Mai 1, 2022
Von InfoRiot
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Potsdam – FĂŒr das ĂŒberarbeitete Energiekonzept zum geplanten neuen Viertel in Krampnitz haben Rathaus und Stadtwerke neue Details genannt. Auf PNN-Anfrage sagte Stadtsprecherin Christine Homann, man prĂŒfe die Nutzung zusĂ€tzlicher erneuerbarer Energiequellen und beziehe „verstĂ€rkt die Erzeugungsmöglichkeiten auf GebĂ€udedĂ€chern in die Energiegewinnung ein“. Zur Sicherung eines attraktiven WĂ€rmepreises seien auch sogenannte Blockheizkraftwerke Gegenstand der Untersuchung. „Diese werden mit bilanziellem Biogas betrieben werden, das im deutschen Netz eingekauft wird.“ Auch WĂ€rmespeicher oder Reservesysteme wie spezielle Heizkessel seien Gegenstand der Betrachtung.

Wie berichtet musste das eigentlich vorgesehene Energiekonzept fĂŒr den neuen Stadtteil auf einem ehemaligen KasernengelĂ€nde runderneuert werden – einmal wegen sich verĂ€ndernder Fördergeldbedingungen, aber auch wegen des verlangsamten Besiedlungstempos fĂŒr das Viertel durch die Unsicherheiten bei der Straßenbahnanbindung.

Fachworkshops fĂŒr BĂŒrgerinnen und BĂŒrger

Sprecherin Homann sagte, an der Weiterentwicklung des Konzepts wĂŒrde mit UnterstĂŒtzung externer Expertise gearbeitet. Es werde dabei auch eine Beteiligungsmöglichkeit fĂŒr interessierte BĂŒrger:innen sowie Organisationen im Rahmen von Fachworkshops geben, die im Laufe dieses Jahres durchgefĂŒhrt werden sollen. Erste Teilprojekte – wie das geplante sogenannte Niedertemperaturnetz fĂŒr eine möglichst effiziente WĂ€rmeversorgung – seien bereits im Bau.

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Man rechne damit, dass trotz eines Widerspruchs des Bunds fĂŒr Umwelt und Naturschutz Deutschlands (BUND) Mitte des Jahres eine Genehmigung fĂŒr die Krampnitzer Energiezentrale erteilt werde, so Homann. Einen Plan B gibt es aber: „Um die Energieversorgung des neuen Stadtteils in jedem Fall und rechtzeitig zu gewĂ€hrleisten, sind Alternativen fĂŒr die Energiezentrale vorsorglich in der PrĂŒfung.“ Wegen der fehlenden Genehmigung hatten die Stadtwerke wie berichtet nötige Fördermittel ĂŒber 1,5 Millionen Euro noch nicht abrufen können.

Krampnitz soll zum Vorzeigestandort werden

Sprecherin Homann sagte, Ziel bleibe es, „Krampnitz auch in Sachen grĂŒner Energie zu einem lebenswerten und beispielgebenden Vorzeigestandort zu entwickeln“. Auch sollen die Verbrennungsanlagen in Krampnitz „durch die verstĂ€rkte Nutzung von UmweltwĂ€rme“ deutlich kleiner dimensioniert werden.

Solche Aussagen reichen in der Stadtpolitik nicht jedem. GrĂŒne und SPD haben nun beantragt, dass von den Stadtverordneten ausgegebene Ziel der KlimaneutralitĂ€t von Krampnitz mĂŒsse auch mit dem neuen Konzept umgesetzt werden. Daher mĂŒsse dieses dem Klimarat der Stadt zu Begutachtung vorgelegt werden. Der Antrag wird am Mittwoch in der Stadtverordnetenversammlung erstmals behandelt und vermutlich in die FachausschĂŒsse ĂŒberwiesen. 




Quelle: Inforiot.de