November 19, 2020
Von Paradox-A
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Lesedauer: 9 Minuten

zu Alain de Benoist, Kulturrevolution von rechts

Ja okay, zugegeben: Ich habe einen Faschisten gelesen. Warum auch nicht? Wer den Feind besiegen will, muss ihn schließlich kennen. Wer den Feind besiegen will, muss erfassen, aus welcher Gesellschaftsform er hervorgeht, also seine Wurzeln bekĂ€mpfen. Es war immer so eine Sache fĂŒr mich mit den Faschisten: Wie sie sich inszenieren oszilliert meist zwischen Stumpfsinn und theatralischer LĂ€cherlichkeit. Wenn sie den Mund aufmachen, hört man oftmals das geballte Elend, was Deutschland hervorgebracht hat. Weil es Rudimente der gleichen Sprache sind, die sie von sich geben, entsteht instinktiv dann doch etwas wie Fremdscham. Doch, das trifft es eigentlich: Man schĂ€mt sich fremd und möglichst fremd, so fremd wie möglich, weil man mit diesen Leuten nichts gemein haben will, nur eben befĂŒrchtet, sich vor Leuten, die mit anderen Sprachen aufgewachsen sind, fĂŒr diese Deutschen rechtfertigen zu mĂŒssen. In der Regel ist was sie schreiben endlos schlecht. Daher ja meine Arroganz und Ignoranz den Faschisten gegenĂŒber: Ich kann sie selten Ernst nehmen. SelbstverstĂ€ndlich, ihre Gewaltandrohungen auf verschiedenen Ebenen – die sind ernst zu nehmen, denn sie fĂŒhren tĂ€glich zu Gewalt. In diesem Land. In meiner Umgebung. Aber ernst nehmen auf einer intellektuellen Ebene kann ich sie kaum.

Und dennoch ist es nicht gut, gleich bei den Grundannahmen auszusteigen. Das ist eben ein Problem, was ich durchaus bei mir sehe. Widersprechen sich die Grundannahmen einer Ideologie meinen Lebenserfahrungen, meinen Weltkenntnissen und meinem gesunden Menschenverstand, dann schalte ich schnell ab. Dies ist eine verstĂ€ndliche und nicht die schlechteste Reaktion. Immerhin ist es schon anstrengend genug, unter den gegebenen HerrschaftsverhĂ€ltnissen zu leben. Da muss man sich nicht noch dauernd ihre schlimmsten menschlichen, Ă€sthetischen und intellektuellen AuswĂŒchse vor Augen halten, wie sie sich im Faschismus manifestieren. Da sich die (neo)faschistische Ideologie – zumeist inzestiös mit dem braunen Eso-Sumpf vermischt – gerade auch in letzten Jahren ausbreiten konnte, muss ich wohl oder ĂŒbel der Tatsache ins Auge schauen, dass sie wirkmĂ€chtig ist, ob sie vernĂŒnftig ist oder nicht. Nun ja, im Grunde genommen wird mir nur ĂŒbel dabei. Wohlsein empfinden könnte man lediglich in der Negation des Faschismus. Nicht jedoch in der Falle des Anti, wo die Identifizierung mit dem Feind eine sadomasochistische Form anzunehmen tendiert, sondern durch das Eintreten fĂŒr das Eigene – also fĂŒr die soziale Revolution. Der reine Abwehrreflex ist zwar verstĂ€ndlich – eine wirkliche Kritik jedoch kann er nicht hervorbringen.

Doch zurĂŒck zum Thema: Sollte man Faschisten lesen? Ich denke nein. Man kann den Feind auch anders kennen und benennen lernen. Kann man Faschisten lesen: Offensichtlich ja. Die Auflagen rechtsextremer Publikationen sprechen dafĂŒr und ihre Leser*innen scheinen nicht daran zu sterben. Physisch zumindest. Wenn sie innerlich vertrocknen sieht man das nun einmal nicht gleich. Daher gilt es einen Warnhinweis auszusprechen: Wenn jemand die Finger schon nicht davon lassen kann, dann bitte nehmt sie in kleinen Dosen ein. Und dergestalt war auch meine Herangehensweise: Ich dachte, wenn dann schaue ich mir doch lieber einen Stein des Fundaments an, als das ganze Haus des Grauens.

