Juni 14, 2021
Von Emrawi
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Üblicherweise veranstaltet die Bundeswehr an diesem Tag Ă¶ffentlichkeitswirksame Veranstaltungen, in denen sie sich in ein positives Licht rĂŒcken und als guten Arbeitgeber darstellen wollen. Allerdings mĂŒssen die geplanten Veranstaltungen an 16 MilitĂ€rstandorten auf Grund der Corona-Pandemie, wie schon im Vorjahr, ausfallen. Laut Katha Messer vom Ministerium fĂŒr KontextverĂ€nderung, plakative Fußnoten und Werbekorrektur (Mf KopfW) sei dies fĂŒr die Adbuster*innen kein Grund den Tag ohne Protest vergehen zu lassen. „Kritik an der Bundeswehr muss genau so sichtbar sein, wie die Bundeswehr-Propaganda, mit der wir regelmĂ€ĂŸig auf zahlreichen Werbetafeln belĂ€stigt werden. Die Bundeswehr hat zwar dieses Jahr nicht die Möglichkeit schon Kinder mit einer spektakulĂ€ren als Spaßevent verpackten Livedarbietung von sich zu ĂŒberzeugen, das hĂ€lt sie aber nicht davon ab auf anderen Wegen zu versuche Jugendliche anzuwerben“

Kritik im Bundeswehr-Design

Kritik an der Bundeswehr wurde durch selbst gedruckte Plakate in verschiedene WerbekĂ€sten gebracht. Das Design der Plakate ist an Bundeswehr-Werbung angelegt die in den letzten Jahren hĂ€ufig deutschlandweit zu sehen war. Erst auf den zweiten Blick offenbart sich, das es sich nicht um eine offizielle Werbekampagne handelt. Durch SprĂŒche wie â€žMunition & Menschenleben, ein bisschen Schwund ist immer“ wird etwa auf den Munitions- und Waffenklau Skandal durch Soldaten des KSK aufmerksam gemacht. Katha dazu: „Nazi-Prepper können jahrelang Kriegswaffen von Arbeitsplatz mitnehmen und niemanden stört es. Stattdessen konnten Bundeswehr-Soldat*innen die gestohlene Munition durch eine Amnesieaktion konsequenzlos zurĂŒckgeben. Uns ist allerdings wichtig klar zu stellen, das wir nicht alle Soldat*innen fĂŒr Nazi halten, auch das haben wir in einem Plakatdesign festgehalten“ Auf dem angesprochenen Plakat steht groß „Nicht jeder Soldat ist ein Nazi“ darunter kleiner in einem roten Kasten „Aber verdammt viele Nazis sind Soldaten“.

Neben den Hinweisen auf die zahlreichen Skandale der letzten Jahre, wird auch grundlegende Kritik an der Funktion der Bundeswehr geĂŒbt, mit SprĂŒchen wie „Ausbeutung Gewaltsam Verteidigen“ oder „Jeder Tote ist ein kleiner Schritt zum Weltfrieden“. Es wird außerdem auf deutsche PrioritĂ€ten hingewiesen, indem Thematisiert wird, das dem Verteidigugsministerium 17 mal soviel Geld zugesprochen wird, wie dem Umweltministerium. Katha dazu: „Das zeigt deutlich, das es bei der Bundeswehr nicht darum geht Konflikte zu vermeiden. Das wĂŒrde viel besser funktionieren, wenn man gegen die GrĂŒnde, die zu Konflikten fĂŒhren angehen wĂŒrde. Die Folgen des Klimawandels, wie DĂŒrren und Naturkatastrophen, werden in den nĂ€chste Jahre vor allem im Globalen SĂŒden zu neuen Konflikten fĂŒhren. Anstatt frĂŒhzeitig dagegen anzugehen indem man den Klimawandel bekĂ€mpft wird abgewartet und erst wenn es bereits zu spĂ€t ist die Bundeswehr geschickt um so den deutsche Wohlstand zu schĂŒtzen.“

Aktionen in weiteren StĂ€dten angekĂŒndigt

Schon im Vorfeld des „Tag ohne Bundeswehr“ wurden vom KommunnikationsguerillabĂŒndnis „tob21.noblogs.org“ Aktionen in 11 StĂ€dten angekĂŒndigt. Im Mai gab es bereits einen Vorgeschmackt durch die Berliner Gruppe “Außenwerbung kunstvoll kapern“ (akk). Es wurden Adbustings rund um das Kriegsministerium aufgehangen und ein Schreiben des Ministerium der Bundeswehr gefĂ€lscht. Obwohl das Kriegsministerium die Aktion als Satire einstuft ermittelt das LKA mit dem Vorwurf „Störpropaganda gegen die Bundeswehr“. Dies ist ein erneuter Versuch Adbusting zu kriminalisieren, nachdem die Berliner Staatsanwaltschaft, neben weiteren namenhaften Juristen bereits zum Schluss gekommen ist, das es sich beim Adbusting nicht um eine Straftat handelt.

Die diesjĂ€hrigen Aktionen schließen sich an den Tag der Bundeswehr 2020 an, dort wurden bereits in 5 StĂ€dten, darunter Dresden, MillitĂ€rkritische-Adbustings verteilt. Katha sagt dazu: „Der Tag ohne Bundeswehr hat uns letztes Jahr so gut gefallen, das wir ihn nicht nur wiederholen wollten, sondern noch grĂ¶ĂŸer feiern, ganz nach dem Motto Tag ohne Bundeswehr ist jedes Jahr. Aber unser eigentliches Ziel ist es natĂŒrlich das ganze auf jeden Tag auszuweiten.“










Quelle: Emrawi.org