Januar 3, 2022
Von Indymedia
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Wie an Silvester ĂŒblich, zogen auch dieses Jahr in mehreren StĂ€dten RevolutionĂ€r:innen vor die KnĂ€ste um die dort einsitzenden Gefangenen zu grĂŒĂŸen und das neue Jahr kĂ€mpferisch zu beginnen. In Stuttgart hat der Knastspaziergang eine lange Tradition, die bis zur SolidaritĂ€tsbewegung mit den in Stammheim einsitzenden Genoss:innen der RAF zurĂŒckreicht. Es ist also klar, dass es gerade in einem Jahr der Repression, wie es 2021 war, wichtig ist, diese Tradition fortzufĂŒhren. Die Hafturteile gegen Dy und Jo und die Inhaftierung von Findus sind der vorlĂ€ufige Höhepunkt einer Repressionswelle gegen Antifaschist:innen und RevolutionĂ€r:innen in Stuttgart. Dieser Repression kollektiv zu begegnen, einen offensiven Umgang mit dem Kampf zu finden, den der Staat uns mit der Inhaftierung von immer mehr Genoss:innen aufzwingt und den Kampf gegen Faschismus, Patriarchat, Kapitalismus und Imperialismus, und fĂŒr eine neue Gesellschaft nicht nur weiterzufĂŒhren, sondern zu intensivieren ist unsere Aufgabe fĂŒr die kommende Zeit.

Bereits am frĂŒhen Abend des 31. Dezember besuchten einige Aktivist:innen die JVA Heimsheim und schickten dem dort inhaftierten Antifaschisten Findus ihre NeujahresgrĂŒĂŸe mit Parolen und Feuerwerk. Um 23:15 Uhr begann dann der Knastspaziergang in Stuttgart Stammheim. Die Bullen hatten zwar einen Großteil der JVA und das Oberlandesgericht mit seinen frischen Farbklecksen abgegittert und zwei Wasserwerfer aufgefahren, hielten sich sonst aber weitestgehend zurĂŒck. Um die 80 Teilnehmer:innen des Knastspaziergangs zogen mit lauten Parolen an die Hinterseite der JVA. Dort wurde dann das neue Jahr fĂŒr die Gefangenen sicht- und hörbar mit Feuerwerk und Parolen eingeleitet. Auch wenn die Bullen das komplette Umrunden der JVA verhinderten und insbesondere den Bereich um das Oberlandesgericht abgegittert hatten, war es nach den Jahren 2019 und 2020 in denen an Silvester selbst kein selbstbestimmter Protest in Stammheim möglich war, ein Erfolg, dass wir dieses Jahr wieder in Hörweite der Gefangenen gelangen konnten. Ob das mit dem spĂ€teren Beginn des Knastspaziergangs, der allgemeinen politischen Lage oder auch mit den Erfahrungen des letzten Jahrs in dem die Bullen mit ihrer Null-Toleranz Linie nicht verhindern konnten, dass der Knastspaziegang einen Tag spĂ€ter stattfand, zusammenhĂ€ngt, wollen wir an dieser Stelle nicht spekulieren. Klar ist, dass wir in unserem Kampf fĂŒr eine bessere Gesellschaft niemals auf die Bullen und ihr Handeln vertrauen sollten. Wenn es darum geht echte Gegenmacht von unten zu schaffen, mĂŒssen wir auf unsere eigene StĂ€rke bauen. Eindrucksvoll zeigten das bereits am 29. Dezember um die 100 Leute, die selbstbestimmt und unangekĂŒndigt um die JVA Stammheim zogen und die Gefangenen mit Parolen und Feuerwerk grĂŒĂŸten, bevor sie unbehelligt von den Bullen wieder abzogen und beim Weggehen wohl auch das Oberlandesgericht mit etwas Farbe eindeckten.

Auf ein revolutionĂ€res Jahr 2022 – Gegenmacht statt Ohnmacht!

Video zum Besuch an der JVA Heimsheim

Video zum Knastspaziergang in Stammheim

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Quelle: De.indymedia.org