November 8, 2021
Von Freie ArbeiterInnen Union (FAU)
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Demonstration gegen Arbeitsbedingungen beim Leipziger Franchisenehmer von „Domino’s Pizza“

Am Sonntagmittag, den 07. November 2021, veranstaltete die Freie Arbeiter*innen Union (FAU) Leipzig eine Demonstration vor einer Domino‘s-Filiale am Shakespeare-Platz. Anlass dazu gaben unbeglichene LohnansprĂŒche ehemaliger Angestellter an die Effekt GmbH, sowie EinschĂŒchterungsversuche seitens der GeschĂ€ftsleitung aufgrund gewerkschaftlichen Engagements. Etwa 150 Menschen versammelten sich vor dem Store Domino’s SĂŒd an der Karl-Liebknecht-Straße, um ihre SolidaritĂ€t mit den Lieferfahrer*innen bei Domino’s zu bekunden. Sie forderten, dass ihre ausstehenden AnsprĂŒche gezahlt werden. Die Kundgebung startete um 14:30 Uhr und endete um 16:00 Uhr.

„Shame on Domino‘s!“

So verlangen die ehemaligen Angestellten beispielsweise ihr Geld fĂŒr das vom Mindestlohn abgezogene „Tourengeld“ zurĂŒck, den Pfand fĂŒr ihre Arbeitskleidung, sowie ihre AnsprĂŒche aus Annahmeverzug. Auf ein Schreiben vom 13.10.2021 wurde von Seiten der GeschĂ€ftsleitung nicht reagiert. Deshalb fordern die Demonstrierenden nun öffentlich, dass den Betroffenen das ihnen zustehende Geld endlich ausgezahlt wird. Die noch beschĂ€ftigten Fahrer*innen fordern, dass sich die Effekt GmbH kĂŒnftig an geltendes Arbeitsrecht hĂ€lt. „Shame on Domino‘s!“ skandierte die Menge immer wieder.

Der Arbeitskonflikt um den Pizza-Lieferanten spitzt sich zu

Der aktuelle Arbeitskampf ist nicht der erste in diesem Jahr. Im Juni gab es bereits Proteste gegen den Pizza-Lieferriesen, als einem Fahrer gekĂŒndigt wurde, nachdem er sich fĂŒr die Bereitstellung von kostenlosen Corona-Schnelltests am Arbeitsplatz eingesetzt hatte. Erst nach massivem Druck von Kolleg*innen und der FAU Leipzig auf die Effekt GmbH wurde der Fahrer wieder eingestellt. Deutschlandweit treten in jĂŒngster Zeit vermehrt ArbeitskĂ€mpfe gegen Lieferdienste auf, wie bei Durstexpress vor etwa einem Jahr oder beim Streik der Gorillas Workers in Berlin vor wenigen Wochen. Die heutige Demonstration stellt einen weiteren Höhepunkt im Kampf um bessere Arbeitsbedingungen in der Lieferbranche dar. „Wir befinden uns aktuell im Aufbau einer neuen und kraftvollen Gewerkschaftsbewegung von unten. Durch die erfolgreichen ArbeitskĂ€mpfe der letzten Monate haben die BeschĂ€ftigten an Selbstbewusstsein gewonnen und lassen sich die BetrĂŒgereien ihrer Bosse nicht mehr bieten“, so Max Fuchs, Pressesprecher der FAU Leipzig.

Gezielte Schikane gegen Gewerkschaftsmitglieder

Die Demonstrierenden werfen dem Arbeitgeber außerdem vor, gezielt gegen Gewerkschaftsmitglieder vorzugehen, um diese loszuwerden. So wurden organisierte Lieferfahrer*innen etwa willkĂŒrlich in andere Zweigstellen versetzt und haben dort weit weniger Arbeitsstunden pro Woche zugeteilt bekommen als vertraglich vereinbart. Außerdem wurden sie aus nicht nachvollziehbaren GrĂŒnden von der GeschĂ€ftsleitung abgemahnt, sowie vor ihren Arbeitskolleg*innen verleumdet. Auf der Demonstration berichten sie von ihren tĂ€glichen Erfahrungen: „Wir halten den Umgang unseres Arbeitgebers mit den eigenen BeschĂ€ftigten fĂŒr skandalös und wenden uns deshalb an die Öffentlichkeit“, so ein Lieferfahrer. „Union Busting, also die Zerschlagung von Gewerkschaften und das Unterlaufen gesetzlicher Mindeststandards ist nicht zu akzeptieren,“ so eine andere Fahrerin, „Wenn die Effekt GmbH nicht endlich auf unsere Forderungen reagiert, sehen wir uns gezwungen, zu klagen.“ Auch riefen sie den Franchise-Geber Domino’s Pizza Deutschland dazu auf, dafĂŒr zu sorgen, dass die Rechte von Arbeitnehmer*innen bei allen Franchisenehmern eingehalten werden. [FAU Leipzig]

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Workers everywhere unite! Comrades from the Gorillas riders struggle in Berlin join in solidarity in Leipzig

RĂŒckblicke: Konflikt mit Joey’sDomino’s in Halle und in Magdeburg und Leipzig (Facebook-Video)




Quelle: Fau.org