April 9, 2021
Von Padovicz WatchBlog
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Am 9. Oktober 2020 wurde das Haus Liebigstr. 34 in Friedrichshain aufgrund eines RÀumungsersuchens der Unternehmensgruppe Padovicz nach jahrelangem Streit gerÀumt.

Laut einer Kleinen Anfrage im Abgeordnetenhaus waren daran 1400 Polizist*innen aus Berlin und nochmal soviele aus anderen BundeslĂ€ndern beteiligt. Außerdem teilte das Bundesinnenministerium mit ebenfalls mit 600 KrĂ€ften der Bundespolizei an dem Einsatz beteiligt gewesen zu sein. Auch das Technische Hilfswerk und Polizeihunde unterstĂŒtzten. Es gab rund 100 Festnahmen, wovon 2/3 der Gefahrenabwehr dienten – den Leuten wurde also nichts vorgeworfen. 30 Personen bekamen Ordnungswidrigkeits- bzw. Strafverfahren. Es wurden 27 Stunden Videomaterial erstellt.

Zu den RĂ€umungs-Kosten wurde bis heute nur bekannt, dass 425.000 Euro fĂŒr die Bundespolizist*innen ausgegeben wurden und das Land Berlin 990.000 Euro allein fĂŒr die Unterbringung der auswertigen Polizist*innen in Hotels aufbringen musste.

Im Verfassungsschutz-Ausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses vom 28.10.2020 (Protokoll, aber auch auf Youtube) wurden außerdem viel ĂŒber die KollateralschĂ€den der RĂ€umung u.a. bei der abendlichen Demo gesprochen. Im Nachgang des Polizeieinsatzes wurde auch der Umgang der Medien mit dem Haus und dessen Bewohner*innen kritisiert. Außerdem wurde der Name Padovicz wieder groß bekannt. Der padowatch-blog hatte teilweise fĂŒnfstellige Zugriffszahlen pro Tag. Auch die Kampagnen und Angriffe gegen Padovicz rissen nicht ab. Kritisiert wurde auch die Berliner Politik, die sich weiterhin fĂŒr Padovicz einsetzt. Das Bewohner*innen-Kollektiv hat zudem angekĂŒndigt weiter zu machen (u.a. in einem schönen Beitrag im Missy Magazin)

Doch was ist seit dem mit dem Padovicz-Haus passiert?
Eine Woche nach der RĂ€umng attackierte eine Sicherheitsfirma von Padovicz Passant*innen in der Rigaer Straße. Die dort eingesetzten Tschetschenen, sind auch schon aus anderen Padovicz-HĂ€usern bekannt, in die sie sich nach der Sache zurĂŒckzogen. Andere SicherheitskrĂ€fte folgten. Einer saß stĂ€ndig am Fenster und filmte Vorbeilaufende. Es wurde entrĂŒmpelt und alle Fenster herausgeschlagen. Eine Woche spĂ€ter brannte ein MĂŒllberg vor dem GebĂ€ude.

Laut Bauamt Friedrichshain-Kreuzberg liegt kein Bauantrag zu VerĂ€nderungen in dem Haus vor. Das GebĂ€ude liegt zudem im Milieuschutzgebiet (Erhaltungsgebiet Petersburger Straße). Die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) hat sich nach der RĂ€umung nicht mehr mit dem Haus beschĂ€ftigt. Wohl aber der EigentĂŒmer. Nach der EntrĂŒmpelung wurden vor einigen Wochen alte Matratzen in das GebĂ€ude getragen. Fenster wurden ausgetauscht und mittlerweile das dritte Mal wieder eingehauen. Laut Anwohner*innen befinden sich aktuell keine Secruitys mehr im GebĂ€ude. Das Haus wird vereinzelt angeblich von FlĂŒchtlingen und Bauhelfern bewohnt und steht ĂŒberwiegend leer.

Die ehemaligen Bewohner*innen der Liebig34 rufen nun, sechs Monate spÀter, dazu auf zusammen zu kommen (weiterer Aufruf auf kontrapolis.info)




Quelle: Padowatch.noblogs.org