August 4, 2021
Von Anarchosyndikalismus
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Die „Vereinigung verschiedener Berufe“ der Basisgewerkschaft CNT-IAA in Albacete veranstaltet eine landesweite Aktionswoche gegen „Burger King“ vom 02.-08. August 2021. Anlass ist die systematische Verletzung von Rechten der Belegschaft durch das Fast-Food-Unternehmen.

Dessen GeschĂ€ftspraxis in der Provinzhauptstadt Albacete (Kastilien-La Mancha) ist anscheinend, Arbeitsvorschriften nicht einzuhalten und Grundrechte zu verletzen. Unter anderem werden der Firma Unterschlagung von Sozialabgaben und VerstĂ¶ĂŸe wegen Pausen- und Ruhezeiten vorgeworfen.

Dies fĂŒhrte seitens der BeschĂ€ftigten bereits zu mehreren Beschwerden bei der Arbeits- und Sozialaufsicht, welche daraufhin gegen das Unternehmen verschiedene Geldstrafen verhĂ€ngte. Aus vorliegenden Unterlagen geht wohl hervor, dass die Aufsichtsbehörde das Unternehmen allein am Standort Albacete zur Zahlung von 14.000 Euro Strafe verurteilt hat. Grund waren Verstösse im Zusammenhang mit UnregelmĂ€ssigkeiten bei der Arbeitszeiterfassung der Belegschaft, sowie wegen Verletzung der Informationsrechte von Arbeiter*innen und der Rechte auf deren PrivatsphĂ€re und eigenes Bild.

ZusĂ€tzlich zu diesen Problemen, die ebenfalls von der CNT-IAA angeprangert wurden, beklagt diese nun, dass „Burger King“ im Jahr 2020 der Prlicht zur Lohnerhöhung nicht nachgekommen ist. Diese wĂŒrden dem branchenĂŒbergreifenden Mindestlohn entsprechen, weshalb die Firma allen BeschĂ€ftigten noch diese FehlbetrĂ€ge schuldet. Das ist einer der GrĂŒnde, warum einer der Genoss*innen nun eine KĂŒndigungsklage samt Geldforderung gegen das Unternehmen eingereicht hat.

Eine weiterer Skandal, den die CNT-IAA anprangert, sind die rechtsmissbrĂ€uchlichen VertragsabschlĂŒsse in einigen Filialen der Restaurantkette. Dabei geht es um die Befristung von ArbeitsvertrĂ€gen mit dem Ziel, unbefristete ArbeitsverhĂ€ltnisse oder VollzeitvertrĂ€ge zu verhindern. Denn hierbei handelt es sich um TĂ€tigkeiten, bei denen eigentlich unbefristete und ununterbrochene ArbeitsvertrĂ€ge abgeschlossen werden sollten. Gleichzeitig benutzt die Firma auch TeilzeitvertrĂ€ge, um gesetzliche Vorgaben zu umgehen.

Nach Angaben der CNT-IAA sind diese VorgĂ€nge der Unternehmensleitung bekannt, die von der Hauptstadt Madrid aus den Auftrag an die Fillialen erteilt hat, alle diese UnregelmĂ€ĂŸigkeiten mittels gefĂ€lschter Lohn– und Gehaltsabrechnungen zu vertuschen. Dabei verberge das Unternehmen die Überstunden oder illegale Mehrarbeit hinter dem Konzept der „ProduktivitĂ€tssteigerung“, um den eigentlichen Abrechnungsbetrug zu verschleiern.

Konkret wird der Prozess des spanischen Genossen im September nÀchsten Jahres stattfinden und es soll jetzt vor allem um den rechtswidrigen Vertragsabschluss gehen. Und um missbrÀuchliche ZeitvertrÀge, wie sie in der Mehrheit der Firmenniederlassungen abgeschlossen werden, sowie um seine Entlassung inklusive der ausstehenden Löhne.

Um diesen Arbeitskonflikt beizulegen, hatten sich die RechtsanwĂ€lt*innen von „Burger King“ dann an die Gewerkschaft gewendet und vorgeschlagen, daß alle ausstehenden BetrĂ€ge (Gehaltsdifferenzen, Nichtzahlung von MehrbetrĂ€gen) anerkannt und die EntschĂ€digungszahlung erhöht werden. Dadurch wĂ€re jedoch die Beendigung des Arbeitsvertrags teilweise als eine ungerechtfertigte Entlassung bestĂ€tigt und nicht als „vorĂŒbergehende Beendigung des ArbeitsverhĂ€ltnisses“ anerkannt worden. Doch die CNT-IAA will nun vor Gericht beweisen, dass die Einstellungspolitik von „Burger King“ darin besteht, in betrĂŒgerischer Absicht dem Personal nachteilige VertragsabschlĂŒsse aufzudrĂ€ngen.

Daher rufen die Anarchosyndikalist*innen jetzt alle Arbeiter*innen von „Burger King“ dazu auf, sich zu organisieren und ihre Rechte gegenĂŒber dem Unternehmen zu verteidigen: Durch Betreibsversammlungen, gegenseitige Hilfe und direkte Aktionen! Und nicht auf Gewerkschaftswahlen, BetriebsrĂ€te oder freigestellte FunktionĂ€r*innen zu vertrauen, die staatliche Fördergelder fĂŒr ihre Stellvertreterpolitik kassieren.




Quelle: Anarchosyndikalismus.blackblogs.org