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FAU Bonn erzielt Erfolg: Einzel-Arbeitskonflikt fĂŒhrt zu betrieblicher Zusatzvereinbarung fĂŒr alle Arbeiter*innen

Ein Mitglied des Allgemeinen Syndikats der FAU Bonn erwarb vor wenigen Wochen neu benötigte persönliche SchutzausrĂŒstung (PSA) sowie zweckmĂ€ĂŸige Berufsbekleidung.

Das Mitglied ist seit mehreren Jahren als Arbeiter*in in einem landwirtschaftlichen Betrieb tĂ€tig. Den Kaufbeleg der GeschĂ€ftsfĂŒhrung vorgelegt, wurde eine Erstattung der angefallenen Kosten von rund 200,-€ mit der dubiosen BegrĂŒndung verweigert, dies sei im Betrieb noch nie Praxis gewesen.

Die FAU Bonn erinnerte die GeschĂ€ftsfĂŒhrung schriftlich an ihre Grundpflichten zum Arbeitsschutz und forderte gleichzeitig die Betreiber*innen auf, den gesamten Betrag zu erstatten. Es ist eine logische Konsequenz des Rechts auf körperliche Unversehrtheit, dass das bereits bestehende Arbeitsschutzgesetz nicht nur die Bereitstellung bzw. Erstattung von SchutzausrĂŒstung beinhaltet, sondern alle Maßnahmen seitens Betreiber*innen ergriffen werden mĂŒssen, Arbeiter*innen vor Verletzungen und WitterungseinflĂŒssen zu schĂŒtzen. Noch innerhalb der gesetzten Frist vermeldete das Gewerkschaftsmitglied einen Erfolg: Die Kosten wurden in voller Höhe erstattet.

Dieser beigelegte Konflikt eine*r Arbeiter*in fĂŒhrte zu Aufsehen innerhalb der weiteren Belegschaft, die in den darauffolgenden Tagen gemeinsam eine betriebliche Regelung zur KostenĂŒbernahme von PSA sowie Berufsbekleidung erfolgreich einforderte. Von nun an erhĂ€lt jede*r Arbeiter*in ein festes, jĂ€hrliches Budget, das der Beschaffung von Berufsbekleidung fĂŒr die jeweilige TĂ€tigkeit dient. Diese Regelung wurde in einer Zusatzvereinbarung zum Arbeitsvertrag durch die GeschĂ€ftsfĂŒhrung schriftlich bestĂ€tigt.

Diese fĂŒr die Arbeiter*innen positiven betrieblichen Entwicklungen zeigen, dass das Einschalten einer Gewerkschaft nicht nur ihre Mitglieder aktiv unterstĂŒtzen kann. Gewerkschaftliches Handeln und Einschreiten kann ebenso die Arbeitsbedingungen der gesamten Belegschaft verbessern.

Kein*e Arbeiter*in sollte selbst weder fĂŒr zweckgeeignete Berufsbekleidung noch fĂŒr Teile der persönlichen SchutzausrĂŒstung aufkommen – egal ob in Landwirtschaft, Fabriken oder anderswo.

KĂ€mpfe nicht allein fĂŒr dein Recht – organisier’ dich und sei kĂ€mpferisch!




Quelle: Fau.org