Oktober 26, 2021
Von Indymedia
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Wir haben großen Respekt vor der mutigen Entscheidung, die VorwĂŒrfe öffentlich zu machen und wĂŒnschen den Personen, die hinter dem Outcall stehen, insbesondere der durch Johannes Domhöver betroffenen Person, viel Kraft.

Kurz zum Kontext von Johannes Domhöver und unserem BĂŒndnis: Wir sehen uns als eine unabhĂ€ngige UnterstĂŒtzungsstruktur fĂŒr die von Repression Betroffenen im Antifa-Ost-Verfahren. Neben den vier Angeklagten im laufendem Gerichtsprozess, gibt es weitere Beschuldigte, die der vermeintlichen kriminellen Vereinigung zugeordnet werden. Johannes Domhöver ist einer davon.

Sexualisierte, physische und psychische Gewalt gegen FLINTA*s sind weiterhin und ĂŒber diesen Fall hinaus ein strukturelles Problem in unserer Gesellschaft. FĂŒr linke und antifaschistische Kreise und Personen, welche in eben dieser Gesellschaft sozialisiert wurden, sollte es daraus folgend selbstverstĂ€ndlich sein, gegen die eigenen sexistischen und misogynen Verhaltensweisen aktiv zu arbeiten. Immer wieder wird jedoch leider angenommen, dass so gemeinte “linke Personen” davor gefeit seien, gewaltvolles Verhalten in Beziehungen und darĂŒber hinaus zu reproduzieren. Dies ist eine fatale Leugnung patriarchaler Machtstrukturen und daraus resultierender Betroffenheiten.

FĂŒr uns als SolibĂŒndnis, und insbesondere fĂŒr die Cis-MĂ€nner unter uns, zeigt sich ein weiteres Mal die Notwendigkeit, sich kritisch mit MĂ€nnlichkeit, Patriarchat und sexistisch-gewaltvollem Verhalten, auch im eigenen Umfeld, auseinanderzusetzen. Feminismus und Antisexismus sind, genauso wie Antifaschismus, wesentliche Bestandteile emanzipatorischen Handelns und eine Notwendigkeit im Kampf fĂŒr eine bessere Gesellschaft.

Wir unterstĂŒtzen die Forderungen der Betroffenen in jeder Hinsicht.

Wir nehmen die VorwĂŒrfe sehr ernst und werden uns mit diesen, sowie unserer eigenen Verantwortung als SolidaritĂ€tsbĂŒndnis, auseinandersetzen. Wir werden diese Auseinandersetzung der Betroffenen und ihrem UnterstĂŒtzungskreis transparent machen und versuchen, auch auf unserem Blog unsere Diskussionen und mögliche weitere Konsequenzen offenzulegen.Unsere Struktur ist nicht dafĂŒr gedacht, TĂ€ter zu schĂŒtzen oder zu unterstĂŒtzen.

Wir werden Johannes Domhöver in Anbetracht der VorwĂŒrfe weder finanziell noch anderweitig unterstĂŒtzen: Wir finden heraus, ob er schon Gelder von unseren Strukturen erhalten hat. Falls dies so ist, fordern wir sie hiermit öffentlich zurĂŒck!

Teilt den Outcall und helft somit, weitere potenziell betroffene Personen vor ihm zu schĂŒtzen. Wenn ihr mitbekommt, wo sich Johannes Domhöver aufhĂ€lt, kontaktiert bitte diese Mail: unterstuetzungsgruppe1000@riseup.net.

Hier findet ihr den Outcall: *Triggerwarnung: Schilderungen von sexualisierter, psychischer und physischer Gewalt* https://de.indymedia.org/node/156448




Quelle: De.indymedia.org