Oktober 11, 2021
Von FAU Freiburg
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Die USI und einige andere Basisgewerkschaften in Italien protestieren gegen Entlassungen und soziales Gemetzel und riefen heute am 11. 10. 2021 zu einem Generalstreik auf. In SolidaritÀt mit dem Streik haben wir das italienische Konsulat in Freiburg besucht.

In den letzten Monaten haben mehr als 900.000 Arbeiter:innen ihren Arbeitsplatz verloren. Die Covid-19-Pandemie hat verheerende soziale Auswirkungen auf die Gesundheit sowie auf die Lebens-, und Arbeitsbedingungen, die noch immer andauern. Ungeachtet dessen hat dies die Bosse nicht daran gehindert, die Ausbeutung im privaten und öffentlichen Sektor zu steigern: Produktionsraten und Kontrollen in Fabriken haben zugenommen, wĂ€hrend die wildesten Formen der PrekaritĂ€t alltĂ€glich geworden sind. Die Pandemie hat den Zusammenbruch des  Gesundheitssystems durch eine jahrzehntelange Privatisierungspolitik dramatisch offengelegt. Die Regierung ist weit davon entfernt, diesen Trend umzukehren, sie beschleunigt ihn, wie die Deregulierung der Auslagerung von Dienstleistungen zeigt. Die meisten davon werden an Chef:innen und Spekulant:innen verteilt, die selbst die Hauptschuldigen der Wirtschaftskrise und der gesundheitlichen und sozialen Katastrophe sind, die wir in den anderthalb Jahren der Pandemie erlebt haben. Die staatliche UnterdrĂŒckung von Streiks und sozialen KĂ€mpfen hat unertrĂ€glich zugenommen. Dies hat tatsĂ€chlich als grĂŒnes Licht fĂŒr FirmenschlĂ€ger:innen gedient, um gegen Arbeiter:innen vorzugehen. In den letzten Wochen gab es viele solcher FĂ€lle von gewalttĂ€tigen Angriff en, die in der Ermordung des Gewerkschafters Adil Belakhdim gipfelten. Angesichts dieses Szenarios ist eine entschlossene Reaktion auf nationaler Ebene dringend erforderlich. Aus diesem Grund riefen Basisgewerkschaften fĂŒr heute (11. Oktober 2021) zu einem eintĂ€gigen Generalstreik im privaten und öffentlichen Sektor auf.

Die Forderungen des Generalstreiks

  • Stoppt den Angriff auf ArbeitsplĂ€tze und Löhne. Keine Redundanzen mehr. Verringert die Zahl der Arbeitsstunden ohne LohnkĂŒrzungen, um Arbeitsplatzverluste zu vermeiden.
  • Die Kaufkraft der Löhne zurĂŒckgewinnen. Erhebliche Lohnerhöhungen und EinfĂŒhrung eines Mechanismus zum Schutz der Löhne vor Inflation.
  • Erhalt des Einkommens durch eine garantierte Durchschnittszahlung fĂŒr Lohnarbeitslose.
  • Freier und universeller Zugang zu sozialen Diensten und ein einheitliches Leistungssystem, das den Erhalt von Einkommen und Zahlungen sicherstellt.
  • PrekaritĂ€t und Ausbeutung verhindern. Aufhebung des BeschĂ€ftigungsgesetzes. Outsourcing und Arbeitsdumping verbieten. Strenge Maßnahmen ergreifen, um die wahllose Nutzung prekĂ€rer VertrĂ€ge zu verhindern.
  • Erhöhung der öffentlichen Investitionen in Schulen, Gesundheit und Verkehr. Stoppt Privatisierungen, Kommodifizierung und die Zerstörung grundlegender öffentlicher Dienste, grundlegender Sektoren, öffentlicher Versorgungsunternehmen und Infrastruktur.
  • Umsetzung einer echten Gewerkschaftsdemokratie und Beendigung des Monopols der Mainstream-Gewerkschaften.
  • StĂ€rkung der Arbeitssicherheit, der Inspektionssysteme und der Rolle des RLS.
  • Schutz von Wanderarbeiter:innen und Ausstellung von Aufenthaltstiteln fĂŒr alle Migrant:innen.
  • Beendigung von Geschlechterdiskriminierung und echte Gleichstellung bei Löhnen, BeschĂ€ftigung und FLINTA-Rechten am Arbeitsplatz und in der Gesellschaft.
  • Schutz der Umwelt. Verbot schĂ€dlicher Produktion und spekulativer Großprojekte.



Quelle: Freiburg.fau.org