April 28, 2021
Von Chronik
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Neu-Isenburg, 24. April 2021

Gestern, in der Nacht zum 24.4 Haben wir ein SIEMENS Firmentransporter in Neu-Isenburg mit einem Brandsatz angezĂŒndet. Wir haben dabei ausgeschlossen, dass Menschen verletzt werden oder andere Fahrzeuge zu Schaden kommen.

Wir sehen uns als Teil einer Weltweiten Bewegung die eine revolutionĂ€re UmwĂ€lzung anstrebt. Daher haben wir uns entschieden den Kampf der kurdischen Freiheitsbewegung auch hier zu fĂŒhren. Wir leben in dem gleichen unterdrĂŒckerischen System, das Ideen einer befreiten Gesellschaft bekĂ€mpft und mit dem Faschismus kooperiert.

Die gelebte Utopie der befreiten Gebiete in Rojava hat mit ihren Schritten zur Überwindung von Kapitalismus und Patriarchat eine enorme Strahlkraft. In der gelebten Praxis sehen wir viele unserer feministischen Utopien umgesetzt und weitergedacht. In der nie endenden Revolution wird eine ökologiebewusste Ökonomie und neue Gesellschaft aufgebaut.

Wir brauchen diese Orte der Neuerfindung, wir brauchen diese Orte, die uns konkrete Alternativen aufzeigen. Und wir sind uns bewusst, dass sie deshalb immer ein Dorn im Auge der Herrschenden sein werden. Kein Staat im globalisierten Kapitalismus wird eine Alternative zulassen und sie daher immer mit Gewalt und Propaganda bekĂ€mpfen. Hier werden unsere Proteste, besetzten HĂ€user und Organisationsstrukturen mit Repressionen bekĂ€mpft. Die Revolution in Nordkurdistan mit Drohnen und Bomben. Dabei wird aus dem Herzen der Bestie mit faschistischen Regimen wie der TĂŒrkei kooperiert, Waffen geliefert und am Krieg verdient. In Rojava geht der Krieg niedriger IntensitĂ€t tĂ€glich weiter, tĂ€glich fliegen Drohnen ĂŒber die StĂ€dte und versuchen die Hoffnung der Menschen zu vernichten. Der nĂ€chste Großangriff wird derweil diplomatisch und militĂ€risch vorbereitet.

Wie auch die KĂ€mpfer*innen in den Bergen und den kurdischen Dörfern wĂ€hlen wir das Mittel der Selbstverteidigung. Es sind die gleichen TrĂ€ume, die wir gemeinsam gegen des kapitalistische System und seine Kriegstechnologie verteidigen mĂŒssen!

Hier in den Metropolen sitzen Firmen, die an Überwachungs- und RĂŒstungsindustrie verdienen, die Menschen in Kriegen in großes Leid stĂŒrzen und AufstĂ€nde bekĂ€mpfen. Eine dieser Firmen ist SIEMENS.

Der Konzern ist traditionell auf verschiedene Wege in die RĂŒstungsindustrie und in die Ausstattung von Regierungen eingebunden. Schon im zweiten Weltkrieg startete SIEMENS die Wehrmacht mit Elektrotechnik aus und versklavte mindestens 50.000 Zwangsarbeiter*Innen und KZ-Gefangene um fĂŒr sie zu arbeiten.
In den USA verfĂŒgt sie ĂŒber die Firmentochter „Siemens Government Technologies“, SGT stellt „Digitalisierungs- und Modernisierungskonzepte“ fĂŒr US-MilitĂ€r-StĂŒtzpunkte und RegierungsgebĂ€ude zu VerfĂŒgung und arbeitet dabei eng mit dem Pentagon und anderen US-Ministerien zusammen. Die Firma ist auch direkt im RĂŒstungsgeschĂ€ft vertreten. Dresser-Rand ist eine zu SIEMENS Energy gehörende Gruppe von Maschinenbauunternehmen. Hauptprodukte sind Turbomaschinen wie Dampfturbinen, Gasturbinen und Kompressoren im mittleren und grĂ¶ĂŸeren Leistungsbereich. Dresser-Rand ist aber auch Techniklieferant fĂŒr Hunderte Schiffe der US-Navy, aller Atom-U-Boote sowie aller FlugzeugtrĂ€ger mit Dampf- und Gasturbinen und Kompressoren.
SIEMENS PLM stellt außerdem Software fĂŒr die Luftfahrt- und RĂŒstungsindustrie her, dies sind meistens Steuerungssysteme, die die Kommunikation von verschiedenen Komponenten von Waffensystemen oder Ähnlichem steuern.
Der Konzern ist in großem Umfang an Software Lösungen fĂŒr 3D-Druckprozesse beteiligt, die in der RĂŒstungsindustrie eingesetzt werden.
Außerdem baut SIEMENS das Laserradarsystem ,Albis“ fĂŒr GeschĂŒtze und Generatoren in Kriegsschiffen und Panzern.