So lag es nahe, dass ich bei Alain de Benoist landete. Genauer gesagt las ich sein Buch Kulturrevolution von rechts (1985/2017), weil ich annahm, hier Grundlagen der heute aktiven IdentitĂ€ten und ihnen vergleichbaren Gesocks zu finden. Zum Thema der Deutschen hĂ€lt de Benoist unter anderem fest: „Von Natur aus hat die deutsche Seele keine Natur. Sie muß sich eine geben – tut sie das nicht, so geht sie ein. Das ist – fĂŒrchte ich – der Punkt, an dem die Deutschen heute stehen“ (150). Hier schon zeigt sich, dass de Benoist kein schlechtes GespĂŒr fĂŒr das Volksleben hat. Genau, dass deutsche Volk gab und gibt es nĂ€mlich gar nicht, wie die Faschisten sich das vorstellen. Also erfinden sie einen solchen Mythos und nennen diesen Akt dann Politik – genauer gesagt: Metapolitik.

Deutschland hatte eine schwere Kindheit, hören wir weiter. Daher ist „das deutsche Schicksal gewiß nicht [leicht]. Jedesmal, wenn Deutschland in der Geschichte Gestalt annimmt, hat es eine radikal verschiedene Gestalt angenommen, die nicht zu den bisherigen Gestalten passen wollte“ (145). Nehmen wir de Benoist wiederum beim Wort, ließen sich daraus verschiedene Konsequenzen ziehen: Entweder man konstruiert sich eben irgendein Volks-Tamtam auf lĂ€cherliche Weise zurecht. Oder man beschĂ€ftigt sich mit Geschichte anstatt mit Geschichtsrevisionismus. Wenn dieser Deutschland ein derartiger Gestaltwandler und nur mit so viel Energieaufwand formbar ist, bleibt zu hoffen, dass die Faulheit siegen und der unförmige Sack einfach in sich zusammenfallen wird. Sich der eigenen Unförmigkeit hingeben, anstatt krampfhaft gradlinig zu sein – das wĂ€re doch ein wahres Geschichtsbewusstsein! Und dazu viel entspannender.

Wenn de Benoist schreibt, die Deutschen scheuten sich, ihre Feinde zu benennen und Politik zu machen, meint er ja im Grunde genommen, dass sie keine Eier haben, wie man so sagt. Dass sie sich nicht selbst bestimmten, sondern willenlose Konsumzombies sein wollen. Daran mag was dran sein. Ob das in Frankreich so groß anders ist, weiß ich nicht. Nur sind es eben genau jene verweichlichten Subjekte, welche auch die Faschisten adressieren. Hierbei kann nur mit Bedauern konstatiert werden, dass er Volkstod wirklich noch nicht besonders weit fortgeschritten ist.

Aber ich will auf den Punkt kommen. Laut de Benoist hĂ€tten Egalitarismus und Universalismus sich inzwischen allgemein ausgebreitet und bestimmten die moderne Gesellschaftsordnung. Liberalismus, Kommunismus, Christentum – letztendlich sei das doch alles ganz Ă€hnlicher Mist. Die drei gegen einen, einen neu auferstandenen, einen „dritten Weg“ des Faschismus – das ist verdammt unfair. Da kann man schon mal wieder eine TĂ€ter-Opfer-Verkehrung betreiben. Doch die ganze Argumentation geht grundlegend nicht auf. Ja, Liberalismus und Sozialismus entspringen der modernen Gesellschaft. Der reaktionĂ€re Faschismus jedoch ebenfalls. Er kann nicht an das anknĂŒpfen, was sich mit ihm als „Volk“ imaginiert wird. Liberalismus und Sozialismus sind jedoch nicht gleichermaßen „egalitaristische“ Ideologien. Schaut man sich die Entstehung liberaler Parteien an, ist festzustellen, dass sie in der Regel zunĂ€chst großkapitalistische Interessen und also die Reichen vertreten haben. Von Egalitarismus fehlt hier jede Spur. Zugegen, die Forderungen nach gleichen politischen Rechten (fĂŒr alle mĂ€nnlichen BĂŒrger) war ein Schritt in Richtung politischer Gleichheit. Dieser ging stark mit dem entstehenden Nationalstaat einher. Umso mehr frage ich mich, was denn de Benoists Problem mit ihm ist, schließlich wĂ€re sein Faschismus ja ohne den Nationalismus undenkbar.

