April 28, 2021
Von FAU Freiburg
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Bei den Verhandlungen um den kommenden Doppelhaushalt der Stadt Freiburg zeichnet sich – leider wenig ĂŒberraschend – ab, wer die Kosten der Krise bezahlen soll.

Unter anderem die BeschĂ€ftigten in den sozialen Berufen und damit auch alle Menschen, die auf eine soziale Infrastruktur angewiesen sind. Gleichzeitig verzeichnen Großkonzerne Rekordgewinne.

Die Pandemie und ihre Folgen treffen im besonderen Maße auch die BeschĂ€ftigten im sozialen Bereich. Die Einsparungen werden nicht nur die ohnehin problematischen Arbeitsbedingungen in Form von hoher psychischer Belastung, Zeitmangel und zu geringer Entlohnung noch verstĂ€rken, sondern verweigern selbst eine minimale materielle Anerkennung der BeschĂ€ftigten, sofern diese ĂŒberhaupt tariflich entlohnt werden.

Die Nicht- Weitergabe der Tariferhöhung bedeutet konkret, dass die Tariferhöhung entweder gar nicht bei den BeschĂ€ftigten ankommt, da die Mehrzahl der TrĂ€ger ohne kommunale ZuschĂŒsse nicht in der Lage ist diese zu finanzieren, oder es durch das Einsparen von Stellen zu mehr Arbeitsverdichtung und damit zu noch mehr Stress kommt. Zudem könnten zum Beispiel im Kita-Bereich die Mehrkosten von den Eltern eingefordert werden. Eine gebĂŒhrenfreie, gute Kitabetreuung fĂŒr alle wĂŒrde damit in weite Ferne rĂŒcken.

Die kurze Anerkennungswelle der „systemrelevanten“ Berufe bleibt also einmal mehr auf symbolischer Ebene. Doch weiterhin ist die RealitĂ€t: Applaus und Schulterklopfen bezahlt keine Miete, entlastet die BeschĂ€ftigten nicht im Geringsten und trĂ€gt in keiner Weise zu einer qualitativ guten sozialen Infrastruktur in den Kitas, Beratungsstellen, Wohnheimen oder der Jugendhilfe bei.

Der Entschluss des Gemeinderats ist ein deutlicher Schritt zurĂŒck und bestĂ€tigt zusĂ€tzlich auch noch das Lohndumping der vielen sozialen TrĂ€ger in Freiburg, die nicht einmal tariflich bezahlen.

– Wir sagen NEIN zu einer KĂŒrzungspolitik, die auf dem RĂŒcken von uns BeschĂ€ftigten ausgetragen wird
– Wir sagen NEIN zu einer KĂŒrzungspolitik, die zum Nachteil aller Menschen ist, die auf eine gute soziale Infrastruktur angewiesen sind
– Wir fordern: JA, zur Tariftreue der Stadt Freiburg und der TrĂ€ger
– Wir fordern: Holt euch das Geld bei den reichsten zehn Prozent der Bevölkerung, sie besitzen zwei Drittel des Vermögens

Wir rufen die BeschĂ€ftigten weiterhin auf, sich gegen diese KĂŒrzungspolitik zu stellen. Diskutiert mit Kolleg*innen und organisiert euch auch gewerkschaftlich. Es zeigt sich einmal mehr, dass wir fĂŒr bessere Arbeitsbedingungen kĂ€mpfen mĂŒssen, weil es ansonsten bei nur bei Schulterklopfen und Applaus bleibt!

Zusammenhalten statt Ungerechtigkeit verwalten! Die Kosten der Krise nicht auf unserem RĂŒcken abladen!

FREIE ARBEITER*INNEN UNION – GEWERKSCHAFT FÜR ALLE BERUFE




Quelle: Freiburg.fau.org