Januar 18, 2023
Von Paradox-A
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Lesedauer: 5 Minuten

Leider hab ich einen ziemlich beschrĂ€nkten Horizont und schaue vor allem auf meine Umgebgung und den deutschsprachigen Raum, wenn es um Anarchismus geht. Das ist zunĂ€chst dem geschuldet, dass ich nicht so mutig war, viel in anderen Gegenden herumzureisen. DarĂŒber hinaus finde ich es aber auch ganz okay, weil die soziale Revolution eben nicht in Vergangenheiten oder ZukĂŒnften stattfinden wird, ebenso wenig wie in anderen Gegenden der Welt, sondern hier uns jetzt.

Damit möchte ich nicht sagen, dass der Blick ĂŒber den Tellerrand enorm wichtig ist. Und abseits der Mainstream-Berichterstattung sind Berichte oder sogar direkte Begegnungen mit Genoss*innen aus anderen LĂ€ndern enorm wichtig – gerade um zu erfahren, dass anarchistisches Denken und FĂŒhlen tatsĂ€chlich weltweit verbreitet ist. Dabei mĂŒssen es nicht immer Griechenland, Rojava, Chiapas oder die USA sein, in denen Anarchist*innen wichtige KĂ€mpfe fĂŒhren. Auch in Polen oder Frankreich geschehen Dinge – von denen ich leider kaum einen Schimmer habe.

Das folgende CommuniquĂ© der FĂ©dĂ©ration anarchiste soll als Beispiel dienen, wie eine synthetische Föderation funktionieren kann. SelbstverstĂ€ndlich verĂ€ndern Statements nicht die Welt. Zugleich kommunizieren sie zumindest ĂŒberhaupt – und machen damit deutlich, dass Anarchist*innen etwas zu sagen haben. Ein Blick auf die Karte zeigt, dass die französische Föderation ausbaufĂ€hig, aber deutlich stabiler zu sein scheint, als ihr deutschsprachiges Pendent. Nun aber zum Inhaltlichen:

Stoppt die Staatsverbrechen im Iran!

12-01-2023

Das Regime der Islamischen Republik hat sich wie ĂŒblich dafĂŒr entschieden, die beispiellose Bewegung „Frau – Leben – Freiheit“, die nach der Ermordung von #Mahsa_Amini am 16. September im Iran begann, blutig niederzuschlagen.

Die SchĂ€tzung einer Menschenrechtsorganisation geht von 520 Toten bei den Straßenprotesten aus, darunter 70 Personen unter 18 Jahren, vorlĂ€ufige Zahlen vom 12. Januar.

Die verschiedenen RepressionskrĂ€fte nahmen ĂŒber 19.000 Protestierende entweder auf der Straße oder in ihren HĂ€usern fest. Mehrere politische Gefangene kamen unter grausamen Folterungen ums Leben. Auch die Justiz hatte alle HĂ€nde voll zu tun und fĂŒhrte völlig unfaire und summarische Prozesse durch. Es gab bereits vier Hinrichtungen durch den Strang: #Mohsen_Shekari, 23, am 8. Dezember, #Majidreza_Rahnavard, 23, am 12. Dezember, #Mohammad_Mehdi Karami, 22, und #Mohammad_Hosseini, 22, am 7. Januar.
Im Morgengrauen des 9. Januar waren zwei weitere Hinrichtungen gegen #Mohammad_Boroughani und #Mohammad_Ghobadloo geplant. Nach einem Aufruf von Ghobadloos Mutter fand jedoch eine nÀchtliche Versammlung vor dem GefÀngnis statt. Die Justiz gab bekannt, dass die Hinrichtung von Boroughani nicht auf der Tagesordnung stehe, das Regime jedoch Ghobadlou jederzeit hinrichten könne.
Die Liste der politischen Gefangenen, die in der aktuellen Bewegung im Iran verhaftet und zum Tode verurteilt wurden, umfasste am 10. Januar 22 Namen.

Abgeordnete des EuropĂ€ischen Parlaments haben Patenschaften fĂŒr politische Gefangene im Iran ĂŒbernommen. ClĂ©mentine Autin von der NUPES war die Patin von Mehdi Karami. Diese symbolischen Gesten haben keinen Einfluss auf das blutige Regime der Ayatollahs und stoppen das Töten nicht.
Es bedarf offensiverer Aktionen, z. B. Demonstrationen vor den diplomatischen Vertretungen des islamischen Regimes auf der ganzen Welt oder die Forderung, diese durch Ausweisung der Diplomaten zu schließen.

Amnesty International behauptet, dass das Ayatollah-Regime im Jahr 2022 durchschnittlich einen Gefangenen pro Tag hingerichtet hat. Dabei handelte es sich vor allem um die Hinrichtung von gewöhnlichen Gefangenen, was ebenso inakzeptabel ist wie die Hinrichtung von politischen Gefangenen, zumal diese Hinrichtungen ĂŒberwiegend in den Ă€rmsten Regionen vollstreckt wurden.
So betreffen 26 % der Hinrichtungen im Jahr 2022 Sistan-Balutschistan, wÀhrend die Belutschen nur 5 % der Bevölkerung im Iran ausmachen.

