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Keine Kollaboration mit dem AKP-Regime – hoch die internationale SolidaritĂ€t!

Tag X: 18 Uhr / Kundgebung / Hauptbahnhof

Am Samstag darauf: 14 Uhr / BĂŒndnisdemo / Asmus-Bremer-Platz

Zu den Aktionen rufen auf (Stand 22.06.): Autonome Antifa-Koordination Kiel | Defend Kurdistan Kiel | Kurdische Frauengruppe Jiyana Jin | Kurdische Gemeinde SH | Kurdische Kulturschule Kiel | Kurdistan SolidaritĂ€ts-Komitee Kiel | netzwerk antirassistische aktion [nara] kiel | Perspektive SolidaritĂ€t Kiel (PSK) | SolidaritĂ€tskomitee Rojava (SKR) Flensburg | Den Aufruf unterstĂŒtzen: ksk-kiel@riseup.net

Nach dem Angriff auf Afrin (2018) und Serekaniye (2019) hat der tĂŒrkische Diktator Recep Tayyip Erdoğan vor wenigen Wochen eine neue MilitĂ€roffensive gegen die Selbstverwalteten Gebiete von Nord- und Ostsyrien (Rojava) angekĂŒndigt. Ihr Ziel soll sein, eine 30 Kilometer tiefe “Sicherheitszone“ sĂŒdlich der tĂŒrkischen Staatsgrenze einzurichten. Schon seit Wochen stehen verschiedene StĂ€dte in der Region immer wieder unter tĂŒrkischem Artilleriebeschuss, seine Ausweitung zu einer Invasion des tĂŒrkischen MilitĂ€rs in Syrien muss jederzeit befĂŒrchtet werden.


Laut verschiedener Quellen sind die Vorbereitungen eines tĂŒrkischen Einmarsches in die Gebiete abgeschlossen. Zehn Jahre nach der Revolution von Rojava will der tĂŒrkische Staat die autonome Verwaltung in der Region final zerstören und mit ihr die kurdische Befreiungsbewegung. Ein erneuter tĂŒrkischer Angriff wĂŒrde eine große humanitĂ€re Katastrophe fĂŒr die Region bedeuten und schweres Leid fĂŒr die Bevölkerung, darunter auch zehntausende Afrin-Vertriebene. Mithilfe islamistischer Gruppen droht ein endgĂŒltiger Bevölkerungsaustausch, der de facto die ethnische SĂ€uberung von Kurd*innen bedeutet, und eine Verfestigung der tĂŒrkischen Siedlungspolitik in Syrien.

Als NATO-Mitglied hat die TĂŒrkei bei ihren Angriffskriegen kaum Sanktionen zu befĂŒrchten. FĂŒhrende NATO-MilitĂ€rs haben bereits ihr „VerstĂ€ndnis“ fĂŒr die tĂŒrkischen „Sicherheitsinteressen“ und damit ihre RĂŒckendeckung fĂŒr die InvasionsplĂ€ne signalisiert. Gleichzeitig nutzt Erdogan aktuell die NATO-Beitrittsgesuche Schwedens und Finnlands, um im Schatten des Ukraine-Kriegs seine ganz eigenen Interessen durchzusetzen. Die TĂŒrkei fordert fĂŒr ihre Zustimmung zum Beitritt unter anderem ein hĂ€rteres Vorgehen gegen kurdische Exilorganisationen in den beiden LĂ€ndern. Auch die BRD spielt zum Schutz der eigenen politischen und wirtschaftlichen Interessen weiter den verlĂ€ngerten Arm Erdogans und verfolgt und kriminalisiert hierzulande die kurdische Befreiungsbewegung und ihr zugeordnete Personen und Strukturen. Parallel treffen sich hochrangige tĂŒrkische Staatsvertreter mit russischen Amtskollegen, um auch von dieser Seite kriegerische Freifahrtsscheine abzudealen. Rojava ist lĂ€ngst zum Spielball der global kriegerisch zugespitzten Konkurrenz der imperialistischen MĂ€chte geworden, die Erdogan fĂŒr sich auszunutzen weiß.

Wir, die Kurdische und internationalistische SolidaritĂ€tsbewegung in Kiel, verurteilen die Aggression des tĂŒrkischen Faschismus, die eine Bedrohung fĂŒr alle Menschen in der Region darstellt. Wir verurteilen die imperialistischen Spiele, sowohl des tĂŒrkischen AKP-Regimes als auch der NATO und des russischen Imperialismus.

Die Revolution von Rojava widersteht im Juli dieses Jahres bereits seit 10 Jahren den dauerhaften Bedrohungen durch die reaktionĂ€ren KrĂ€fte in der Region. Sie bleibt in ihrem unermĂŒdlichen Bestreben, inmitten des andauernden BĂŒrgerkriegs eine sozialistische RĂ€tedemokratie unter feministischen, ökologischen und multiethnischen Vorzeichen zu verwirklichen, das wohl grĂ¶ĂŸte und inspirierendste revolutionĂ€re Projekt der Gegenwart, das linken und emazipatorischen Bewegungen weltweit die Hoffnung und Motivation erhalten hat, weiter fĂŒr Befreiung, SolidaritĂ€t und eine egalitĂ€re Gesellschaft jenseits von Kapitalismus, Patriarchat und Imperialismus zu kĂ€mpfen. Nicht nur deshalb sind wir es der Kurdischen Befreiungsbewegung und ihren KĂ€mpfer*innen schuldig, wie schon beim Kampf um Kobane 2014 fest an ihrer Seite zu stehen und die soziale Revolution in Rojava gemeinsam und international zu verteidigen, wenn der tĂŒrkische Staat zu seinem offen angekĂŒndigten Vernichtungsschlag ausholt. Die Demokratische KrĂ€fte Syriens (SDF) und die Bevölkerung Rojavas sind auf den Großangriff vorbereitet, wir werden sie nicht im Stich lassen.

Wir rufen alle Genoss*innen, Demokrat*innen, Antifaschist*innen, Feminist*innen, die ökologische Bewegung und Antikriegsaktivist*innen dazu auf, sich auf Tag X vorzubereiten; den Tag einer Invasion der TĂŒrkei in Rojava und die Autonome Verwaltung von Nord- und Ostsyrien. