November 22, 2020
Von Emrawi
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“Wir mĂŒssen feststellen, dass in Österreich permanent gegen die Kinderrechtskonvention verstoßen wird”. Als besonders prekĂ€r stellt sich immer wieder die Lage von unbegleiteten minderjĂ€hrigen FlĂŒchtlingen (UMF) dar.

Traiskirchen ist kein Ort fĂŒr KinderflĂŒchtlinge Endlose Tage ohne Struktur und Betreuung, ohne Möglichkeiten einer alters- und kindgerechten BeschĂ€ftigung nachzugehen, das ist der Alltag fĂŒr die Jugendlichen in der EAST-Ost in Traiskirchen und der Außenstelle in Reichenau an der Rax.

Kinder haben das Recht auf Bildung. Dieses elementare Recht wird den jugendlichen FlĂŒchtlingen, die in den Bundeseinrichtungen auf weitere Verfahrensschritte warten, vorenthalten. In den isolierten Massenquartieren gibt es keine möglichkeiten zu lernen, keine PrivatsphĂ€re. Unbegleitet minderjĂ€hrige FlĂŒchtlinge vermissen erwachsene Bezugspersonen und fĂŒhlen, dass sie in Österreich nicht erwĂŒnscht sind.

Viel zu lange in Quartieren des BMI Eigentlich sollten sich die KinderflĂŒchtlinge nur einige Tage in den Erstaufnahmezentren aufhalten mĂŒssen, solange es dauert bis ihr Gesundheitszustand und gegebenenfalls ihr Alter ĂŒberprĂŒft wird. Dann mĂŒsste die sofortige Überstellung in Betreuungseinrichtungen der LĂ€nder (Kinder- und Jugendhilfe oder spezialisierten NGOs) erfolgen. “Es ist fĂŒr die asylkoordination nicht nachvollziehbar, warum die UMF unter diesen UmstĂ€nden Monatelang in der Bundesbetreuung ausharren mĂŒssen”, kritisiert W.. Derzeit sind etwa 240 UMF in Traiskirchen und Reichenau/Rax, das sind 30 Prozent. Im asylantragsstarkem Jahr 2017 befanden sich lediglich zwei Prozent (91) der UMF in Bundesbetreuung. “Von den BundeslĂ€ndern hören wir, dass so gut wie alle bereit wĂ€ren, sofort UMF aus Traiskirchen und Reichenau aufzunehmen. Das Innenministerium will die KinderflĂŒchtlinge offenbar aus Österreich vertreiben.”

Kinder verschwinden

Wie viele Österreich daher tatsĂ€chlich wieder verlassen und versuchen in einem anderen EU-Land Zuflucht zu finden, ist schwer festzustellen. Klar ist nur – das zeigten jĂŒngst die Antworten auf eine parlamentarische Anfrage der NEOS –, dass jedes Jahr hunderte Kinder spurlos verschwinden. Von 888 UMF, die in Österreich einen Asylantrag stellten wurden lediglich 126 in Einrichtungen der LĂ€nder ĂŒbernommen. Selbst wenn in Rechnung gestellt wird, dass ein Teil als volljĂ€hrig erklĂ€rt wird und etliche in andere EU-Staaten gebracht werden, weil sie dort Familie haben oder schon ein abgeschlossenes Asylverfahren durchlaufen haben, bleiben ĂŒber 350 Kinder ĂŒber deren Verbleib nichts bekannt ist.

“Die Behörden mĂŒssen sich endlich um das Wohl dieser Kinder kĂŒmmern “, fordert die UMF-Expertin Lisa W. Wir haben bereits vor einem Jahr auf diesen Skandal hingewiesen, passiert ist seither nichts”. Eine wichtige VerĂ€nderung steht mit 1. Dezember dieses Jahres bevor: Die Betreuung der Asylwerber*innen in der Bundesbetreuung geht an die neu geschaffene BBU (Bundesagentur fĂŒr Betreuungs- und UnterstĂŒtzungsleistungen) ĂŒber. Das könnte auch die Lage der UMF in Traiskirchen und Reichenau an der Rax beeinflussen.

Die asylkoordination fordert von der Leitung der BBU alles zu unternehmen, damit eine zĂŒgige Überstellung der UMF in Quartiere der LĂ€nder ermöglicht wird. Nur dort sind eine kindgerechte Betreuung, Möglichkeiten zum Spracherwerb und eine Bearbeitung der traumatischen Erlebnisse der Kinder möglich.

https://asyl.at




Quelle: Emrawi.org