Und so lĂŒgt er sich eben selbst die Taschen voll. Er behauptet etwa fĂŒr die Vielgestaltigkeit der Welt einzutreten und von dieser Warte aus gleichermaßen Antirassismus und Rassismus ablehnen zu können. Wenn ich ihm abkaufe, dass er sich tatsĂ€chlich nicht fĂŒr rassistisch hĂ€lt, versteht er jedoch nicht, woher Rassismus entspringt: Erst aus den Grenzziehungen und der Konstruktion vermeintlich homogener Volkskörper und ihrer Geschichte. Beispielsweise begann der inzwischen seit Jahrzehnten wĂ€hrende „ethnische“ Konflikt zwischen hinduistischer Mehrheitsbevölkerung und muslimischer Minderheit genau an dem Punkt, wo die Bildung souverĂ€ner Nationalstaaten als moderner Herrschaftsordnung durchgesetzt wurde. Baskische, irische, mexikanische oder uigurische Minderheiten wurden erst dann rassistisch ausgegrenzt und verfolgt, wo sie sich gegen die Einverleibung vermeintlich ursprĂŒnglicher Nationen wehrten. Was de Benoist als „Vielgestaltigkeit“ benennt, ist die Theorie des spĂ€ter so genannten „Ethnopluralismus“, nach der alle „Völker“ in ihren jeweils angestammten LĂ€ndern – respektive von den jeweiligen Staaten, die Anspruch auf sie als StaatsbĂŒrger*innen erheben -, unterworfen werden sollen.

Ein Zitat de Benoists erinnerte mich stark an Kropotkin, in dem Sinne, dass es seine Antithese darstellt:

„Der Kampf, dessen Schauplatz die Welt nunmehr ist, [
] stellt unterschiedliche Arten, die Welt zu erfassen, sie zu begreifen und sie abzubilden zu suchen, einander gegenĂŒber: Eine differentialistische Art und eine universalistische Art. Eine antiegalitaristische Art und eine egalitaristische Art. Eine Art, die eine organische Gemeinschaft angestrebt, auf der Grundlage und unter der Herrschaft einer immer grĂ¶ĂŸeren Vielgestaltigkeit, und eine Art, die eine mechanische Gesellschaft anstrebt, in der eine immer grĂ¶ĂŸere HomogenitĂ€t herrschen wĂŒrde“ (57).

Kropotkin dagegen argumentiert fĂŒr die freiheitliche, libertĂ€re und egalitĂ€re Tradition, entgegen der autoritĂ€ren, hierarchischen, fĂŒr welche de Benoist einsteht. Eine wirkliche Verdrehung der Tatsachen stellt deswegen die Behauptung dar, egalitĂ€re AnsprĂŒche wĂŒrden zu einer Homogenisierung der Menschen, der Welt, fĂŒhren. Klar, denkt man an die homogenen Gesellschaften, welche der Staatssozialismus hervorgebracht hat, wĂ€re das verstĂ€ndlich, aber darum geht es in diesem Zusammenhang eigentlich nicht. Umgekehrt ist es der Fall, dass erst die Umsetzung von ökonomischer, politische und auf WĂŒrde bezogener Gleichheit aller Menschen, ihnen die Möglichkeit gibt, sich vielgestaltig und auch individuell zu entwickeln. An diesem Punkt meine ich, dass meine Argumentation nicht weiter reicht. Wir mĂŒssten Leute fragen, was sie dazu denken. Ich kann nur sagen, dass de Benoists Aussage eines homogenisierenden Egalitarismus schlichtweg fĂŒr falsch halte.

