November 17, 2020
Von Assoziation Autonomer Umtriebe
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Meldung auf indymedia vom 16.11.2020

„In der Nacht auf Mittwoch, 11. November 2020 wurden in Salzburg zwei Anarchist*innen festgenommen. Ihnen wurde vorgeworfen, sie hĂ€tten Graffitis gegen Bullen und Repression und fĂŒr den Mietstreik gesprĂŒht.

Beide verweigerten die Aussage. Die erste Person wurde erst gegen sechs Uhr frĂŒh wieder frei gelassen. Bei der zweiten Person konnte die IdentitĂ€t erst nicht festgestellt werden. Erst durch eine bullen-interne Fahndung wurde ihre IdentitĂ€t durch den Verfassungsschutz bekannt gegeben. Die Anarchistin wurde gewaltvoll einer ID-Behandlung und DNA-Abnahme unterzogen.

Außerdem wurde ihr der WohnungsschlĂŒssel entwendet. Damit drangen die Bullen ohne ihr Wissen in ihrer Abwesenheit in ihre Wohnung ein. Erst als die Hausdurchsuchung schon lĂ€ngere Zeit im Gange war, kam ihre Mitbewohnerin nach hause. Dieser wurde kein Durchsuchungsbescheid vorgelegt, es wurde lediglich gedroht, dass ihre festgenommene Mitbewohnerin in den Knast kommen wĂŒrde. WĂ€hrend der Durchsuchung fotografierten die Bullen diverse politische Sticker und beschlagnahmten private Notizen, Handy, USB-Sticks – auch spannend bei dem Vorwurf, Graffitis gesprĂŒht zu haben.

Die Anarchistin wurde kurz nach 20 Uhr aus dem PAZ entlassen, als die Hausdurchsuchung schon lĂ€ngere Zeit beendet war. Wie praktisch fĂŒr die Bullen: Zu diesem Zeitpunkt galt eine von der Regierung erlassene Ausgangssperre von 20 bis 6 Uhr. Die Uhrzeit war fĂŒr sie also noch eine willkommene Einladung, alle solidarisch wartenden Leute vor dem PAZ mit Corona-Anzeigen einzudecken.

Erst am nĂ€chsten Tag wurde dann nachtrĂ€glich der schriftliche Durchsuchungsbescheid ausgestellt. Er enthĂ€lt auch den Vorwurf: Schwere SachbeschĂ€digung. Es ist bezeichnend, dass das schon reichen soll, um Linke mit solchen Repressionsmaßnahmen zu drangsalieren. Wir lassen uns nicht einschĂŒchtern! Getroffen hat es zwei, gemeint sind wir wie immer alle! Wir sind solidarisch mit allen Repressionsbetroffenen und halten euch auf dem Laufenden.“




Quelle: Autistici.org