November 29, 2021
Von Graswurzel Revolution
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Kohle, MĂ€use, Kröten, Knete, Moneten – wenn wir genauso viel davon hĂ€tten, wie uns Wörter einfallen, könnten wir uns den diesjĂ€hrigen Spendenaufruf sparen. Wie ihr euch aber nach dieser Einleitung denken könnt, sind wir wieder einmal (und weiterhin) auf eure finanzielle UnterstĂŒtzung angewiesen. NĂ€chstes Jahr wird die GWR 50 Jahre alt – und damit wir gut aufgestellt ins nĂ€chste halbe Jahrhundert starten können, brauchen wir mehr Abonnent*innen, Spenden und sonstige Formen von Support, die euch so einfallen – zum Beispiel Geschenkabos oder einen krĂ€ftigen BĂŒchereinkauf im GWR-Verlag. Mehr Informationen dazu und unser Spendenkonto findet ihr auf Seite 24. Und einen Überblick ĂŒber die Neuerscheinungen und das Gesamtprogramm des GWR-Verlags bekommt ihr im Beileger in dieser Ausgabe: Vier Seiten voller Buch-Highlights!
FĂŒr alle, die mal einen RĂŒckblick wagen wollen, welche Themen in den letzten paar Jahren in der GWR wichtig waren, gibt es ein Überraschungspaket: Drei Ausgaben fĂŒr fĂŒnf Euro oder fĂŒnf Ausgaben fĂŒr acht Euro mit einem bunten Mix frĂŒherer GWRs. Lesegenuss ist garantiert, und ihr könnt dem Jahreswechselloch entspannt entgegenblicken.

Die neunte Kunst

Damit ihr euch mit noch mehr guter LektĂŒre eindecken könnt, widmet sich der Schwerpunkt dieser Ausgabe Comics und Graphic Novels – der „neunten Kunst“ (Francis Lacassin). Inzwischen hat sich weithin herumgesprochen, dass dieses Genre mehr ist als witzige Bildchen und sich auch fĂŒr politische Themen eignet – auch wenn die ursprĂŒnglichen „Comic Strips“ oft als Inspiration fĂŒr anarchistische und linke Adaptionen dienten. Mit einem Überblick ĂŒber Comics und soziale Bewegungen von Maurice Schuhmann starten wir in die Themenseiten. Gute Beispiele fĂŒr politische Graphic Novels stellen Lou Marins Beitrag ĂŒber Jacques Tardis antimilitaristisches Werk und Tinets Artikel ĂŒber Antonio Altarribas Biografien seiner Eltern in und nach der Spanischen Revolution vor. Ein weiteres Highlight ist das ausfĂŒhrliche Interview mit der feministischen Comic-KĂŒnstlerin Liv Strömquist zu ihrer Arbeit und ihren politischen AnsĂ€tzen. Welche Rolle das Genre Sachcomics spielt, wird im GesprĂ€ch mit dem Unrast-Verlag diskutiert.
Um gute Literatur geht es auch in anderen BeitrĂ€gen: Ein Vorabdruck gibt Einblick in James HorroxÊŒ „Gelebte Revolution. Anarchismus in der Kibbuz-Bewegung“, das im Dezember erscheint, und Rolf Raasch rezensiert zwei Romane ĂŒber die Revolution 1944 in Guatemala. Aber keine Angst, die Ausgabe richtet sich nicht nur an BĂŒcherwĂŒrmer, sondern berichtet aus verschiedenen Bewegungen – von Sebastian Gerhardts Kommentar zur Kampagne „Deutsche Wohnen & Co. enteignen“ und dem Artikel der Initiative „Tear Down Tönnies“, die mit Blockaden gegen den Fleischkonzern aktiv ist, ĂŒber Peter Nowaks Analyse der RĂ€umung des Köpi-Wagenplatzes bis hin zu Flora vom Gysenbergs Zusammenfassung der GÜZ-Prozessserie gegen Antimilitarist*innen. In zwei Interviews kommen Aktivistinnen aus sehr unterschiedlichen Bewegungen zu Wort: Im zweiten Teil des GesprĂ€chs mit der feministischen Friedensaktivistin Ellen Diederich werden die Kriegsambitionen der BRD thematisiert, wĂ€hrend Ronja die antisexistische Kampagne #punktoo vorstellt, die seit einem knappen Jahr die Punkszene beschĂ€ftigt.
Und wie immer gibt es einen Blick ĂŒber den Tellerrand: Rudi Friedrich analysiert die Situation von Kriegsdienstverweigerern in der TĂŒrkei, Eichhörnchen berichtet von den Prozessen gegen die Gegner*innen des AtommĂŒll-Endlagers im französischen Bure, und das polnische No-Borders-Team schildert die katastrophale Situation von GeflĂŒchteten an der Grenze zu Belarus. Zu Griechenland gibt es gleich zwei Artikel: Die Gruppe fytĂ­li fasst den „Rouvikonas“-Prozess gegen zwei Anarchisten zusammen, und Peter Oehler hat in PirĂ€us, Athen und auf Lesbos zahlreiche Initiativen und Projekte kennengelernt, die selbstorganisiert GeflĂŒchtete unterstĂŒtzen.
Und selbstverstĂ€ndlich gibt es noch viel mehr Artikel, die ihr selbst entdecken dĂŒrft: Viel Spaß beim Schmökern wĂŒnscht euch

die GWR-Redaktion




Quelle: Graswurzel.net