MĂ€rz 1, 2021
Von InfoRiot
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Potsdam – Die Brandenburger Frauenwoche steht in diesem Jahr unter dem Motto “Superheldinnen am Limit”. Wie immer findet sie um den 8. MĂ€rz statt, dem Internationalen Frauentag. Die Brandenburger Frauenwoche geht auf die Wendezeit zurĂŒck und findet 2021 bereits zum 31. Mal statt – erstmals allerdings ausschließlich online. Im letzten Jahr kamen – noch vor dem ersten Lockdown – 500 Menschen zum Auftakt im Hans Otto Theater zusammen. 

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In diesem Jahr mĂŒssen alle Veranstaltungen im virtuellen Raum stattfinden. Martina Trauth, die Gleichstellungsbeauftragte der Landeshauptstadt Potsdam, sagt, sie habe anfangs wenig Hoffnung gehabt, dass sich viele Potsdamer Vereine und Organisationen beteiligen wĂŒrden. Doch zu ihrer Überraschung seien am Ende 20 Veranstaltungen zusammengekommen. „Ich bin ĂŒberrascht aber auch bestĂ€tigt in meiner Annahme, dass gleiche Rechte und gleiche Chancen von Frauen in Potsdam viele Menschen fĂŒr wichtig und diskussionswĂŒrdig erachten“, sagt Trauth. 

Probleme sind Àhnlich wie 1990

Die erste Brandenburger Frauenwoche fand 1991 in der Aufbruchstimmung kurz nach der Wiedervereinigung statt. Regine Hildebrandt (SPD), damals Ministerin fĂŒr Arbeit, Soziales, Gesundheit und Frauen in der Landesregierung, schrieb in einem Grußwort: “Frauenpolitik” mĂŒsse dafĂŒr Sorge tragen, dass “Frauen nicht zu den großen Verlierern der marktwirtschaftlichen Rosskur werden, der wir jetzt ausgesetzt sind.” Die Ministerin betonte die Bedeutung von KindergĂ€rten und Krippen fĂŒr berufstĂ€tige Frauen. Kinderbetreuung sei eine Aufgabe der gesamten Gesellschaft, nicht nur der Frauen, schrieb die Ministerin. 

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Heute klingen die Problembeschreibungen Ă€hnlich. Die Coronakrise habe zum Teil sogar zu einer RĂŒckkehr traditioneller Rollenverteilungen gefĂŒhrt, warnen die Veranstalter:innen. Wieder seien es vor allem die Frauen, die sich um Kinderbetreuung und Homeschooling kĂŒmmern mĂŒssten. „Unsere gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, wie zum Beispiel die Schlechterbezahlung von Frauenberufen oder das Ehegattensplitting, fördern nicht die gleiche Teilung von Arbeits- und Betreuungszeit zwischen Frauen und MĂ€nnern“, sagt Martina Trauth. 

Die Auftaktveranstaltung findet am 4. MĂ€rz statt. Dann folgen Diskussionsrunden in Videokonferenzen, außerdem Podcasts sowie Kunstinstallationen und Autokonzerte. Das ganze Programm ist unter www.potsdam.de/kategorie/chancengleichheit zu finden. 




Quelle: Inforiot.de