Juni 8, 2020
Von Chiapas.ch
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CHIAPAS

In Mexiko sind viele Fehlinformationen ĂŒber den Covid-19 Virus im Umlauf. Uns erreichen Nachrichten von Gesundheitspersonal, das auf der Strasse von Passanten angegriffen wird. Oder von Arbeitern, die Desinfektionsmassnahmen im öffentlichen Raum vornehmen und dafĂŒr angefeindet werden – jeweils aus Angst, diese Personen wĂŒrden den Virus verbreiten.
In Venustiano Carranza, Chiapas, gab es Ende Mai sogar Ausschreitungen mit brennenden Barrikaden, weil die Bevölkerung die Regierung beschuldigt, mit Drohnen giftige Chemikalien abzuwerfen.
Die indigene Bevölkerung bleibt dabei sehr vulnerabel, da die dĂŒrftige Gesundheitsversorgung einen Ausbruch der Pandemie nicht meistern könnte. PrĂ€ventionskampagnen der Regierung werden vor allem in den StĂ€dten gefĂŒhrt, und es fehlen nach wie vor Informationen in den Sprachen der lĂ€ndlichen indigenen Bevölkerung. Einige soziale Bewegungen und Gemeinden legen da selber Hand an, wie ihr in unseren vergangenen Newsletter und auch in diesem lesen könnt. Medial weniger Beachtung findet in Zentralamerika die sich ausbreitende Dengue-Epidemie, welche bis anhin mehr Todesopfer forderte als der Corona-Virus.
Weiterlesen: https://amerika21.de/2020/03/238213/dengue-lateinamerika-pandemie-corona

Urgent Action: Warnung vor möglicher Hungersnot von Tsotsiles, die gewaltsam vertrieben wurden

FĂŒr die Vertriebenen aus den Regionen ChenalhĂł, Aldama, ChalchihuitĂĄn sowie Mitglieder der Abejas ist immer noch keine Lösung in Sicht. Sie harren in provisorischen Wohnsituationen aus und die Bedrohung durch die ParamilitĂ€rs hĂ€lt an. Das heisst fĂŒr die Vertriebenen, dass sie ihre Felder nicht bearbeiten können, der Zugang zu ihrem Land ist abgeschnitten. Da sie Selbstversorger*innen sind und mit der Kaffeeernte das wenige Geld verdienen, kommen sie nun in eine existentielle Not. Der Staat nimmt seine Pflichten nicht wahr. Folgendes sind die Forderungen: Recht auf Kindheit (das Recht auf Bildung, Gesundheit und ErnĂ€hrung beinhaltet), Recht auf Selbstversorgung, Entwaffnung der ParamilitĂ€rs!
Lesen und unterzeichnen: https://frayba.org.mx/alertamos-posible-hambruna-a-indigenas-tsotsiles-en-desplazamiento-forzado/

Urgent Action: Fehlende medizinische Betreuung vor möglicher Covid-19-Ansteckung fĂŒr Javier Gonzales Diaz der „Frente Nacional de Lucha por el Socialismo (FNLS)“, politischer Gefangener im Ceres Nr. 5 in San CristĂłbal, Chiapas

Javier Gonzalez Diaz leidet an typischen Covid-19-Symptomen. Es wird aber kein Test gemacht und keine Massnahmen ergriffen.
Weiterlesen: https://www.comitecerezo.org/spip.php?article3431&lang=es

Soziale Bewegung in Mexiko: Digitale Rebellen

Die erste EZLN-Webseite gab es bereits 1994. Quelle: enlacezap

Die Zapatisten in Mexiko nutzen Wissenschaft und digitale Medien fĂŒr ihren Widerstand. Dies zeigt sich auch in der Coronakrise. Ein Hintergrundbericht von Raina Zimmering.
Weiterlesen: https://www.jungewelt.de/artikel/376773.soziale-bewegung-in-mexiko-digitale-rebellen.html

Zapatisten, Wissenschaftler und NGOs in Mexiko mobilisieren gegen Tren Maya

Auch die EZLN ruft zum Widerstand gegen das Infrastrukturprojekt "Tren Maya" auf

Auch die EZLN ruft zum Widerstand gegen das Infrastrukturprojekt „Tren Maya“ auf. Quelle: enlacezapatista

Seit dem Baubeginn der Zugstrecke in der vergangenen Woche mehren sich erneut Stimmen gegen das Großprojekt Tren Maya. Trotz der EinschrĂ€nkungen, die dem politischen Aktivismus wegen der Corona-Pandemie gesetzt sind, organisiert sich die Zivilgesellschaft vielfĂ€ltig.

Weiterlesen: https://amerika21.de/2020/05/240051/proteste-gegen-tren-maya-mexiko

GUERRERO

Experten sollen zu Massaker von Ayotzinapa in Mexiko wieder ermitteln

Protest der Eltern der 43 verschwundenen Lehramtsstudenten vor der Staatsanwaltschaft in Chilpancingo, Guerrero, Mexiko

Protest der Eltern der 43 verschwundenen Lehramtsstudenten vor der Staatsanwaltschaft in Chilpancingo, Guerrero, Mexiko Quelle: facebook.com

Die mexikanische Regierung und die Interamerikanische Menschenrechtskommission (Comisión Interamericana de Derechos Humanos, CIDH) haben sich auf die Wiedereinsetzung einer unabhÀngigen Expertenkommission im Fall der seit 2014 verschwundenen Lehramtsstudenten aus Ayotzinapa geeinigt. Die InterdisziplinÀre und unabhÀngige Expertengruppe (Grupo Interdisciplinario de Expertos Independientes, GIEI) war von der VorgÀngerregierung unter PrÀsident Enrique Peña Nieto (2012-2018) in ihrer Arbeit massiv behindert worden.
Weiterlesen: https://amerika21.de/2020/05/239746/ayotzinapa-giei-amlo
Artikel auf npla.de: https://www.npla.de/thema/memoria-justicia/ayotzinapa-expertinnengruppe-kommt-wieder-nach-mexiko/

