Oktober 7, 2021
Von SchwarzerPfeil
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Die TĂŒren des MarbrĂ© haben sich in September 2009 geöffnet und seitdem ließen der Marmorstaub und die Glaswolle Platz fĂŒr  Wohnraum und einen Raum der radikalen, selbstorganisierten und autonomen* politischen Organisierung. In diesem Ort begegnen und lernen sich unterschiedliche Perspektive kennen, die einen unkommerzielen Umgang gegen Kapitalismus und jede Art der UnterdrĂŒckungen tragen, auf der Suche des Bruches mit dem Staat und allem Bestehenden. Die Hauptlinien um die sich Menschen rund um das MarbrĂ© herum organisieren sind das Wohnen, die KĂ€mpfe gegen Gentrifizierung, soziale KĂ€mpfe, verschiedene Arte des Einsperrens (KnĂ€ste, Abschiebelager, Zwangsunterbringung..), Spezismus, Feminismus und Grenzen.Der Raum wird durch eine offene Vollversammlung organisiert und freut sich auf neue Menschen und neue Gruppen.

Ein paar Worte zur Situation

Wir wurden zum ersten Mal im Februar 2021 gerĂ€umt, aber das GebĂ€ude wurde am nĂ€chsten Tag erfolgreich wieder besetzt, was uns viel Kraft gegeben hat. Seit September 2021 stehen wir vor einer neuen RĂ€umungsbedrohung im Folge unseres Prozesses. In der Gerichtentscheidung die wir im Juni 2021 bekommen haben hies es, wir wĂŒrden die normalen 3 Monate RĂ€umungsfrist + 2 Monate extra Frist + die Winterpause (vom 1. November bis 1. April) bekommen. Doch der Gerichtsvollzieher will es nicht so wahr haben: wir bekammen die Aufforderund die RĂ€ume zum 23. September zu verlassen. Unsere juristische Strategie war, Einspruch beim dem JEX (Juge de l’ExĂ©cution, also „DurchfĂŒhrungsrichter“) gegen die Interpretation des Gerichtsvollziehers einzulegen. Unser Termin bei dem JEX war am 5. Oktober, doch die Entscheidung des JEX wird bis zum 16.november also mehrere Wochen dauern, wĂ€hrend dessen wir noch in der Gefahr sind, gerĂ€umt zu werden.                                       Unsere politische Strategie war es vom 23. September bis zum 5. Oktober, mit maximaler KapazitĂ€t zu mobilisieren  : jeden Tag haben wir AktivitĂ€ten angeboten, andere lokale Squats und Kollektive eingeladen und haben uns fĂŒr den Tag X vorbereitet. NatĂŒrlich bleiben wir mobilisiert nach dem 5. und es werden immer noch Workshops, Diskussionen usw. im MarbrĂ© stattfinden, solang wir den Raum halten. Wir lernen, gemeinsam mit dem Stress, mit der MĂŒdigkeit und der Angst, den Raum zu verlieren, umzugehen. Zusammen erforschen wir die SolidaritĂ€t und das Teilen von Kenntnissen. Klar macht uns die Perspektiv der RĂ€umung Sorgen, aber wir sehen sie auch als eine kommende starke kollektive Erfahrung und wollen uns dem ganz hingeben, auch wenn wir noch am Anfang des Marathons stehen. Wir laden euch also ein, zur Verteidigung unserer RĂ€umen sowie des MarbrĂ©s teilzunehmen. Wenn ihr um die Ecke seid, könnt ihr vorbeischauen, AkivitĂ€ten anbieten oder daran teilnehmen, PrĂ€senz zeigen. ErzĂ€hlt andren davon. Es gibt eine Notfallliste mit Telefonnummern, die benachrichtigt werden im Fall einer RĂ€umung, ihr konnt euch hinzufĂŒgen lassen indem ihr eure Nummer an lemarbre@riseup.net schickt oder bei einem Besuch im MarbrĂ© die Nummer hinterlasst. Bei einem RĂ€umungsversuch gibt es eine Demo  am nĂ€chsten Tag um 19Uhr, Startpunkt Mairie de Montreuil.Jedes Zeichen der SolidaritĂ€t ist willkommen : jede.r kann je nach Lust und Möglichkeiten gegen alle Akteure und Profiteure der VerdrĂ€ngung, der Ausbeutung, der Urbanisierung und der Gentrifizierung agieren : AnwĂ€lte, Gerichtsvollzieher, ImmobilienbĂŒros, Restaurants, BiolĂ€den und sonstige Ketten, Kameras und weitere Überwachungs- und Alarmsysteme, Baustellen der Urbanisierung wie zB. die vom Grand Paris, Infrastrukture der Telekommunikation, Bullenwachen, Gerichtshöfe, Stadtverwaltungen, Baufirmen und Profiteure der GefĂ€ngnisse und der Abschiebelager : Bouygues, Vinci, Eiffage, Spie und viele andere.

Lasst uns unsere RĂ€ume verteidigen und uns RĂ€umungen und der Ausbeutung unserer Leben widersetzen.

Internationale SolidaritÀt

Die Problematiken, die uns begegen, enden nicht an Stadt oder Staatsgrenzen und selbst wenn die Namen sich Ă€ndern, sind die Feinde ĂŒberall die selben. Die internationale SolidaritĂ€t bricht die Isolation in die die Repression uns zu zwingen sucht, sie macht uns stĂ€rker und weniger vereinzelt. In diesen Zeiten des Kampfes egal ob mit einem LĂ€cheln auf den Barrikaden oder in Diskussionen, gehen unsere Gedanken auch an unsere FreundInnen die woanders auch gegen die Repression stehen mĂŒssen,  : SolidaritĂ€t mit dem KĂžpiplatz, mit dem EIF, mit la Trasheria und allen rebellischen, widerstĂ€ndigen Squats. SolidaritĂ€t auch mit denen, die von repressions Operationen getroffen wurden, wie Operation Prometeo (GlĂŒckswĂŒnsche!), Bialystock und Scintilla, die Repression gegen den Gare in Athens, die 129§ Prozesse in Deutschland, und mit den GefĂ€hrtInnen die in Frankreich und andererorts von VorwĂŒrfen krimineller Vereinigung und Terrorismus getroffen sind, sowie allen eingesperten GefĂ€hrtInnen.  Le MarbrĂ©


*Organisation ohne Gewerkschaften, Parteien, Institutionen und auf der Suche nach Hierarchiefreiheit

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Quelle: Schwarzerpfeil.de