Oktober 6, 2020
Von Chiapas.ch
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CHIAPAS

In eigener Sache: Unsere geplante Vorbereitung fĂŒr Menschenrechtsbeobachtung im Oktober wird auf November/Dezember verschoben. Genaue Daten folgen demnĂ€chst auf unserer Homepage unter https://chiapas.ch/aktiv/einsatz-als-menschenrechtsbeobachterin/

Infos zu Chiapas, zur Arbeit des Frayba und zur Menschenrechtsbeobachtung: Es gibt neu einen deutschen Newsletter vom Frayba (Comunidad Frayba).

URGENT ACTION
Die bewaffneten Angriffe gegen die Gemeinde Aldama gehen weiter
Trotz eines dritten Abkommens gegen Gewalt zwischen den Nachbarlandkreisen Aldama und Chenalhó vom 30. Juli gehen die Attacken der Gruppen bewaffneter Zivilisten paramilitÀrischer Form gegen Aldama weiter. Anfang September wurden dort erneut zwei Personen verletzt.
Seit vor zweieinhalb Jahren die Angriffe begannen, gibt es bis heute 28 Verletzte (der/die letzte am 29.Sept.), 6 Tote und tausende aus ihren Gemeinden Vertriebene.

Die bewaffneten Angriffe durch „Gruppen paramilitĂ€rischen Zuschnitts“ aus Santa Martha, Landkreis ChenalhĂł, hören nicht auf; sie treffen Zapatistas und Nicht-Zapatistas. Die schlechten Regierungen stellen sich taub, inszenieren „Friedenspakte“, verdrehen Tatsachen und beschuldigen diejenigen, die angegriffen werden.

Aktuelle Info und Aufruf zur Urgent Action hier – Bitte unterschreibt!

https://frayba.org.mx/riesgo-para-la-vida-en-comunidades-del-pueblo-maya-tsotsil-en-el-municipio-de-aldama/

12. Oktober: 528 Jahre Widerstand. Quelle: educaoacaca.org

Dieses Verhalten gegenĂŒber dem kleinen, Ă€rmlichen und entlegenen Landkreis Aldama ist besorgniserregend, denn es motiviert die bewaffneten Gruppen ihre Angriffe gegen Aldama fortzusetzen oder sogar zu intensivieren. Seitdem sich im August eine der bewaffneten Gruppen aus ChenalhĂł, deren Existenz bis dahin verleugnet worden war, ĂŒber ein Video bei Facebook selbst an die Öffentlichkeit gewandt hat, fordert Frayba den Bundesstaat Chiapas auf, die VorfĂ€lle zu untersuchen, die paramilitĂ€rischen Gruppen zu entwaffnen und eine langfristige Lösung in dem Streit um LandflĂ€chen anzustreben.

Zur Erinnerung: Bereits im Februar 2019 haben Compañer@s Zapatistas – die Angriffe durch wohl dieselben Akteure gegen die Menschen in den Landkreisen Aldama und ChenalhĂł – öffentlich gemacht. Siehe ErklĂ€rung und Videos unter:

https://frayba.org.mx/informe-de-violaciones-a-derechos-humanos-a-pueblos-originarios-en-aldama-chenalho-junta-de-buen-gobierno-zapatista-de-oventik/

Solidarisiert Euch, schafft Öffentlichkeit, protestiert!

STOPP DEM KRIEG GEGEN DIE PUEBLOS IN CHIAPAS, MEXIKO!

OAXACA

Internationales Manifest zur Verteidigung des Urwaldes der Chimalapas

Aufruf lesen (Spanisch, Englisch, Deutsch): https://standugr.com/2020/09/08/manifiesto-internacional-en-defensa-de-la-selva-de-los-chimalapas-oaxaca-sur-de-mexico

Aufruf online unterschreiben: https://docs.google.com/forms/d/e/1FAIpQLSdmv0_zXGBazy9ZbZtbVE75yKpmik0AezDyq3TE3qtk30h5sQ/viewform

Mehr dazu (spanisch): Pueblo Zoque hace frente a exploraciĂłn y explotaciĂłn minera en los Chimalapas
https://avispa.org/pueblo-zoque-hace-frente-a-exploracion-y-explotacion-minera-en-los-chimalapas/

5 proyectos mineros en los Chimalapas violentan derechos territoriales, acusa Colectivo Matza
https://www.educaoaxaca.org/5-proyectos-mineros-en-los-chimalapas-violentan-derechos-territoriales-acusa-colectivo-matza/

Und mehr zum Colectivo Matza: https://piedepagina.mx/chimalapas-la-mineria-seria-catastrofica/