Die Anarchistische Föderation verurteilt die UnterdrĂŒckung der revolutionĂ€ren Bewegung im Iran.
Sie fordert die sofortige Aufhebung aller verhĂ€ngten Todesurteile, sowohl gegen politische Gefangene als auch gegen Gefangene des bĂŒrgerlichen Rechts.
Die Todesstrafe ist ein Staatsverbrechen.

Die Anarchistische Föderation erklĂ€rt ihre unerschĂŒtterliche internationalistische SolidaritĂ€t mit den Frauen und MĂ€nnern im Iran, die fĂŒr Freiheit und Gleichheit kĂ€mpfen.
Sie gedenkt aller Frauen und MĂ€nner, die fĂŒr ihre Emanzipation auf den Straßen und in den Erschießungskommandos des Iran gefallen sind.

Stoppt das Töten im Iran!
Freiheit fĂŒr alle politischen Gefangenen

Anarchistische Föderation

Stop state crimes in Iran
12-01-2023

Original von: https://federation-anarchiste.org/?g=Lien_Permanent&b=1_223

Stop aux crimes d’État en Iran

12-01-2023

Le rĂ©gime de la RĂ©publique islamique a choisi comme Ă  l’accoutumĂ©e de rĂ©primer dans le sang le mouvement sans prĂ©cĂ©dent de « Femme – Vie – LibertĂ© Â» qui a dĂ©butĂ© aprĂšs l’assassinat de Mahsa Amini en Iran le 16 septembre.

L’estimation d’une organisation de dĂ©fense des droits de l’homme est de 520 morts dans les protestations de rue dont 70 personnes de moins de 18 ans, chiffres provisoires du 12 janvier.

Les diffĂ©rentes forces de rĂ©pression ont arrĂȘtĂ© plus de 19 000 protestataires, soit dans la rue soit chez elles et eux. Plusieurs prisonniers politiques ont perdu la vie sous d’atroces tortures. Le pouvoir judiciaire n’a pas chĂŽmĂ© non plus et a organisĂ© des procĂšs complĂštement inĂ©quitables et sommaires. Il y a eu dĂ©jĂ  quatre exĂ©cutions par pendaison : Mohsen Shekari, 23 ans le 8 dĂ©cembre, Majidreza Rahnavard, 23 ans le 12 dĂ©cembre, Mohammad Mehdi Karami 22 ans et Mohammad Hosseini 22 ans le 7 janvier.
À l’aube du 9 janvier deux autres exĂ©cutions Ă©taient programmĂ©es contre Mohammad Boroughani et Mohammad Ghobadlou. Mais, suite Ă  l’appel de la mĂšre de Ghobadlou, un rassemblement de nuit s’est tenu devant la prison. Le pouvoir judiciaire a annoncĂ© que l’exĂ©cution de Boroughani n’était pas Ă  l’ordre du jour, mais que le rĂ©gime peut exĂ©cuter Ă  tout moment Ghobadlou.
La liste de prisonniers politiques arrĂȘtĂ©s dans le mouvement actuel en Iran et condamnĂ©s Ă  la mort comptait 22 noms au 10 janvier.

Des dĂ©putĂ©.es europĂ©en.nes ont marrainĂ© ou parrainĂ© des prisonniers politiques en Iran. ClĂ©mentine Autin de la NUPES Ă©tait la marraine de Mehdi Karami. Ces gestes symboliques n’ont pas d’influence sur le rĂ©gime sanguinaire des ayatollahs et n’arrĂȘtent pas la tuerie.
Il faut des actions plus offensives, par exemple des manifestations devant les reprĂ©sentations diplomatiques du rĂ©gime islamique partout dans le monde ou l’exigence de leur fermeture en expulsant les diplomates.

Amnesty International affirme que le rĂ©gime des ayatollahs a exĂ©cutĂ© en moyenne un prisonnier par jour en 2022. Il s’agit surtout d’exĂ©cution de prisonniers de droit commun, ce qui est tout autant inacceptable que celle de prisonniers politiques, d’autant plus que ces exĂ©cutions ont Ă©tĂ© appliquĂ©es en majoritĂ© dans les rĂ©gions les plus pauvres.
Ainsi 26 % des exĂ©cutions en 2022 concernent le Sistan-Baloutchistan alors que les Baloutches ne constituent que 5 % de la population en Iran.

La Fédération anarchiste condamne la répression du mouvement révolutionnaire en Iran.
Elle exige l’annulation immĂ©diate de toutes les peines de mort prononcĂ©es, aussi bien contre les prisonniers politiques que les prisonniers de droit commun.
La peine de mort est un crime d’État.
 

La FĂ©dĂ©ration anarchiste dĂ©clare sa solidaritĂ© internationaliste indĂ©fectible aux femmes et hommes d’Iran qui luttent pour la libertĂ© et l’égalitĂ©.
Elle salue la mĂ©moire de toutes les femmes et tous les hommes qui sont tombĂ©.es pour leur Ă©mancipation, dans les rues et sur les pelotons d’exĂ©cution en Iran.

ArrĂȘt du massacre en Iran
Liberté pour toutes et tous les prisonniers politiques

Fédération anarchiste




Quelle: Paradox-a.de