MĂ€rz 12, 2021
Von Chronik
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Wuppertal, 9. MĂ€rz 2021

In der Nacht von Montag auf Dienstag (8./9. MĂ€rz 2021) sind in Vohwinkel das SPD-OrtsvereinsbĂŒro, eine Kirche und mehrere HĂ€user und GeschĂ€fte beschĂ€digt worden. Durch das Schaufenster des SPD-BĂŒrgerbĂŒros flog ein massiver Steinbrocken. Die anderen GebĂ€ude wurden teilweise großflĂ€chig mit Lackfarbe beschmiert.

Nach einer Besichtigung vor Ort sagte der SPD-Ortsvereinsvorsitzende Alexander Hobusch: „Gewalt und SachbeschĂ€digungen sind keine legitimen Mittel, um auf eigene Standpunkte aufmerksam zu machen. Wer zu solchen Mitteln greift, disqualifiziert sich selbst!“

Der Wuppertaler SPV-Vorsitzende Servet Köksal machte sich gemeinsam mit Hobusch und dem Vohwinkeler BezirksbĂŒrgermeister Georg Brodmann ein Bild von den VorfĂ€llen. Köksal sprach den Parteifreunden aus dem Wuppertaler Westen die SolidaritĂ€t und UnterstĂŒtzung des SPD-Unterbezirks aus: „Ein Angriff gegen eine demokratische Kraft ist ein Angriff gegen alle demokratischen KrĂ€fte und auf den Kern unserer Demokratie. Kriminelle, die Steinbrocken werfen und SachbeschĂ€digungen verĂŒben und dabei nicht mal vor GlaubensstĂ€tten Respekt haben, zeigen ihre UnfĂ€higkeit und antidemokratische Unwilligkeit, mit Argumenten fĂŒr ihre Sicht einzustehen. Dieser Weg war, ist und bleibt eine Sackgasse! Deshalb lade ich diese Menschen ein auf den Weg des demokratischen Diskurses zurĂŒckzukehren. Hier ist Platz fĂŒr jede und jeden, mit Worten auf der Grundlage unseres Grundgesetzes die argumentative Auseinandersetzung zu suchen.“

Die TĂ€ter könnten sich sicher sein, so Köksal, „dass ihre AnschlĂ€ge sie keinen Schritt weiterbringen. Weder fĂŒrchten wir uns noch lassen wir uns einschĂŒchtern. Seit 157 Jahren. Mit allen, die von den Taten betroffen sind, erklĂ€ren wir uns solidarisch. Wir stehen mit allen Demokratinnen und Demokraten im Schulterschluss gegen jede Art von EinschĂŒchterungsversuchen und Gewalt. FĂŒr eine freie, plurale und tolerante Gesellschaft.“

Quelle: Wuppertaler Rundschau

Die Polizei hat mehr als 30 SachbeschĂ€digungen ĂŒber Nacht registriert. Scheinbar haben die Sprayer Bezug zum Weltfrauentag genommen, denn es wĂŒrden das „patriarchische System“ und die „Ungleichbehandlung der Frau“ kritisiert.

FĂŒr viele Hausbesitzer war es ein böses Erwachen. Zahlreiche GebĂ€ude in Vohwinkel und anderen Stadtteilen wurden in der Nacht zum vergangenen Dienstag von Unbekannten mit Graffiti beschmiert. Betroffen ist auch das Hauptportal der Katholischen Kirche St. MariĂ€ EmpfĂ€ngnis. Außerdem wurde die Scheibe des angrenzenden ParteibĂŒros der SPD durchschlagen. Laut Polizei sind bisher ĂŒber 30 BeschĂ€digungen bekannt. Die ĂŒberwiegend auf PrivathĂ€user gesprĂŒhten Parolen nĂ€hmen dem Anschein nach Bezug zum Weltfrauentag. Es wĂŒrden das „patriarchische System“ und die „Ungleichbehandlung der Frau“ kritisiert. An Hausfassaden und Garagen finden sich auch zum Teil Symbole, die in der linksextremen Szene verwendet werden. Der polizeiliche Staatsschutz hat die Ermittlungen zu den HintergrĂŒnden und den TĂ€tern aufgenommen.

„Ich bin fassungslos“, sagt BezirksbĂŒrgermeister Georg Brodmann (SPD). Er hat sich gerade ein Bild von den SchĂ€den im ParteibĂŒro der Sozialdemokraten an der Gustavstraße gemacht. „Bei uns wurde ein großer Wackerstein durch die Scheibe geworfen“, berichtet er. GlĂŒcklicherweise sei niemand verletzt worden. Ein paar HĂ€user weiter wurden die Scheiben eines GeschĂ€fts großflĂ€chig mit Farbe besprĂŒht. Auch die Kluckstraße und die Rottscheidter Straße sind an vielen Stellen betroffen. „Wer meint, auf diese Weise die sehr berechtigten Anliegen von Frauen vertreten zu wollen, erweist der Sache einen BĂ€rendienst“, betont der BezirksbĂŒrgermeister. Er spricht von einer „sinnlosen Aktion mit hoher krimineller Energie“. Servet Köksal, Vorsitzender der SPD Wuppertal, sprach den Parteifreunden die SolidaritĂ€t und UnterstĂŒtzung des gesamten SPD-Unterbezirks aus und sagte: „Ein Angriff gegen eine demokratische Kraft, ist ein Angriff gegen alle demokratischen KrĂ€fte und auf den Kern unserer Demokratie.“

Kritik kommt auch von der stellvertretenden BezirksbĂŒrgermeisterin Barbara Naguib (GrĂŒne). „So etwas ist absolut kontraproduktiv und sorgt nur fĂŒr Ablehnung bei einem so wichtigen Thema“, findet sie. Die strafrechtlich relevanten SachbeschĂ€digungen seien fĂŒr die Betroffenen mit hohen Kosten verbunden. Das bestĂ€tigt Kaplan Tobias Menke von der Katholischen Pfarreiengemeinschaft Wuppertaler Westen. „Da auch die Holzteile und BeschlĂ€ge unseres Portals besprĂŒht wurden, wird die Beseitigung sehr aufwendig“, erlĂ€utert er. „Das ist ein ganz massiver Sachschaden“, stellt Tobias Menke klar. Er hat bereits Anzeige erstattet.

„Dagegen mĂŒssen wir als Demokraten zusammenstehen“

Deutliches UnverstĂ€ndnis kommt auch von Mechthild Rohde aus der Gemeinde. Sie setzt sich schon seit mehreren Jahren fĂŒr die StĂ€rkung von Frauenrechten in der Katholischen Kirche ein. „Was hier passiert ist, schadet ganz klar unserer Sache“, betont die Mitstreiterin der Aktion Maria 2.0. FĂŒr den betroffenen Anwohner Jan-Phillip KĂŒhme ist besonders das Ausmaß der SchĂ€den Ă€rgerlich. „Nach einer ersten EinschĂ€tzung gehen wir von insgesamt 20 bis 30 beschĂ€digten GebĂ€uden allein hier in Vohwinkel aus“, berichtet er. Geschockt vom Vandalismus und insbesondere den Zerstörungen am SPD-ParteibĂŒro ist Henrik Gurke von der Vohwinkeler CDU Fraktion. „Dagegen mĂŒssen wir als Demokraten zusammenstehen“, betont er.

Quelle: WZ




Quelle: Chronik.blackblogs.org