gegen Migrant*innen und Jugendliche eingegangen. Zum anderen wurde auch die zunehmend repressive Stuttgarter Stadtpolitik nach der sogenannten „Krawallnacht“ und die Law and Order-Kampagne des neuen Stuttgarter OberbĂŒrgermeisters Frank Nopper nĂ€her beleuchtet. DarĂŒber hinaus gab es eine Auseinandersetzung mit Polizeigewalt gegenĂŒber Aktivist*innen und politischem Widerstand und der Militarisierung des Sicherheitsapparates in Zeiten der Corona-Pandemie.

FĂŒr den letzte Woche in Polizeigewahrsam verstorbenen Qosay sowie allen weiteren von Polizisten ermordeten Menschen gab es eine Schweigeminute. DarĂŒber hinaus machte eine Installation sichtbar, wie wenig sich Polizei und MilitĂ€r mittlerweile in ihrer AusrĂŒstung unterscheiden.

Alle Reden vereinte die Perspektive, dass Aktivist*innen im Kapitalismus sich im Widerspruch zu den staatlichen Repressionsbehörden begreifen mĂŒssen, da diese genau jene absichern und erhalten sollen.

Im Anschluss an die Auftaktkundgebung zog der auf 250 Menschen angewachsene Demonstrationszug ĂŒber die Theodor-Heuss-Straße zum dort ansĂ€ssigen Polizeirevier. Dieser wurde als Tatort fĂŒr Polizeigewalt mit Flatterband markiert und es wurden in Andenken an die Opfer dieser „TĂ€ter in Uniform“ 25 Bilder von durch Polizeigewalt ermordete Menschen und Kerzen aufgestellt. WĂ€hrenddessen setzte sich ein weiterer Redebeitrag mit der Verstrickung von Faschismus und Rassismus im Polizeiapparat auseinander.

Im Anschluss daran zog die Demonstration weiter in Richtung Schlossplatz, wo kurdische Aktivist*innen anlĂ€sslich des möglichen Todes von Abdullah Öcalan demonstrierten. Beide Veranstaltungen schlossen sich spontan zusammen und brachten einen internationalistischen Ausdruck der SolidaritĂ€t gegen Repression auf die Straße.

Nach offizieller Auflösung formierte sich eine Spontandemonstration ĂŒber die Königsstraße. Nach kurzen Auseinandersetzung mit der Polizei entschieden sich die Demonstrant*innen ihren Protest selbstbestimmt zu beenden.

Trotz der aktuellen Corona-Situation waren deutlich mehr Menschen auf der Straße als erwartet. Neben politischen Aktivist*innen nahmen spontan vor allem Jugendliche teil. Wir als SolidaritĂ€tsbĂŒndnis verschiedener linken Gruppen sehen diese erste Veranstaltung im Rahmen der Aktionswoche als einen gelungenen Auftakt an und wollen uns in den nĂ€chsten Tagen, am 18. MĂ€rz dem Tag der politischen Gefangenen und am 20. MĂ€rz im Rahmen der Kampagne „Antifaschismus bleibt notwendig!“ nochmals die Straßen nehmen!

Hoch die internationale SolidaritÀt!




Quelle: De.indymedia.org