Februar 21, 2021
Von FAU Bielefeld
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[FAU Bielefeld, 20.02.2021] Protest gegen Durstexpress 1, 20_02_18
Die FAU Bielefeld organisierte am Donnerstag, den 18.02.2021, am Konzernsitz der Dr. Oetker GmbH in der Lutterstraße in Bielefeld, eine Protestkundgebung.

In den RedebeitrÀgen der Gewerkschafter:inn:en und Aktivisten:inn:en auf der Protestkundgebung wurde der Arbeitskampf der Kollegen:inn:en der FAU Leipzig gegen die drohende Entlassung von BeschÀftigten des GetrÀnkelieferdienstes Durstexpress deutlich gemacht. Der Lieferdienst gehört der Radeberger Gruppe (und damit zur Dr. Oetker GmbH). Weiterhin kritisierte die FAU Bielefeld, in Abstimmung mit den Leipziger Kollegen:inn:en, die drohende Verschlechterung der Arbeitsbedingungen beim Startup Flaschenpost, welches ebenfalls von Oetker gekauft wurde.

„Trotz steigenden Gewinnen in der Lieferbranche setzt der Oetker-Konzern uns mitten in der Corona-Pandemie auf die Straße. Von sozialer Verantwortung keine Spur. Die Aussichten auf einen neuen Job gehen aktuell gegen null. Durstexpress beraubt uns damit unserer Lebensgrundlage und tut dies ohne Skrupel, ohne RĂŒcksichtnahme auf die Kolleg*innen, die noch vor kurzem zu „Helden des Alltags“ in der pandemischen Lage erklĂ€rt wurden.“ (aus dem Grußwort der Leipziger Kolleg:inn:en)

Wer nicht arbeitslos wird, kann mit einer Verschlechterung der Arbeitsbedingungen beim Startup Flaschenpost rechnen, die die Standorte von Durstexpress ĂŒbernimmt. Der Oetker-Konzern wird durch die Verschmelzung von zwei Lieferdiensten, von Flaschenpost und den Durstexpres, seinen Umsatz im GeschĂ€ftsfeld GetrĂ€nkelieferservice weiter erhöhen. Damit wird der Lieferdienst eine immer bedeutendere SĂ€ule im Oetker-Konzern. Die FAU Bielefeld verurteilt diese Unternehmenspolitik auf Kosten der Arbeiter:inn:en auf das schĂ€rfste!

Die laut vorgetragene Kritik der FAU Bielefeld an der Unternehmenspolitik im Oetker-Konzern wurde von Aktivisten:inn:en der Antinationalen Linken Bielefeld (ALIBI, der Besuch ihrer Webseite lohnt sich: SolidaritĂ€t ist das beste Rezept), Gewerkschaftern der NGG (Gewerkschaft Nahrung-Genuss-GaststĂ€tten) sowie solidarischen Kollegen:inn:en unterstĂŒtzt.

Nach dem Zwischenstopp vor der Konzernzentrale der Dr. Oetker GmbH zogen die Versammelten mit Flyern, Transparenten und Fahnen weiter in Richtung Marktkauf an der Deckertstraße. Dort verteilte die FAU Bielefeld Flyer an Passanten:innen und trug die Grußworte der Kollegen:inn:en der FAU Leipzig vor.Insgesamt ist es erfreulich, dass trotz der COVID-19-Pandemie,solidarische Menschen dem Aufruf der FAU Bielefeld zur Kritik an der Konzernpolitik der Unternehmen der Dr. Oetker GmbH folgten und sich aus der Entfernung mit den Kollegen:innen der FAU Leipzig solidarisierten. Nun bleibt abzuwarten, ob der öffentliche Druck auf den Oetker-Konzern und dessen Tochterunternehmen zu einem Kurswechsel fĂŒhrt. FĂŒr die FAU Bielefeld steht jedoch fest, dass ein Leben in WĂŒrde und die Anerkennung der Selbstverwirklichungschancen aller Kollegen:inn:en nur mit dem vereinten Kampf der Gewerkschafter:inn:en und solidarischen Aktivisten:inn:en gelingen kann. FĂŒr die EigentĂŒmer:inn:en der Konzerne sind die Lohnarbeitenden nur VerkĂ€ufer:inn:en/Anbieter:inn:en ihrer Arbeitskraft, deren Einsatz profitabel gestaltet werden muss. FĂŒr uns als Gewerkschafter:inn:en sind die Kollegen:inn:en mehr und unser solidarisches Verhalten selbstverstĂ€ndlich! Wir können nur gemeinsam und organisiert gegen Ausbeutung und Abschiebung in Armut kĂ€mpfen!




Quelle: Bielefeld.fau.org