Mai 9, 2021
Von Utopie Und Praxis Leipzig
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Wir unterzeichnen und bewerben die Kampagne, weil wir trotz einiger Kritikpunkte am „Leipziger Aufruf 2021“ unsere SolidaritĂ€t mit den von Repression betroffenen Antifaschist*innen zum Ausdruck bringen möchten. Wir teilen die Kritik an der haarstrĂ€ubenden UnverhĂ€ltnismĂ€ĂŸigkeit, mit der Linke strafrechtlich verfolgt werden, wĂ€hrend eine mit rechten Akteuren mehr als nur verstrickte Polizei und die Justiz bei der Verfolgung von Rechten eine, wie es im Aufruf heißt, geradezu verstörende NachlĂ€ssigkeit zeigen. Nicht ĂŒberraschen dĂŒrfte, dass es uns großes Unbehagen bereitet, mit Parteien wie der DKP auf einer Unterzeichner*innenliste zu stehen. Diskutabel am Aufruf finden wir außerdem, dass mit Parolen wie „Wir sind alle Antifa“ im Zusammenspiel mit der (natĂŒrlich unterstĂŒtzenswerten) Forderung nach staatlicher Förderung von zivilgesellschaftlichem Antifaschismus unterschlagen wird, dass antifaschistische Arbeit und Antifa-Gruppen sich (zum GlĂŒck) vielerorts in ihrer Kritik und ihren AktivitĂ€ten sehr von bĂŒrgerlichen BĂŒndnissen gegen Rechts unterscheiden. Sie tun eben mehr als „nur“ gegen Rechts zu kĂ€mpfen. Solche Formulierungen können zu einer gewissen Entpolitisierung und VerwĂ€sserung der PluralitĂ€t und vor allem der SchĂ€rfe von linker Politik fĂŒhren, die wir aber als Ă€ußerst wichtig und verteidigenswert empfinden. Daher wollen wir uns in nĂ€chster Zeit als Gruppe mit dieser Frage etwas intensiver auseinandersetzen. Außerdem möchten wir kritisieren, dass der Aufruf mit dem Zitat des Schwurs von Buchenwald endet. Ohne die Notwendigkeit, rechten Akteuren mit allen notwendigen Mitteln das Handwerk zu legen und die wachsende Bedrohung durch faschistische KrĂ€fte in irgendeiner Form kleinreden zu wollen, finden wir, dass die Verwendung des Zitats hier sehr instrumentell wirkt.




Quelle: Utopieundpraxis.noblogs.org