Mai 31, 2021
Von Indymedia
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Schon im Februar griff die tĂŒrkische Armee die sĂŒdkurdische Region GarĂȘ an und zog nach einigen Tagen wieder ab. Trotz militĂ€rischer Niederlage wurde der Angriff von der TĂŒrkei propagandistisch genutzt. Der jetzige Angriffskrieg auf die sĂŒdkurdischen Gebiete ist der umfangreichste Angriff auf die befreiten Gebiete. Die TĂŒrkei versucht Guerillataktiken anzuwenden. Die Guerilla wiederum passt ihre MilitĂ€rtaktik an diesen Krieg an und fordert die hochgerĂŒstete tĂŒrkische Armee heraus. Der Krieg wird unter ungleichen Bedingungen gefĂŒhrt: Die tĂŒrkische Armee versucht Truppen auf den Bergen abzusetzen, Tunnelsysteme der Guerilla ausfindig zu machen und greift mit eigenem ParamilitĂ€r (sog. DorfschĂŒtzer), Söldnern der islamistischen Miliz „Syrische Nationalarmee“ (SNA) und den Peshmerga der sĂŒdkurdischen PDK vom Boden und von der Luft aus an. Auch chemische Waffen kamen schon zum Einsatz.

Dabei zielt sie auf vermutete GuerillastĂŒtzpunkte und auf die Bevölkerung in den umliegenden Ortschaften. Auch die Kampfbedingungen sollen erschwert werden, indem WĂ€lder in Brand gesetzt werden. Die tĂŒrkische Armee hat in den letzten fĂŒnf Jahren angefangen Gebiete wie DĂȘrsim und Amed (tr:Diyarbakır) zu besetzen. Ähnlich wie in Nordkurdistan, hat auch die Bevölkerung in SĂŒdkurdistan einen hohen Grad an Organisierung und ein solidarisches VerhĂ€ltnis zur Guerilla. Ein Ziel des Angriffskrieges ist, die zunehmende Verankerung der PKK in der Bevölkerung zu brechen und sie zu isolieren. Ein weiteres Ziel ist die sĂŒdkurdischen Verteidigungsgebiete als strategischen Punkt der Guerilla zu kappen. Die Medya Verteidigungsgebiete sind das ideologische Herz der kurdischen Befreiungsbewegung und ein Knotenpunkt zwischen den Guerillagebieten. Eine Besetzung wĂŒrde diese Verbindung durchbrechen, einen erneuten Einmarsch in Rojava und ƞengal erleichtern und der Guerilla einen großen Schlag versetzen.

Fernab der Öffentlichkeit findet ein zentraler Angriff auf die Guerilla und die Errungenschaften der kurdischen Befreiungsbewegung statt. Erdogan und seine AKP wollen jegliche Alternativen zu ihrem faschistischen System bekĂ€mpfen, indem sie alle revolutionĂ€ren KrĂ€fte und linken, sozialistischen Bewegungen in der TĂŒrkei zerschlagen und einen großangelegten Krieg gegen die Guerilla starten. Die tiefgreifende innenpolitische Krise in der TĂŒrkei und der Angriffskrieg auf die befreiten Gebiete Kurdistans können nicht losgelöst voneinander, sondern mĂŒssen in einem wechselseitigen VerhĂ€ltnis stehend bewertet werden. Aktuell ist die Guerilla die einzige Kraft, die effektiv gegen die faschistische TĂŒrkei vorgeht und ihr etwas entgegensetzen kann. Dieser Angriffskrieg auf die befreiten Gebiete Kurdistans ist ein Krieg der nicht nur die kurdische Befreiungsbewegung und die tĂŒrkische Linke betrifft. Sie betrifft alle, die sich gegen UnterdrĂŒckung, fĂŒr Frauenbefreiung und Selbstverwaltung einsetzen. Die kurdische Befreiungsbewegung ist ein wichtiger Bezugspunkt und gibt Hoffnung fĂŒr revolutionĂ€ren KrĂ€fte auf der ganzen Welt, vor allem im Nahen Osten. Der Sieg in GarĂȘ gibt Hoffnung diesen Krieg zu gewinnen. Nichtsdestotrotz leistet die Guerilla einen mĂŒhsamen Kampf, der unsere SolidaritĂ€t erfordert.

SolidaritÀt mit dem Widerstand in den befreiten Gebieten in Kurdistan!




Quelle: De.indymedia.org