Juli 10, 2021
Von Freie ArbeiterInnen Union (FAU)
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Demonstration angesagt

«Reinigungskollektiv» hat mit Biogen einen prominenten Schauplatz fĂŒr seinen Arbeitskampf gewĂ€hlt

Die VorwĂŒrfe gegen die bei Biogen in Luterbach im Einsatz stehende ZĂŒrcher Firma Enzler Reinigungen AG ziehen weitere Kreise: FĂŒr diesen Samstagnachmittag haben die im «Reinigungskollektiv» zusammen­geschlossenen alternativen ­Gewerkschaften zu einer Demonstration in Solothurn aufgerufen.

Biogen Luterbach: Prominenter Arbeitskampf-Schauplatz des «Reinigungskollektivs».

Biogen Luterbach: Prominenter Arbeitskampf-Schauplatz des «Reinigungskollektivs».

Urs Byland

Bei der Demonstration solle fĂŒr die Rechte der bei Enzler Reinigungen AG am Standort Biogen/Luterbach beschĂ€ftigten Reiniger und Reinigerinnen, aber auch gegen das «Union Busting» – also die systematische BekĂ€mpfung und UnterdrĂŒckung von Arbeitnehmervertretungen – protestiert werden, heisst es in einer Medienmitteilung der Organisationen «Freie Arbeiter*innen Union Schweiz» (FAU) und «Industrial Workers of the World» (IWW JAM).

Demonstration mit Umzug in der Vorstadt

Die Demo soll um 15 Uhr auf dem Dornacherplatz beginnen (mit Reden vor Ort) und anschliessend in einem Umzug zum Kreuzackerplatz fĂŒhren. Eine Bewilligung liege vor, erklĂ€rt Kollektiv-Sprecher Ursin Della Morte auf Anfrage. Eine beantragte lĂ€ngere Route, mit Start auf dem Amthausplatz, sei von den Solothurner Behörden nicht zugelassen worden.

In ihrer Mitteilung wiederholen die alternativen Gewerkschaften ihre VorwĂŒrfe gegen die Firma Enzler Reinigungen AG bezĂŒglich angeblich schlechter Anstellungsbedingungen und mangelhafter Sicherheitsvorkehren (wir berichteten). Beim kantonalen Arbeitsinspektorat ist Ende Juni eine entsprechende Beschwerde gegen Enzler eingereicht worden. Mit VorwĂŒrfen, die vom schweizweit tĂ€tigen Unternehmen stets als nicht stichhaltig zurĂŒckgewiesen werden.

Gleichzeitig bemĂŒht sich das «Reinigungskollektiv» darum, in diesem «Arbeitskampf» (Zitat) als Personalvertreter eine tragende Rolle ĂŒbernehmen zu können:

«Die kÀmpfenden Arbeiterinnen und Arbeiter bei Enzler gaben unseren Organisationen das Mandat, uns in einem ersten Schritt mit der Direktion von Biogen zu treffen und mit ihr zu verhandeln»,

heisst es. Dies in der Absicht, dass das Reinigungspersonal kĂŒnftig direkt bei Biogen und nicht mehr bei Enzler angestellt sein soll.

Konkurrenz unter den Gewerkschaften

FĂŒr die Enzler AG sind in Luterbach nach eigenen Angaben gegen 100 Personen beschĂ€ftigt. Die Frage, wie viele von diesen das «Reinigungskollektiv» fĂŒr die Vertretung ihrer Interessen mandatiert haben, konnte Kollektiv-Sprecher Ursin Della Morte nicht mit konkreten Angaben beantworten.

Auch die Gewerkschaft Unia ist als angestammter Enzler-Sozialpartner auf den Plan getreten. Man habe diese Woche mit dem Reinigungspersonal vor Ort eine Versammlung zur Statusbestimmung abgehalten, ist von Ivano Marraffino, Leiter der Unia-Sektion Solothurn, zu erfahren. Die Unia sei «von fast allen der rund 75 anwesenden Personen» fĂŒr die Interessenvertretung mandatiert worden. Laut Marraffino wird nĂ€chste Woche eine zweite Versammlung stattfinden. «Kein Kommentar», lautet die Antwort des GewerkschaftssekretĂ€rs auf die Frage, was er zum Auftreten und den Forderungen des «Reinigungskollektivs» sage. Einig sei man sich aber in der Forderung, «dass der Gesamtarbeitsvertrag eingehalten werden muss».

Das Solothurner Arbeitsin­spektorat bestĂ€tigt den Eingang der Eingabe des «Reinigungskollektivs» in Sachen Enzler AG. Man werde die VorwĂŒrfe gemĂ€ss Arbeitsgesetz prĂŒfen «und, falls sie begrĂŒndet sind, Massnahmen ergreifen», heisst es von Daniel Morel, Leiter Arbeitsbedingungen. Das Arbeitsinspektorat habe dabei die Einhaltung der Arbeits- und Ruhezeiten zu kontrollieren, die vom Inspektorat eingeschaltete Suva jene im Arbeitssicherheits- und Gesundheitsbereich.




Quelle: Fau.org