SIEMENS hat in den letzten Jahren umfangreiche AuftrĂ€ge fĂŒr die Infrastruktur des tĂŒrkischen Faschismus bekommen. Dazu zĂ€hlt der Bau des grĂ¶ĂŸten Windkraftanlagen-Parks in der TĂŒrkei, SIEMENS arbeitet dafĂŒr mit „TĂŒrkerler-Kalyon“ zusammen und baut unter anderem eine Fabrik fĂŒr den Bau von Windturbinen in der TĂŒrkei. Die Firma investiert dafĂŒr rund 1 Milliarden Dollar.
Der SIEMENS AG winken 35 Mrd. Euro fĂŒr den Aufbau eines Hochgeschwindigkeits-Schienennetzes der TĂŒrkei. Die TĂŒrkei hat sich zum Ziel gesetzt, ein internationaler Eisenbahn-Fracht-knoten zu sein, unter dem Motto „Auferstehung der alten Seidenstraße“
Auf den Gleisen der historischen Berlin-Bagdad-Bahn in der TĂŒrkei sollen neue Hochgeschwindigkeitstrassen und -zĂŒge gebaut werden.
Der erste von SIEMENS gebaute Velaro-Hochgeschwindigkeitszug fĂŒr 300 km/h konnte im Februar 2015 auf der Strecke Ankara–Konya den Betrieb aufnehmen.
Die notwendigen Investitionen werden unter anderem von der EuropĂ€ischen Bank fĂŒr Entwicklung und Wiederaufbau sowie der EuropĂ€ischen Investitionsbank (EIB) mit Krediten unterstĂŒtzt.
Außerdem kaufte die TĂŒrkische Marine Fregatten der US-Typs „Perry“, in dem das Radarsystem „Albis“ von SIEMENS und Turbinen von „Dresser-Rand“ eingebaut sind.
Bis 2010 war der Konzern mit 49% an Panzerhersteller Kraus-Maffei-Wegmann beteiligt. Interessant dabei ist, dass 2007 und 2008, kurz vor dem Verkauf durch SIEMENS, die grĂ¶ĂŸten Lieferungen von Leopard 2 Panzern an die TĂŒrkei stattfanden. Dadurch hat KMW eine große Wertsteigerung erlebt, was SIEMENS beim Verkauf der Anteile grĂ¶ĂŸere Gewinne bescherte.

Mit einem brennenden Auto von SIEMENS setzen wir daher ein Zeichen gegen den kriegerischen Kapitalismus im Allgemeinen und die UnterstĂŒtzung der faschistischen TĂŒrkei im Besonderen. Wir werden die Revolution ĂŒberall verteidigen!

„Sie könne die BlĂŒten abschneiden, den FrĂŒhling werden sie nicht aufhalten können.“

Bexwedan Jiyane! Widerstand ist Leben!

Komando ƞehĂźd LĂȘgerĂźn Çiya (AlĂźna Sanchez)

ƞehĂźd LĂȘgerĂźn, eine Internationalistin aus Argentinien kĂ€mpfte im medizinischen Bereich als Teil der YPJ in Rojava und fiel am 17. MĂ€rz 2018 in Heseke.
Mit ihrer Entschlossenheit und Hoffnung ist sie uns eine Inspiration und ein Vorbild.
youtu.be/xYfE2lNbUd4

Quelle: Indymedia




Quelle: Chronik.blackblogs.org