Januar 9, 2022
Von Indymedia
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Am Stuttgarter Hauptbahnhof werden Obdachlose durch das Abspielen von klassischer Musik in den UnterfĂŒhrungen verdrĂ€ngt. In den NĂ€chten haben wir aktuell wieder Minusgrade. Obdachlose, die auf der Straße leben und nĂ€chtigen suchen daher verstĂ€rkt Zuflucht in U-Bahnhaltestellen und UnterfĂŒhrungen wo es ĂŒberdacht, windgeschĂŒtzt und teils ein bisschen weniger kalt ist. Der Stadt sind Obdachlose gerade im Innenstadtbereich rund um die Einkaufsmeile der Königstraße und dem Hauptbahnhof ein Dorn in Auge. Immer wieder werden hier Obdachlose durch Kontrollen aus den Nischen der EinkaufslĂ€den und UnterfĂŒhrungen vertrieben.

Aktion Video: https://archive.org/details/aktion-musik-aus

Direkt am Hauptbahnhof lĂ€uft in einer großen UnterfĂŒhrung klassische Musik (ein Lied) in einer 24 Stunden Dauerschleife um Obdachlose und arme Menschen fernzuhalten. Mit der Aktion “Musik-Aus” haben wir dafĂŒr gesorgt, dass die Musik nicht mehr so laut in der UnterfĂŒhrung schallt. Mit Gips haben wir das Loch hinter dem sich der Lautsprecher befand verschlossen. In Stuttgart leben 4000 wohnungslose Menschen in NotunterkĂŒnften. Dazu kommen rund 150 obdachlose Menschen die auf der Straße leben. Jeden zweiten Tag kommt es im Durchschnitt zu einer ZwangsrĂ€umung – in vielen FĂ€llen aufgrund von Mietschulden. Das die Mieten in den letzten Jahren explodiert sind und viele Probleme haben die Miete aufzubringen ist allen bekannt. Corona hat die Situation fĂŒr wohnungslose zusĂ€tzlich verschlimmert. Gleichzeitig tut der Staat und die Stadt nichts gegen Mietwucher, den Mangel an Wohnraum und den unbegrĂŒndeten Leerstand von ĂŒber 1000 Wohnungen. Konkretes Beispiel ist auch die ehemals besetzte Wilhelm-Raabe-Straße 4. Seit der ZwangsrĂ€umung vor drei Jahren stehen dort vier Wohnungen leer – die Stadt hat seit heute keinen Cent Bußgeld gegen die EigentĂŒmer Investorenfamilie Passy aus London verhĂ€ngt, wĂ€hrend die Familien die damals aus Wohnungsnot die Wohnungen besetzt hatten mit dutzenden Gerichtsverfahren und tausenden Euro Bußgeldern ĂŒberhĂ€uft wurden. (Hintergrund: https://www.youtube.com/watch?v=g6IDsQVxaGg)

Selbst fĂŒr die stĂ€dtischen Wohnungen der SWSG wurden erst Ende 2021 wieder Mieterhöhungen beschlossen. Kein Wunder, im Kapitalismus ist Wohnraum eine Ware mit der viel Geld verdient werden kann, das zeigen auch die Gewinne großer Immobilienkonzerne wie Vonovia & Co. die auch in Stuttgart tausende Wohnungen haben. Wir sagen: Jeder Obdachlose der im Winter stirbt wird ermordet. Leerstehende Wohnungen sollten sofort enteignet und wieder belebt werden. Wir werden auch in Zukunft nicht auf diesen Staat vertrauen, sondern fĂŒr eine Gesellschaft kĂ€mpfen in der Wohnraum keine Ware mehr ist.

Leerstand zu Wohnraum!
Wohnungskonzerne enteignen!
#leerstandbeleben

Hintergrundartikel zur VerdrĂ€ngung von Obdachlosen und Beispiele “Defensiver Architektur”:  https://www.deutschlandfunknova.de/beitrag/obdachlose-staedte-reduzieren-schlafmoeglichkeiten




Quelle: De.indymedia.org