GUERRERO

Ayotzinapa 6 Jahre ungeklÀrt

Haftbefehle gegen Soldaten
Sechs Jahre nach dem Verschwinden von 43 Studenten im SĂŒdwesten von Mexiko sind Haftbefehle gegen mehrere verdĂ€chtige Soldaten und einen Bundespolizisten erlassen worden. „Es wird Gerechtigkeit geben“, versprach PrĂ€sident AndrĂ©s Manuel LĂłpez Obrador am Samstag. Zuletzt gab es eine Reihe neuer ErmittlungsansĂ€tze. „Es wird keine Straflosigkeit geben“, sagte der StaatssekretĂ€r fĂŒr Menschenrechte im Innenministerium, Alejandro Encinas. „Die Verantwortlichen werden zur Rechenschaft gezogen.“ Weiterlesen: https://taz.de/Verschwundene-Studierende-in-Mexiko/!5716790/

Es herrscht aber nach wie vor Ungewissheit. Sechs Jahre nach dem gewaltsamen Verschwindenlassen von 43 Lehramtsstudenten aus Ayotzinapa wissen die Angehörigen noch immer nicht, warum das Verbrechen begangen wurde und wer die TĂ€ter sind. Vom 26. auf den 27. September 2014 verschleppte die örtliche Polizei in Iguala im sĂŒdwestlichen mexikanischen Bundesstaat Guerrero die 43 Studenten, tötete sechs Menschen und verletzte 40 weitere Personen. Welche Rolle das MilitĂ€r dabei spielte, ist ungeklĂ€rt. Erst von zwei der verschwundenen Studenten wurden die sterblichen Überreste gefunden.

Weiterlesen: https://www.mexiko-koordination.de/2020/09/24/pressemitteilung-zum-6-jahrestag-von-ayotzinapa-das-verbrechen-muss-umfassend-aufgeklaert-werden/?l=de

Das Ende der „historischen Wahrheit“
Die mexikanische Menschenrechtsverteidigerin MarĂ­a Luisa Aguilar RodrĂ­guez ĂŒber den Fall Ayotzinapa:
Das Interview: https://www.neues-deutschland.de/artikel/1142258.ayotzinapa-das-ende-der-historischen-wahrheit.html

43 Lieder fĂŒr die 43 aus Ayotzinapa
Das mexikanische Menschenrechtszentrum Miguel Agustin Pro Juarez hat auf der Website „Ay6tzinapa, hacia la verdad“ eine Playlist mit 43 Liedern zusammengestellt, um an die 43 verschwundenen Lehramtsstudenten zu erinnern. Die Playlist könnt ihr auf der Website oder auf Spotify anhören.

Weiterlesen: https://www.npla.de/thema/memoria-justicia/43-lieder-fuer-die-43-aus-ayotzinapa/

MEDIENSCHAFFENDE UND AKTIVIST*INNEN IN MEXIKO

Wieder Journalist im Bundesstaat Veracruz ermordet
Julio Valdivia ist bereits der sechste Medienschaffende, der in diesem Jahr in Mexiko ums Leben gebracht wurde. Er lebte und arbeitete im Landkreis Tezonapa, unweit der Grenze zum Bundesstaat Oaxaca. FĂŒr die Tageszeitung El Mundo de CĂłrdoba schrieb er „notas rojas“, also Meldungen ĂŒber Morde, ÜberfĂ€lle und andere gewaltsame Verbrechen.

Weiterlesen: https://www.npla.de/thema/tagespolitik/wieder-journalist-im-bundesstaat-veracruz-ermordet/?pk_campaign=feed&pk_kwd=wieder-journalist-im-bundesstaat-veracruz-ermordet

Kampf um Wasser in Mexiko: Indigener Aktivist in Baja California ermordet
Der Menschenrechtler Óscar Eyraud Adams ist am 24. September in Tecate, Baja California, von einem bewaffneten Kommando erschossen worden.
Wenige Wochen zuvor veröffentlichte die mexikanische Tageszeitung Reforma ein Interview mit Adams, in dem er den Wassermangel in seiner Gemeinde und die möglichen Auswirkungen auf die ethnische Gruppe der Kumiai anprangerte [3]. „All diese Obstbaumkulturen verschwanden aufgrund von Wassermangel, weil wir keine Genehmigung zur Gewinnung von Grundwasser haben. Die Bewohner von Tecate sollten vor den großen wasserverbrauchenden Unternehmen fĂŒr Konzessionen berĂŒcksichtigt werden“, forderte er.
Weiterlesen: https://amerika21.de/2020/09/243797/kampf-um-wasser-mexiko-aktivist-ermordet

Infos auf Spanisch: https://www.educaoaxaca.org/redes-internacionales-exigen-justicia-por-asesinatos-de-ambientalistas-oscar-eyraud-y-daniel-sotelo/

MĂŒtter und Aktivistinnen besetzen GebĂ€ude der Menschenrechtskommission in Mexiko-Stadt
(10.Sept) MĂŒtter von ermordeten und verschwundenen Frauen sowie Aktivistinnen des feministischen Kollektivs „Ni Una Menos!“ (Nicht eine weniger!) und des anarchistischen feministischen Schwarzen Blocks halten seit dem 2. September das GebĂ€ude der Nationalen Menschenrechtskommission (CNDH) in Mexiko-Stadt besetzt. Sie protestieren damit gegen die UntĂ€tigkeit der Behörde bei sexueller Gewalt, Frauenmorden und Verschwindenlassen und verlangen umfassende Ermittlungen.

