Mai 18, 2022
Von Chronik
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Kassel, 19. Mai 2022

In der Nacht vom 18. auf den 19. Mai haben wir die GeschĂ€fts- und BĂŒrorĂ€ume des TĂŒrkisch-Islamischen Kulturvereins Europa (Avrupa TĂŒrk-Islam Birligi, ATIB) in Kassel mit Steinen und Farbe angegriffen.

Der ATIB-Verein „TĂŒrkisches Kulturzentrum Kassel e. V.“ befindet sich im Franzgraben 58. ATIB ist eine Abspaltung der ADÜTDF (Almanya Demokratik ÜlkĂŒcĂŒ TĂŒrk Dernekleri Federasyonu) und ist einer der DachverbĂ€nde der Vereine und Organisationen der faschistischen „Grauen Wölfe“. Als Folge der Abspaltung konzentriert sich ATIB hauptsĂ€chlich auf vermeintlich unpolitische AktivitĂ€ten, zum Beispiel in eher unauffĂ€lligen Vereinen fĂŒr Sport, Kultur oder Teestuben. Mit der rassistischen, nationalistischen und islamistischen Agenda hat jedoch weder ATIB-GrĂŒnder Musa Serdar Celebi noch der Verband selbst gebrochen.

Wir haben die RĂ€ume von ATIB als Ziel auswĂ€hlt, weil sie als verlĂ€ngerter Arm des tĂŒrkischen Faschismus in Europa wirken. WĂ€hrend in der TĂŒrkei seit Jahren linke Oppositionelle verfolgt, verhaftet, gefoltert und ermordet werden, agitieren VerbĂ€nde wie ATIB auch in Europa fĂŒr die Idee eines rein „tĂŒrkischen“ Nationalstaats, der keine anderen IdentitĂ€ten kennt. Kurd*innen, Armenier*innen und Alevit*innen kann es darin nicht geben.

Schon 2018 gab es in Kassel einen Angriff auf einen ATIB-Treffpunkt in der Schillerstraße, damals als Reaktion auf den völkerrechtswidrigen Angriffskrieg der tĂŒrkischen Armee und ihrer jihadistischen Mörderbanden auf den kurdischen Kanton Afrin.

WĂ€hrend aktuell der Krieg in der Ukraine die Schlagzeilen dominiert, intensiviert der tĂŒrkische Staat schon seit Wochen seine Angriffe auf die kurdische Freiheitsbewegung, sowohl in der TĂŒrkei als auch in Syrien und dem Irak.

Die in der TĂŒrkei herrschende AKP unter Erdogan und ihre VerbĂŒndeten KrĂ€fte der Reaktion bekĂ€mpfen nicht nur die revolutionĂ€re tĂŒrkische Linke, sondern jede linke Opposition. Erst kĂŒrzlich wurden Aktivist*innen fĂŒr ihre Beteiligung an den Gezi-Park Protesten zu teils lebenslangen Haftstrafen verurteilt. Die tĂŒrkischen KnĂ€ste sind voll mit Gewerkschafter*innen, Aktivist*innen und FunktionĂ€r*innen der HDP, RevolutionĂ€r*innen.

Mit unserer Aktion senden wir einen kleinen solidarischen und wĂŒtenden Gruß an alle, die gegen den tĂŒrkischen Staat, seine Armee und ihre jihadistischen Banden in allen Teilen Kurdistans Widerstand leisten. Gebt nicht auf!

Quelle: Indymedia (Tor)




Quelle: Chronik.blackblogs.org