NORDMEXIKO

Behörden schliessen Bergbaumine nach Dammbruch (14.5.2020)

Die mexikanische Bundesanwaltschaft fĂŒr Umweltschutz (Profepa) hat vorĂŒbergehend die Anlagen der Blei- und Zinkmine Exportaciones de Minerales de Topia (EMITSA) im nordmexikanischen Durango geschlossen, nachdem am 1. Mai ein Abraum-Damm gebrochen war. Das Bergbauunternehmen berichtete zuvor, dass aus seinen Anlagen 5.000 Liter RĂŒckstĂ€nde aus einem Auffangbecken in die Umwelt gelangt seien, die chemische Substanzen enthalten haben.
Weiterlesen: https://amerika21.de/2020/05/239799/mexiko-bergbau-mine-schliessung-durango

MEXIKO

Indigene Gemeinden in Mexiko schĂŒtzen sich selbst gegen Corona-Pandemie

Seit Mitte MÀrz hat die autonome Regierung der Stadt Cherån im Bundesstaat Michoacån eine Reihe von Gemeindeversammlungen angesetzt und eigenstÀndig Entscheidungen zur Gestaltung des alltÀglichen Lebens unter den UmstÀnden des grassierenden Coronavirus festgelegt.
Weiterlesen: https://amerika21.de/blog/2020/05/239526/mexikos-indigene-bevoelkerung-corona

Mexiko in der Covid-19-Pandemie: Die letzten Centavos fĂŒr eine Fahrt zur Tafel

ArmenkĂŒchen sind fĂŒr Mexikos BedĂŒrftige ein Rettungsanker, erst recht in Zeiten der COVID-19-Pandemie. Doch wegen der aufziehenden Rezession drohen ihnen die Spenden wegzubrechen. Von Sandra Weiss aus Puebla, Mexiko.
Weiterlesen: https://www.dw.com/de/mexiko-in-der-covid-19-pandemie-die-letzten-centavos-f%C3%BCr-eine-fahrt-zur-tafel/a-53604219

Teilfertigungsindustrie und Coronavirus (Luis Hernandez Navarro)

Don JosĂ©, so berichtet die Journalistin Ana Lilia RamĂ­rez, arbeitete in einer NĂ€hfabrik in Tijuana, die der Autoindustrie zulieferte. Er war 42 Jahre alt, die letzten fĂŒnf Jahre beschĂ€ftigt in dem Teilfertigungsunternehmen. Er litt an Bluthochdruck. Am 14. April starb er am Covid-19 im Regionalkrankenhaus 1 der Mexikanischen Sozialversicherungsbehörde (IMSS).
Weiterlesen: https://www.npla.de/thema/arbeit-gesundheit/teilfertigungsindustrie-und-coronavirus/?pk_campaign=feed&pk_kwd=teilfertigungsindustrie-und-coronavirus

LĂłpez Obrador legalisiert die Militarisierung in Mexiko

Mitte Mai trat in Mexiko ein Dekret LĂłpez Obradors in Kraft, das die Übernahme von Polizeiaufgaben durch das MilitĂ€r erlaubt. Damit legalisiert der PrĂ€sident die Militarisierung der Inneren Sicherheit, welche mit dem von Ex-PrĂ€sident Felipe CalderĂłn ausgerufenen Krieg gegen die Drogenkartelle begonnenen hat. Das schreibt das „Kollektiv Sicherheit ohne Krieg“ in einer PresseerklĂ€rung. DarĂŒber hinaus beklagt es, dass es keine zivile Kontrolle des MilitĂ€reinsatzes geben wird, denn diese soll allein durch „interne Organe“ des MilitĂ€rs erfolgen.
Weiterlesen: https://www.npla.de/thema/tagespolitik/lopez-obrador-legalisiert-die-militarisierung-mexikos/

Mexikanischer PrÀsident wettert gegen globales Wirtschaftsmodell

Der mexikanische PrĂ€sident LĂłpez Obrador nutzt die globale Pandemie, um die Bedingungen in der Weltwirtschaft anzuprangern. Grund fĂŒr die aktuelle Krise sei der Neoliberalismus, Covid-19 beschleunige lediglich den Fall des neoliberalen Wirtschaftsmodells. Die Lage in Mexiko sieht er jedoch positiv: In den kommenden Tagen sollen die Auszahlungen der Sozialsysteme beginnen und die Auflagen der QuarantĂ€ne gelockert werden. Bisher war seine Regierung eher durch ihre trĂ€ge Reaktion auf die weltweite Pandemie aufgefallen.
Weiterlesen: https://amerika21.de/2020/05/239802/mexiko-praesident-gegen-wirtschaftsmodell

Mexikos PrÀsident verteilt Zensuren
Weiterlesen: https://taz.de/Lopez-Obrador-und-die-Presse/!5679937/

HINWEISE

Das neue ILA (Nr. 434) zum Thema MAIS

Bestellen oder reinlesen: https://www.ila-web.de/ausgaben/434#undefined

Raul Zibechi: La Otra Economia

Lesen: http://www.pelotadetrapo.org.ar/la-otra-econom%C3%ADa,-antipatriarcal-y-anticapitalista.html




Quelle: Chiapas.ch