Vielgestaltigkeit bezieht sich dabei fĂŒr ihn auf die „Völker“ nicht auf die Individuen. Einzelne sollen sich im Gegenteil dem Zwangskollektiv unterwerfen und nur darin ihren Sinn und ihre Aufgabe finden. Der Punkt, dass wir alle miteinander in Beziehungen stehen und aus diesem Grund die gesellschaftlichen VerhĂ€ltnisse Ă€ndern mĂŒssen, um besser miteinander zu leben, solidarisch sein zu können, versteht sich von selbst. Statt dieser faktisch vorhandenen Beziehungen zwischen Einzelnen und Gruppen (die ja nicht per se „gut“ sind), geht de Benoist davon aus, erst sein Faschismus könnte hier vermittels der Volksgemeinschaft Sinn, Geschichte und Selbstwert geben. Wie armselig die Personen sein mĂŒssen, die so etwas anspricht, lĂ€sst sich nur erahnen. Es stimmt auch: Staatlicher Kapitalismus, Patriarchat und Naturbeherrschung haben tatsĂ€chlich Gemeinschaften und die Integration der Individuen in grĂ¶ĂŸere ZusammenhĂ€nge zerstört. Daher gehen de Benoists Argumente ja nicht an die Ursachen dieser Erosion heran, sondern möchte er die Desintegration der Gesellschaft mit der homogenen Zwangsgemeinschaft und Ideologie des „Volkes“ kitten.

Was ich hier formuliere sind lediglich einige Gedankensplitter. Um noch einen Überblick ĂŒber den faschistischen Klassiker zu geben: Im ersten Kapitel Die alte und die neue Rechte, wĂŒnscht sich de Benoist, dass der Konservatismus faschistisch und reaktionĂ€r werden möge. Allerdings verpackt er dies, indem er unterstellt, Konservative seien „reaktionĂ€r“, weil sie sich am Vergangenen, Verlorenen orientierten, wĂ€hrend seiner Ansicht nach ein wirklicher Konservatismus „revolutionĂ€r“ sein mĂŒsste – worin sich eben sein faschistisches Denken ausdrĂŒckt, auch wenn er sich zugleich von einem „neofaschistischen Ghetto“ (61) abzugrenzen glaubt. In Die kulturelle Macht zeigt de Benoist, dass er Gramsci gelesen und sich dessen Grundgedanken zu eigen gemacht hat. Offensichtlich ein neuartiger move in seiner Zeit, der fĂŒr Irritation gesorgt hat und durch den die Erneuerung des Faschismus durch die Neue Rechte möglich wurde. De Benoist glaubt und behauptet ferner Wider den Rassismus zu sein, mit der oben bereits dargestellten Argumentation, die noch mal zugespitzt wird, etwa in dem er behauptet, die angeblich „natĂŒrliche“ Abneigung gegen Andersseiende, richte sich vom Prinzip her genauso gegen StĂ€dter, Deutsche und Schwarze. In Die Verwurzelung geht es dann um die verlorene Heimat, die nie existiert hat. Vermutlich versucht er sich damit an der Aufarbeitung einer verlorenen Kindheit, welche durch eine autoritĂ€re Erziehung und fehlende Liebe getrĂŒbt wurde.

Besonders kitschig wird der Vordenker der Neuen Rechten in Die Elite. Diese will er von Aristokratie als sozialer Gruppe abgegrenzt wissen, welche ihre Vormachtstellung unter anderem durch ihre Dekadenz eingebĂŒĂŸt hĂ€tte. Er kritisiert die Ökonomisierung und VerbĂŒrgerlichung des Adels. Das ist deswegen merkwĂŒrdig, weil seine Überlegungen ja dazu dienen, dass sich irgendwelche dummen bĂŒrgerlichen Burschenschaftler elitĂ€r fĂŒhlen können. Damit zeichnet er ein dĂŒsteres Bild, was sich etwa so liest:

„Alle aristokratischen Werte scheinen heute restlos zerstört zu sein. Das Sich-Gehen-Lassen, der Individualismus, die immer grĂ¶ĂŸere UnfĂ€higkeit, den geringsten Zwang zu ertragen, die Umkehrung aller Werte, die fĂŒr unsere Kultur konstitutiv sind – diese Stichworte charakterisieren unsere Zeit. Die egalitĂ€re Barbarei breitet ihren grauen Einheitsmantel ĂŒber die Welt“ (136). Schade ist in diesem Zusammenhang, dass Nietzsche so missverstanden wird, denn was de Benoist beschreibt, ist doch eine Neubewertung gegen Werteverlust und Nihilismus. Mit ihr wird vielfĂ€ltige Entfaltung vieler Einzelnen ermöglicht – die es freilich fĂŒr alle Menschen herzustellen gilt.

