Juli 16, 2021
Von FAU Flensburg
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In Island gab es einen großangelegten wissenschaftlichen Versuch, die regulĂ€re Arbeitszeit bei vollem Lohnausgleich zu reduzieren, um die LebensqualitĂ€t zu steigern. Nun kĂŒndigte auch Irland an nachziehen zu wollen, ebenso wie Spanien. Was bringt eine sogenannte „Vier-Tage-Woche“, warum sie gut ist und warum wir auch in Deutschland sofort Modellprojekte brauchen.

Den Stein ins Rollen brachten islĂ€ndische Gewerkschaften und soziale Bewegungen, die seit lĂ€ngerem Druck fĂŒr eine Arbeitszeitreduzierung machten  Zwischen 2015 und 2019 gab es in Island, durch die Stadt Reykjavik und die Landesregierung, zwei Modellversuche, um die Arbeitszeit bei vollem Lohnausgleich zu senken. Im Schnitt reduzierte sich die Arbeitszeit der  Teilnehmenden von 40 auf 35,5 Stunden. Eine „Vier-Tage-Woche“ ist dies zwar noch nicht, aber es sollte ein Anfang sein. Dabei nahmen am Versuch Angestellte, Arbeiter und Arbeiterinnen aus unterschiedlichen Branchen teil: Schule, öffentliche Verwaltung, Privatsektor, Kindergarten, produzierendes Gewerbe, der Pflege und sogar aus Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem BĂŒrgermeisterbĂŒro.

Ziel des großangelegten Modellversuchs war es herauszufinden, ob die ProduktivitĂ€t bei sinkender Arbeitszeit gleich bleiben wĂŒrde oder steigt und, ob weniger Arbeitszeit fĂŒr Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu einer besseren „Work-Life-Balance“ und Stressabbau fĂŒhren wĂŒrden. In dem oben beschriebenen Modellversuch nahmen 1,3% der BeschĂ€ftigten Islands teil., insgesamt mehr als 2.300 Menschen. Das Ergebnis erstaunt wenig:

Die FĂ€lle von Burnout sanken, die ProduktivitĂ€t pro Stunde stieg bzw. die EffektivitĂ€t der Arbeit in der Arbeitszeit stieg. Die Meisten Teilnehmenden berichteten von einem besseren Work-Life-Balance. MĂ€nner in Heterosexuellen Beziehungen machten mehr Hausarbeit, die Menschen hatten mehr Zeit fĂŒr Familie, Hobbys und Sport.

Bereits kurz nach Ende des Modellprojekts fokussierten die Gewerkschaften Islands ihre Forderungen auf ArbeitszeitzeitverkĂŒrzung und erreichte so NormalarbeitsverhĂ€ltnisse in verschiedenen Branchen mit einer Arbeitszeit zwischen 32 und 35 Stunden; also eine echte „Vier-Tage-Woche.“

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Quelle: Fau-fl.org