November 2, 2020
Von EA Berlin
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Es gibt Grund zur Freude: Ein Berufungsgericht in Kalifornien – der GeburtsstĂ€tte der Plattformarbeit – hat vergangene Woche entschieden, dass Uber Fahrer* innen als Angestellte und nicht – wie bisher – als (Schein-) selbststĂ€ndige Unternehmer* innen anzusehen sind.

Statt prekĂ€rer Subunternehmer* innentĂ€tigkeit gibt es fĂŒr unsere Kolleg* innen bald Mindestlohn, bezahlte Urlaubs- und Krankheitstage sowie Aussicht auf eine Krankenversicherung. Als Betriebsgruppe der Lieferando-Rider in der FAU Berlin begrĂŒĂŸen wir diesen Erfolg! Die Verhandlung der arbeitstechnischen Eckdaten in der Gig-Economy ist beinahe so jung wie das Modell selbst – jede Entwicklung zugunsten der Arbeiter* innen ist daher besonders wichtig – und hoffentlich wegweisend.

FĂŒr andere gibt es Grund zur Empörung: Nach dem Urteil drohten die UnternehmensfĂŒhrungen von Uber und Lyft prompt mit der Einstellung ihrer Dienste oder immensen PreissprĂŒngen. Dann griffen sie jedoch lieber die Rechtsprechung direkt an: Hierzu wurde die Gesetzeserweiterung “Proposal 22” (kurz Prop22) auf den Weg gebracht. “Prop22” wĂŒrde die Arbeiter* innen in der Gig-Economy auch zukĂŒnftig an ihre Rolle als (Schein-) SelbsstĂ€ndige binden. Es ist die nĂ€chste Runde im Tauziehen um das VerhĂ€ltnis von Bindung, Rechte und Pflichten – vor allem der Arbeitgeber*innen.

Über Prop22 wird am 3.November – zeitgleich zur PrĂ€sidentschaftswahrl – per Stimmzettel von der Bevölkerung entschieden. Egal wie das Ergebnis aussehen wird – wir werden weiterhin solidarisch mit unseren Kolleg*innen kĂ€mpfen!




Quelle: Berlin.fau.org