Februar 16, 2021
Von Indymedia
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Nach Beendigung der beiden Veranstaltungen wurde eine Gruppe Antifaschist*innen auf dem Weg zurĂŒck in Innenstadt von mehreren „Querdenkern“ angegriffen. Sie gingen schubsend und schlagend gegen die Gruppe vor, welche sich entsprechend zur Wehr setzte. Die Polizei bildete daraufhin einen Kessel um die beiden Gruppen und brachte eine*n Antifaschist*in mit körperlicher Gewalt zu Boden. Die Personalien der Person wurden aufgenommen, obwohl die Gruppe selbst angegriffen wurde. Das alles passierte vermutlich, um an die Personalien dieser Person ran zukommen. WĂ€hrend der Kessel sich auflöste kam es noch zu einer Schubserei unter den Umstehenden. Ein Passant, der die Festgesetzten zuvor lauthals als „Zecken“ beschimpft hatte, bedrĂ€ngte eine andere Person. Als die Polizei hinzukam wurden selbstverstĂ€ndlich wieder die Personalien der betroffenen Person festgestellt und der zustĂ€ndige Beamte ließ es sich nicht nehmen diese auch lauthals vor dem Aggressor kundzutun.

WĂ€hrendessen bewegten sich die Reste der „Demo gegen den Lockdown“ ungestört zum Elisenbrunnen. Als mit etwas Verzögerung auch die Gegendemonstrant*innen eintrafen, war von der Demo nur noch der „Aachener Corona Chor“ ĂŒbrig. Dieser macht sonst auf den „Querdenken241“ Veranstaltungen mit kĂŒnstlerisch fragwĂŒrdigen Darbietungen auf sich aufmerksam.

Danach zog die Gruppe ĂŒber den Markt in die Pontstraße, wo die bis dahin nicht angemeldete Versammlung von der Polizei aufgelöst wurde. Ziel des polizeilichen Ordnungswahns waren wiedereinmal die Antifaschist*innen. Diese wurden nĂ€mlich ohne Angaben von GrĂŒnden auf dem Markt ein weiteres Mal gekesselt.Nachdem der Kessel aufgelöst war, wurden zwei Antifaschisten, die sich mit FahrrĂ€dern auf dem Markt befanden, von mehreren Hundertschaftsbullen in eine allgemeine Verkehrskontrolle verwickelt. Diese fadenscheinig begrĂŒndete Kontrolle von Demonstrantionsteilnehmer*innen wurde schnell und ohne Anschein von Notwendigkeit eskaliert. Die beiden Antifaschisten wurden zu Boden gebracht, und einer dann mit gezielten FaustschlĂ€gen zum Kopf bearbeitet. Als dieser dann zur nĂ€chstbesten Wand verbracht wurde, konnten die Bullen nicht um hin ihn noch einmal mit FaustschlĂ€gen zu traktieren und zu Boden zu bringen. Dabei war er ĂŒber die ganze Zeit mit Kabelbindern an den Handgelenken gefesselt. Der Andere wurde auf sein am Boden liegendes Fahrrad geworfen, dort fixiert und spĂ€ter an einer HĂ€userwand festgesetzt. Beide wurden nach einiger Zeit mit einem Gefangenentransporter weggefahren. Und nach einer Stunde Gewahrsam zur GefahrenprĂ€vention wieder entlassen. Wie die Bullen vor Ort schon verlauten ließen droht ihnen nun ein Prozess wegen Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte. Dieser Paragraph kann bei einem gut eingespielten Team von Polizei-Zeug*innen und derzeitiger Rechtslage schon bei einem widerspenstigen Hinfallen Anwendung finden.

Wir werten dies als klaren Akt der politischen Gewalt um an Namen und Daten von politisch unliebsamen Aktivist*innen zu gelangen. Und nicht zuletzt um andere davon abzuhalten die heilige AutoritĂ€t der Polizei infrage zu stellen. Hat sich also der Polizeiapparat einmal in Bewegung gesetzt, verfolgt er nur noch die eigenen Ziele. Ob diese nun von politischer Ebene vorgegeben sind oder dem kleinkarierten, hasserfĂŒllten oder rassistischen Weltbild des ZugfĂŒhrers oder Bereitschaftsbullen entspringt, ist fĂŒr die von Repression Betroffenen relativ unerheblich. Sind es doch seit jeher die Gleichen, die unter staatlicher Gewalt leiden und die Gleichen, die es sich leisten können wegzuschauen.

Die Verantwortlichen in der Politik sind darum bemĂŒht die blau-weiße Welle aus Scheiße, die durch unsere Straßen rollt, mit immer weiteren Befugnissen zu verwöhnen. Und das mit dem einzigen Interesse die bestehende Hierarchie und die eigene Position darin nicht zu gefĂ€hrden. Auch wenn sich rechte Polizisten und Soldaten in anti-staatlichen Terrorzellen organisieren und Putsch Versuche planen.

Und diese Befugnisse werden genutzt, ob es der eigens fĂŒr den G20 Gipfel in Hamburg ausgeweitete Widerstands Paragraph ist oder die fest zugedrĂŒckten Augen von Politik und Justiz bei jedem Anzeichen von extrem rechten EinzeltĂ€ter-Netzwerken in den Behörden.

Die Aachener Lokalpresse tut schon seit langer Zeit ihren Teil und druckt die LĂŒgen aus der Pressemitteilung der Polizei in 100 prozentigem Wortlaut.

Also bleibt uns nur weiter unsere eigenen Strukturen zum Umgang mit Repression zu pflegen. Und unsere eigenen InformationskanĂ€le und Medien zu nutzen und auszubauen, damit sich weniger Leute mit Repression alleine fĂŒhlen.

Bis die Scheiße aufhört!




Quelle: De.indymedia.org