Februar 27, 2021
Von Indymedia
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Strajk Kobiet bedeutet “Frauenstreik” und ist der Slogan der Pro-Choice Bewegung in Polen, die gegen die massive Kriminalisierung von Abtreibung und fĂŒr körperliche Selbstbestimmung kĂ€mpft und sich dafĂŒr immer wieder wĂŒtend und entschlossen die Straßen nimmt. Vor wenigen Wochen ist dort das neue Abtreibungsgesetz in Kraft getreten, das beinahe ein totales Abtreibungsverbot darstellt.

Die Entwicklungen in Polen zeigen, dass die fundamentalistische, extreme Rechte keinesfalls ein RandphĂ€nomen der europĂ€ischen Gesellschaft ist. SpĂ€testens sobald sie in den Parlamenten sitzen, nutzen die Rechten ihre Macht, um gewaltvolle, unterdrĂŒckerische Gesetze zu erlassen.

Antifeministische KrĂ€fte sind ein Teil der weltweiten faschistischen Bedrohung,und unser Kampf fĂŒr eine feministische Befreiung ist international.

Wir erklĂ€ren uns solidarisch mit den KĂ€mpfen in Argentinien, Chile, Polen und ĂŒberall und greifen auch deshalb Abtreibungsgegner*innen in unserer NĂ€he an.

“Die Deutsche Gesellschaft zum Schutz von Tradition, Familie und Privateigentum e.V.” hat es sich zum Ziel gemacht, die im Namen enthaltenen “Werte” und damit angeblich verbundene MenschenwĂŒrde vor aggressiven Feminist*innen und dem Kommunismus zu schĂŒtzen. Seine AktivitĂ€t besteht hauptsĂ€chlich darin rechte Gewalt mit einem christlich-fundamentalistischen ideologischen Grundstein zu unterfĂŒttern. Wir finden, dass der Name und ihr SelbstverstĂ€ndnis  unseren Angriff eigentlich selbsterklĂ€rend machen.
Hinter dem Hochhalten des Ideals der christlichen, heterosexuellen Kleinfamilie steckt hasserfĂŒllte Queer- und Homofeindlichkeit, das sollte allen klar sein. Das Propagieren einer Notwendigkeit des Schutzes der Kleinfamilie vor der “gefĂ€hrlichen Ideologie, die die Ehe ausrottet”(oder “der Diktatur der Toleranz”) legitimiert sowohl individuelle als auch institutionelle Gewalt, wie u.a. das Kriminalisieren von Abtreibungen. Die Fundamentalist*innen zeigen durch ihren Namen, dass ihnen der Zusammenhang zwischen Kapitalismus und Patriarchat bewusst ist – sie scheinen zu wissen, dass die verschiedenen UnterdrĂŒckungsmechanismen einander stĂŒtzen, dass die Kleinfamilie die Konstrukte von Eigentum und auch so etwas wie “Volk”(und den damit einhergehenden nationalen und rassistischen Konzepten) aufrechterhĂ€lt und reproduziert auf kosten von Flint*s.(Schaut gerne selbst auf ihrer unglaublich hĂ€sslichen Website).Auch wir sehen diesen Zusammenhang, und sehen in unserem kollektiven Widerstand eine Gefahr fĂŒrs ausbeuterische System und das Potential eine lebenswĂŒrdige Welt fĂŒr alle zu schaffen. Kampf dem Patriarchat im Namen von Antikapitalismus und Antirassismus! Ebenso in dem angegriffenen Haus (zumindest postalisch) ansĂ€ssig ist die “Deutsche Vereinigung fĂŒr eine christliche Kultur” die in Kampagnen eng mit TFP zusammenarbeitet und Personale Überschneidungen aufweist. Der Verein zeichnet sich vor allem durch seine abtreibungsgegnerische “SOS Aktion fĂŒr das Leben” aus, beteiligt sich regelmĂ€ĂŸig am “1000 Kreuze Marsch fĂŒr das Leben” in Berlin und steht seit Anfang Februar diesen Jahres auch wieder in Frankfurt (bei den sogenannten “40 Tagen fĂŒr das Leben”) vor Profamilia und belĂ€stigt Personen, die das Beratungsangebot dort in Anspruch nehmen. Mit Freude haben wir festgestellt, dass unser “fieser Angriff in der Dunkelheit” die Antifeminist*innen anscheinend an einem Wunden Punkt getroffen hat! Wie die “SOS Aktion fĂŒr das Leben” sehr treffend auf ihrem Blog schreibt, sind wir Teil einer internationalen Bewegung, die tĂ€glich breiter, lauter, radikaler und fordernder wird und nicht Halt macht, bis wir uns eine feministische, antikapitalistische Gesellschaft erkĂ€mpft haben! Zum kommenden 8.MĂ€rz, dem internationalen feministischen Kampftag, rufen wir dazu auf unsere KĂ€mpfe zu verbinden und zu stĂ€rken! Wir nehmen uns Raum – fĂŒr unsere Wut, unseren Selbstschutz und solidarische Netzwerke! Kein zurĂŒck zur NORMalitĂ€t – aus der Krise in die Utopie. Jin, Jiyan, Azadi! Gruß und Kuss




Quelle: De.indymedia.org