Eher weniger spannend ist das Kapitel Was ist totalitĂ€r? Seiner Ansicht nach fĂŒhre der Egalitarismus konsequenterweise zum Totalitarismus. Die Aussage, dass auch der Liberalismus totalitĂ€re Tendenzen aufweist, teile ich durchaus. Dennoch ist der Faschismus nicht einfach in ihm enthalten und der kapitalistische Totalitarismus der Reduzierung aller Dinge auf ihren ökonomischen Wert zwar eine verdammenswerte Herrschaftsform, jedoch nicht das gleiche, wie der Faschismus, wo er an die Macht gelangt.

Abschließend möchte er den Hauptfeind benennen, weil dies das Wesen von Politik wĂ€re. Anders als de Benoist habe ich den Faschismus schon als Hauptfeind benannt, darĂŒber hinaus jedoch auf die gesellschaftlichen Bedingungen verwiesen, unter denen er entsteht und die es grundlegend zu verĂ€ndern gilt, will man mit dem Faschismus aufrĂ€umen. Eine Ausrichtung auf das eigene sozial-revolutionĂ€re Projekt halte ich daher fĂŒr sinnvoller, als eine negative Identifizierung mit dem Feind – was diesen ja auch in die Rolle eines Protagonisten versetzt, dem man hinterher lĂ€uft. In diesem Zusammenhang stelle ich fest, dass mein Denken zuvor schon als Antithese zu jenem de Benoists wirkt, wenn jener schreibt: „Wir sind keine PrimĂ€r-Antikommunisten. Unsere Gegnerschaft zum Kommunismus ist sekundĂ€r. Sie leitet sich natĂŒrlich und logisch aus unserer Gegnerschaft zur Gleichheitslehre ab“ (201). In jeder Hinsicht sehe ich dies anders und formuliere: „Wir sollten nicht primĂ€r Antifaschist*innen sein. Unsere Gegnerschaft zum Faschismus ist ein wesentlicher Baustein unserer Praxis, nicht jedoch unserer IdentitĂ€t. Sie leitet sich folgerichtig, nach unserer Entscheidung zu Überwindung jeglicher Hierarchie ab“:

Um auf den Kontext von 1985 zurĂŒck zu kommen, geht es de Benoist jedoch vor allem darum, nicht die liberale, westliche Demokratie zu unterstĂŒtzen, um den „Kommunismus“ im Osten zurĂŒck zu drĂ€ngen, sondern einen dritten, faschistischen Weg einzuschlagen, mit welchem Liberalismus, Kommunismus und Christentum zugleich zurĂŒckgedrĂ€ngt werden könnten. Hierbei wĂŒrde ich auch nicht wĂ€hlen wollen, sondern alle drei zurĂŒckschlagen: Staatssozialismus, Kapitalismus und Faschismus. De Benoists GedankengĂ€nge kann ich also durchaus nachvollziehen, komme jedoch zu diametral entgegen gesetzten SchlĂŒssen.

Wirklich arm, sinn- und geschichtsvergessen ist, wer ein Volk braucht, um etwas zu sein. Letztendlich kann ich von den LektĂŒre von Alain de Benoists Buch Kulturrevolution von rechts zumindest sagen, nicht dĂŒmmer geworden zu sein. UnverstĂ€ndlich bleibt fĂŒr mich dennoch, wie Gruppierungen wie die IdentitĂ€re Bewegung derartiges Selbstbewusstsein aus so mittelmĂ€ĂŸigen intellektuellen Schriften ziehen kann
 Immerhin ist es beruhigend zu wissen, dass ich absolut nicht zur Zielgruppe derjenigen gehöre, die sich davon angesprochen fĂŒhlen.




Quelle: Paradox-a.de