Weiterlesen: https://amerika21.de/2020/09/243314/besetzung-cndh-feminicidios

MEXIKO

Können Ex-PrÀsidenten in Mexiko bald strafrechtlich verfolgt werden?
Nach PlĂ€nen der amtierenden Regierung von Mexiko könnte fĂŒnf ehemaligen PrĂ€sidenten bald der Prozess gemacht werden. Sie stehen im Verdacht der Korruption in ihren jeweiligen Amtszeiten zwischen 1988 und 2018. Ob sie strafrechtlich verfolgt werden, soll in einem Referendum abgefragt werden. DafĂŒr hatten sich sowohl gesellschaftliche Gruppen als auch der amtierende PrĂ€sident, AndrĂ©s Manuel LĂłpez Obrador (Amlo), eingesetzt. Bislang genießen die Ex-PrĂ€sidenten ImmunitĂ€t, und könnten allenfalls wegen „Vaterlandsverrats“ angeklagt werden.

Weiterlesen: https://amherika21.de/2020/09/243559/mexiko-referendum-verfolgung-praesidenten

Mexikos umstrittener Maya-Zug
Auf der mexikanischen Halbinsel Yucatån soll eine hochmoderne Bahnlinie entstehen: der sogenannte Maya-Zug. Mit 160 Stundenkilometern soll er durch die Region rasen und Touristen zu den historischen Maya-StÀtten bringen. Doch entlang der Strecke formiert sich Protest. Mit Audio.

Weiterlesen: https://www.deutschlandfunk.de/tourismus-oder-naturschutz-mexikos-umstrittener-maya-zug.724.de.html?dram:article_id=484470

Betrifft El Salvador:

https://zas-correos.blogspot.com/2020/09/el-salvadorusa-zu-viele-parallelen.html

HINWEISE

Solikarte – ein Aufruf. Habt ihr eine Cumulus-Karte? – Diese Frage kennen wohl sehr viele Menschen die hier leben. Hast du schon eine Solikarte? Das ist die Frage die wir euch stellen wollen. Die Solikarte ist ein Projekt, um Menschen zu unterstĂŒtzen die in der Nothilfe leben, Sans-Papiers sind oder die sonst in prekĂ€re VerhĂ€ltnisse gezwungen werden.
Die Idee ist simpel: Anstatt mit einer normalen Cumulus-Karte fĂŒr sich Punkte zu sammeln, sammeln wir mit der Solikarte in der Migros gemeinsam Punkte. Die dadurch erhaltenen Gutscheine werden entweder direkt in Form vom Gutscheinen oder indirekt durch UnterstĂŒtzung von Mittagstischen, InternetcafĂ©s, etc. an Menschen in prekĂ€ren Lebenssituationen weitergegeben. Das Projekt wird durch ein Kollektiv, welches unentgeltlich arbeitet, geleitet und feierte letztes Jahr das zehnjĂ€hrige JubilĂ€um. Mittlerweile können monatlich 10’000 – 15’000.- CHFr. in Form von Bons weitergegeben werden.
Solikarten bestellen und mehr Infos: https://solikarte.ch/de

26. Okt. – 2. Nov. 2020 Dia de Muertos. Ausstellung, Filme, Diskussion, Musik und Tanz. Kirche St.Jakob, Stauffacherstrasse 34, 8004 ZĂŒrich. Mehr Infos: https://www.diademuertos.ch/de/ddm2020.html

Mi, 9. Dezember: Sich informieren, vernetzen und rebellischen Kaffee trinken – im Rahmen von CIRCUIT – Besuch von alternativen Archiven und Bibliotheken. Quellenstrasse 25, 8005 ZĂŒrich. Mehr Infos spĂ€ter, auch auf https://chiapas.ch/
Die Direkte SolidaritĂ€t mit Chiapas wurzelt im zapatistischen Aufstand vom 1. Januar 1994. Sie unterstĂŒtzt soziale Bewegungen in SĂŒdmexiko, betreibt Öffentlichkeitsarbeit, eine umfangreiche PrĂ€senzbibliothek und einiges mehr





Quelle: Chiapas.ch