Oktober 6, 2022
Von Chiapas.ch
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IN EIGENER SACHE

Auf nach Chiapas!

Nach wie vor werden in Chiapas dringend Menschenrechtsverteidiger:innen gesucht!
Schreib uns, wenn du einen Friedenseinsatz in einer zapatistischen Gemeinde machen willst. Achtung: FĂŒr die Vorbereitung zur Menschenrechtsbeobachtung bei uns gibt es fixe Daten. Die nĂ€chste Vorbereitung findet am 16. Okt und 12.-13. Nov. 2022 statt.
Weil das Frayba dringend Bricos sucht, können Vorbereitungen aber ausnahmsweise auch vor Ort gemacht werden. Schreib uns fĂŒr weitere Infos.

CHIAPAS

Konfliktzone Aldama: Bewaffneter Angriff auf Gemeinde in Santa Martha, Chenalho
Am 29. September griff eine Gruppe von rund 60 ParamilitĂ€rs die Gemeinde Atzamilo an, zĂŒndeten HĂ€user und Felder an und blockierten die Zufahrtsstrassen. Der Angriff forderte mindestens vier Todesopfer, zahlreiche Verletzte und viele Vertriebene. Es wurden um zwanzig HĂ€user verbrannt.

Auf Spanisch: https://aristeguinoticias.com/3009/mexico/grupo-armado-de-chenalho-chiapas-sitia-comunidad-indigena-al-menos-4-pobladores-muertos/

https://www.proceso.com.mx/nacional/estados/2022/10/4/choques-en-chenalho-han-dejado-al-menos-cuatro-muertos-294575.html

Journalist in Chiapas vermisst
Der Journalist und Betreiber der Facebookseite Chiapas Denuncia Ya, Roberto Flores Mendoza, wurde im sĂŒdmexikanischen Bundesstaat Chiapas als vermisst gemeldet. Der 41-JĂ€hrige wurde zuletzt von seiner Ehefrau am 20. September in der Stadt ComitĂĄn de DomĂ­nguez gesehen. Dort soll er im Stadtteil La Pileta von MĂ€nnern mit einem Lieferwagen gestoppt worden sein.
Weiterlesen: https://www.npla.de/thema/repression-widerstand/journalist-in-chiapas-vermisst/?pk_campaign=feed&pk_kwd=journalist-in-chiapas-vermisst

Communiqué der Abejas (vom 22. September 2022)
Drei Monate vor dem 25. Jahrestag des Massakers von Acteal und dem 30. Jahrestag der GrĂŒndung unserer Organisation Las Abejas de Acteal teilen wir Ihnen weiterhin mit, was in unseren Herzen lebt, denn die neuen Generationen verdienen es, die Wahrheit zu erfahren.
Weiterlesen: https://www.chiapas.eu/news.php?id=11751

GUERRERO

Neue Entwicklungen im Fall Ayotzinapa
Ein Bundesrichter hat den HauptverdĂ€chtigen wegen der EntfĂŒhrung von 43 Studenten aus Ayotzinapa freigesprochen. Er bleibt trotzdem wegen anderen Anklagen im GefĂ€ngnis. Der ehemalige BĂŒrgermeister von Iguala im Bundesstaat Guerrero, JosĂ© Luis Abarca, war zuvor verdĂ€chtigt worden, in der Nacht des 26. September 2014 das Verschwinden der Studenten der Normal Rural RaĂșl Isidro Burgos von Ayotzinapa in Iguala angeordnet zu haben.
Weiterlesen: https://amerika21.de/2022/09/260148/verdaechtiger-frei-fall-ayotzinapa

Angehörige der Ayotzinapa-Studenten kritisieren Ermittler
Acht Jahre nach dem Verschwinden von 43 Studenten in Mexiko haben Angehörige RĂŒckschritte bei den Ermittlungen kritisiert. Zwar seien Beschuldigte kĂŒrzlich verhaftet worden, sagte der Anwalt der Familien, Vidulfo Rosales, bei einem Protestmarsch in Mexiko-Stadt. Mehrere weitere Haftbefehle seien jedoch wieder annulliert worden.
Weiterlesen: https://www.sueddeutsche.de/politik/demonstrationen-mexiko-angehoerige-von-verschleppten-kritisieren-ermittler-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-220927-99-909683

OAXACA

Mutmassliche Mörder von Bety Carino und Jyri Jaakkola werden freigelassen
Das Gericht der Region Mixteca hat die Freilassung der letzten vier Mitglieder der paramilitÀrischen Gruppe Unión de Bienestar Social de la Región Triqui (UBISORT) angeordnet. Letztere sind in die Ermordung der Menschenrechtsverteidiger Alberta (Bety) Cariño Trujillo und Jyri Antero Jaakkola am 27. April 2010 in Oaxaca verwickelt.

