August 2, 2022
Von Indymedia
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Der Klimawandel ist lĂ€ngst eine Klimakrise: weltweite DĂŒrren, Hitzewellen, Überschwemmungen. Wir brauchen sofortige Maßnahmen und den unverzĂŒglichen Kohleausstieg, trotz der (oder auch gerade wegen) aktuellen Energieversorgung(sdebatten). Das wissen wir seit Jahren und trotz jahrzehntelangerProteste und einer breiten Bewegung fĂŒr Klimagerechtigkeit reagiert die parlamentarische Politik nicht.

Auch gegen die LEAG und den Kohleabbau in der Lausitz wird seit Jahren auf verschiedene Art und Weiseprotestiert – alles zwecklos. Es wird weiter Kohle gefördert und nicht nur das: trotz 240 Mio. Kubikmetern illegalem Wasserverbrauch und mehrerer Verurteilung durch verschiedene Gerichte bekommt die LEAG mit Hilfe des deutschen Staates einen milliardenschweren Kredit. Und das obwohl der Tagebau im Mai geschlossen werden sollte. Die Kosten dafĂŒr mĂŒssen andere tragen: die lokale Bevölkerung und die unmittelbare(n) Natur(schutzgebiete).

Auch aktuell spielt sich das vor unseren Augen ab. Wir solidarisieren uns mit der lokalen Bevölkerung und den vom Feuer Betroffenen. Jahrzehntelange UntÀtigkeit im Klimaschutz spielt hier genauso eine Rolle wie eine profitorientierte Forstwirtschaft und das aktive am-Leben-halten der Kohleindustrie. Die Folgen einer kapitalistischen Wirtschaftsweise, insbesondere des mangelnden Ausbaus von erneuerbaren Energien fÀllt jetzt der lokalen Bevölkerung in Form von brennenden WÀldern in den Schoss.

Genau nach demselben Prinzip der Externalisierung funktioniert die Kohleförderung, wobei die Folgen des CO2 Ausstoßes ebenfalls ausgelagert werden und die Leben von Mensch und Umwelt in MAPA massiv einschrĂ€nken und zerstören. Mit unserer Aktion stehen wir an der Seite der Betroffenen von Brandenburg bis Brasilien.

Die Bundesumweltministerin ruft uns wegen der klimawandelbedingten DĂŒrren dazu auf Wasser zu sparen, wĂ€hrend der Wasserverbrauch der Industrie um ein vielfaches grĂ¶ĂŸer ist (und nicht selten unnötig bzw. nicht gemeinwohlorientiert) im Vergleich zum Privaten. Gleiches gilt fĂŒr die Energiekrise und -transformation, welche weder ein ZurĂŒck zu den Fossilen oder Atomenergie bedeuten, noch auf dem RĂŒcken der Verbraucher*innen ausgetragen werden darf. Obwohl bereits diverseTechnologien den Ausstieg aus fossilen Energien ermöglichen ist der Kohleabbau weiterhin der grĂ¶ĂŸte Wasserschlucker des Landes und ebenso schĂ€dlich in Sachen Klima und Energiewende.

Was spĂ€testens jetzt klar sein sollte: Appelle an die parlamentarische Politik bleiben erfolglos – selbst systemkonforme Maßnahmen wie ein 130 Tempolimit, was 2,6 Millionen Tonnen CO2 im Jahr einsparen könnte, bleiben aus. Die Ernsthaftigkeit der klimatischen Situation und die Notwendigkeit sofortiger Umverteilung wird ignoriert und dierassistische undpatriarchale NormalitĂ€t in der kapitalistischen Gesellschaft akzeptiert und aktiv aufrechterhalten.

WÀhrend die LEAG sich scheinbar in finanziellen Schwierigkeiten befindet, sehen wir darin auch eine Chance unserer Aktionsform. Materielle Verluste und damit verbundene finanzielle SchÀden bieten die Möglichkeit den Konzern weiter in die Krise zu reiten und sein Ende zu beschleunigen.

Sabotage erschwert es ignoriert zu werden und gemeinsam könnten wir den Rahmen rein symbolischer Aktionen verlassen, nachhaltigen Schaden verursachen und einen radikalen Systemwandel bewirken, sei es innerhalb von Massenaktionen oder durch viele Kleingruppen.

Einen radikalen Systemwandel mĂŒssen wir selber in die Hand nehmen, neue und ergĂ€nzende Aktionsformen finden, um den Druck zu erhöhen, und die Kraftwerke selbst abschalten.

gez. die freundliche Hakenkralle – bald auch in eurer Nachbar*innenschaft!

„Most affected people and areas“ bezieht sich auf die Gebiete und Menschen, die am stĂ€rksten von der Klimakrise betroffen sind




Quelle: De.indymedia.org