Februar 11, 2022
Von Freie ArbeiterInnen Union (FAU)
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Am 20.01.2021 hat sich das Allgemeine Syndikat Siegen Schulter an Schulter solidarisch mit den streikenden Arbeiter*innen der IG Metall bei dem Benteler-Werk in Siegen-Weidenau gestellt.

Die Streikenden haben seit Mittwochnachmittag, den 19. Januar, die Arbeit niedergelegt, nachdem bekannt wurde, dass nach gescheiterten Tarifverhandlungen und einer anschließend vereinbarten Friedenspflicht, 50 tschechische Streikbrecher*Innen nach Siegen gekarrt wurden.
Die Arbeiter*Innen sahen darin eine Verletzung der Friedenspflicht und legten Mittwochnachmittag die Arbeit nieder und bewachten die Werkstore.
Dem Benteler Werk in Siegen-Weidenau droht die Schließung, rund 300 ArbeitsplĂ€tze sind davon betroffen.

Zu einer Kundgebung Donnerstag um 12 Uhr wurde aufgerufen. Dieser haben sich Mitglieder der FAU Siegen angeschlossen und sich nach RĂŒcksprache mit der Streikleitung in Gelbwesten solidarisch mit dem Arbeitskampf gezeigt.

Auf der Kundgebung wurde anschließend verkĂŒndet, dass eine Einigung in Form eines Eckpunktepapieres ausgehandelt wurde.
Der Streik wurde vorerst ausgesetzt, aber nicht beendet.
In einer Urabstimmung zum Eckpunktepapier mĂŒssen die BeschĂ€ftigten nun entscheiden, ob weiter gestreikt wird oder nicht.

„50 ArbeitskrĂ€fte aus Tschechien hĂ€tten bereit gestanden, die Maschinen zu besetzen, weitere 40 aus Spanien habe Benteler in der Hinterhand gehabt.“ (Quelle Westfalenpost)
So eine höchst unmoralische Aktion wird berechtigterweise scharf kritisiert.
Arbeitgeber*innen schrecken vor nichts zurĂŒck, wenn es darum geht, die Interessen der BeschĂ€ftigten zu hintergehen, sollten sie mal nicht nach deren Pfeife tanzen.

Wir stehen solidarisch hinter dem Arbeitskampf der Arbeiter*innen bei Benteler und verfolgen mit Spannung, wie sich der Konflikt nun weiterentwickelt.
Außerdem ziehen wir unseren Hut vor der Entschlossenheit der Streikenden.

Es ist nur ein weiteres Beispiel dafĂŒr, wie wichtig in Gewerkschaften organisierte Arbeitnehmer*Innen im Kampf fĂŒr mehr soziale Gerechtigkeit sind.
Wir dĂŒrfen gegenĂŒber Arbeitgeber*Innen nicht in Ohnmacht verfallen, sobald Unrecht getan wird.

Erst zusammen sind wir stark!




Quelle: Fau.org