Angesichts der Nachricht von der Freilassung der letzten mutmasslichen TĂ€ter „und der Unmöglichkeit, im Lande Gerechtigkeit zu finden“, haben die Familien der Opfer und ihre Rechtsvertreter beschlossen, sich an die Interamerikanische Menschenrechtskommission zu wenden. Sie haben auch die Kampagne „Wen schĂŒtzt die mexikanische Regierung?“ angekĂŒndigt, um zu fordern, dass die Verantwortlichen fĂŒr dieses Verbrechen bestraft werden.
Auf Spanisch: https://www.educaoaxaca.org/liberan-a-presuntos-asesinos-de-bety-carino-y-jyri-jaakkola-familiares-acudiran-a-la-cidh/

Wasserraub: Indigene werfen GetrÀnkehersteller aus ihrer Gemeinde
Die zapotekische Gemeinde von San Bartolo Coyotepec im mexikanischen Bundesstaat Oaxaca hat in einer Versammlung beschlossen, dem Unternehmen „Envasadora Gugar S.A. de C.V.“ die Arbeit in ihrem Gebiet zu untersagen, weil es in den letzten zehn Jahren „irrational und exzessiv“ Trinkwasser verbraucht habe.
Weiterlesen: https://amerika21.de/2022/09/259903/wassermangel-mexiko-inidigene

MEXIKO

Violeta Radio: Ein feministisches Radioprojekt in Mexiko
Maria Eugenia ChĂĄvez grĂŒndete 2019 den ersten offiziellen feministischen Radiosender in Mexiko-Stadt : Violeta Radio. Nach drei Jahren auf Sendung blickt sie auf die Entstehung des Radios und die Rolle von Community-Medien in Mexiko.
Weiterlesen: https://amerika21.de/2022/09/259837/mexiko-violeta-radio
Reinhören: https://violetaradio.org/

Vertreibungen betreffen Frauen, Jugendliche und MĂ€dchen besonders
In Mexiko sind immer mehr Menschen gezwungen, ihren Wohnort zu verlassen und Zuflucht in einem anderen Bundesstaat zu suchen. GrĂŒnde hierfĂŒr sind unter anderem die Gewalt durch das organisierte Verbrechen, Geschlechterdiskriminierung, die Enteignung von Land und die Folgen des Klimawandels. Zu den am stĂ€rksten betroffenen Gruppen gehören laut Cecilia JimĂ©nez-Damary, UN-Sonderberichterstatterin fĂŒr die Menschenrechte von Binnenvertriebenen, Kinder, Jugendliche und Frauen.
Weiterlesen: https://www.npla.de/thema/flucht-migration/vertreibungen-betreffen-frauen-jugendliche-und-maedchen-besonders/?pk_campaign=feed&pk_kwd=vertreibungen-betreffen-frauen-jugendliche-und-maedchen-besonders

Tödliche Suche nach dem verschwundenen Sohn
Am Ende einer Messe zu Ehren ihres seit 2019 vermissten Sohnes ist die Aktivistin Rosario RodrĂ­guez Barraza in der Gemeinde La Cruz de Elota im Bundesstaat Sinaloa entfĂŒhrt und ermordet worden. Laut dem Register des National Network of Human Rights Defenders in Mexico (RNDDHM) handelt es sich um den dritten Frauenmord an einer „suchenden Mutter“ (Madre Buscadora) in diesem Jahr.
Weiterlesen: https://amerika21.de/2022/09/260137/madres-buscadoras-ermordet-mexiko

200 NaturschĂŒtzer im vergangenen Jahr getötet
Der Einsatz fĂŒr Umwelt und Natur kann lebensgefĂ€hrlich sein: Im vergangenen Jahr wurden nach Angaben der Nichtregierungsorganisation Global Witness weltweit 200 UmweltschĂŒtzer getötet. Das war ein leichter RĂŒckgang gegenĂŒber dem Jahr 2020, als 227 Aktivisten getötet wurden, wie die Gruppe bei der Vorstellung ihres Jahresberichts am Donnerstag mitteilte.

Über drei Viertel aller tödlicher Angriffe wurden in Lateinamerika registriert. Das gefĂ€hrlichste Land fĂŒr NaturschĂŒtzer war mit 54 Tötungen Mexiko, gefolgt von Kolumbien (33) und Brasilien (26). Vor allem Aktivist*innen, die sich gegen Bergbau- und Energieprojekte, Landwirtschaft und Forstwirtschaft einsetzen, leben gefĂ€hrlich. Die meisten Tötungen wĂŒrden nie aufgeklĂ€rt, berichtete die Organisation.

Weiterlesen: https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/kriminalitaet/ngo-global-witness-meldet-200-getoetete-umwelt-aktivisten-fuer-2021-18350470.html

HINWEISE

29. Oktober – 6. November 2022 IV Ceremonias de dia de muertos.
Mit Druckgrafik-Ausstellung „Ein Land“, von Kindern aus Oaxaca, Mexiko; Ausstellung Hauptaltar, Feier des Todes, Kulturabend u.a.
Reformierte Citykirche St.Jakob, Stauffacherstrasse 34, 8004 ZĂŒrich
Genaue Infos: www.citykirche.ch; www.barfusskollektiv.com,




Quelle: Chiapas.ch