Oktober 11, 2021
Von InfoRiot
342 ansichten


Fußball

Staatsschutz ermittelt nach Kreispokalspiel zwischen Zepernick und Joachimsthal

11.10.21 | 18:26 Uhr

Rassistische Entgleisungen beim Kreispokalspiel von Zepernick gegen Joachimsthal haben ein Nachspiel. Beleidigungen sollen gegen Spieler ausgesprochen worden sein, ein Auto wurde attackiert. Was genau passiert ist und inwiefern es jetzt Konsequenzen gibt.

Fußball sollte eigentlich die schönste Nebensache der Welt sein. Aber der 6:5-Sieg Zepernicks ĂŒber den FSV Schorfheide am Freitagabend in Joachimsthal (Barnim) ging. Zu laut waren die rassistischen Sprechchöre zuvor ĂŒber den Platz gehallt, erzĂ€hlt Zepernicks Trainer Lucio Geral. “Da ist von Zuschauern gegen unseren Spieler Thiemo-Jerome Kialka gerufen worden: Afrikaner raus! Das war so laut zuhören, dass das alle Spieler auf dem Feld gehört haben. Da wussten wir nicht mit umzugehen”, betonte Zepernicks Trainer.

Auto von Zepernicker Trainer zerkratzt

Es ist nicht der einzige Vorfall dieser Art in Joachimsthal: Vor zwei Wochen bei der gleichen Begegnung in der Landesklasse, als sich Zepernick gegen Joachimsthal mit 3:1 durchsetzte, fand Lucio Geral sein Auto nach der Partie mit einem aufgekratzten Davidstern vor. Am Freitag dann hÀtten Zuschauer ihm zugerufen: Wo steht dein Auto diesmal?

Beim Joachimsthaler Verein sieht Geral aber keine Schuld. Die Spieler hĂ€tten sich noch auf dem Spielfeld von den Äußerungen distanziert. Deutlich hĂ€rtere Töne schlĂ€gt dagegen Zepernicks Team-Manager Dirk Opitz an. Der FSV Joachimsthal habe zu spĂ€t eingegriffen. “Der Verein ist in der Pflicht, dass so ein Spiel reibungslos ĂŒber die BĂŒhne geht. Es geht eben los, dass die Ordner von Anfang an dort stehen, wo so etwas vorkommen könnte. Daher fordere ich ganz klar eine Platzsperre”, so Opitz.

Sportgericht und Staatsschutz ermitteln

Es seien die ersten VorfĂ€lle dieser Art, erklĂ€rte der Vorsitzende des FSV Joachimsthal, Daniel Schneider. Ein Interview wollte er dem rbb aus ZeitgrĂŒnden aber nicht geben, betonte aber, dass die Freitagsspiele in Joachimsthal neu seien. Diese hĂ€tten viele unbekannte Gesichter mit unbekannten Absichten angelockt, sagte Schneider.

Laut Landessportbund wurden in der letzten Fußballsaison 28 Ă€hnliche VorfĂ€lle mit rassistischen Beleidigungen und Auseinandersetzungen an den SpielfeldrĂ€ndern der PlĂ€tze registriert – bei insgesamt ĂŒber 10.000 Spielen.

Der rassistische Vorfall in Joachimsthal vom Freitag soll nun das Kreis-Sportgericht beschÀftigen. UnabhÀngig davon ermittelt inzwischen auch der Staatsschutz der Polizei.

Sendung: Antenne Brandenburg, 11.10.2021, 16:40 Uhr




Quelle: Inforiot.de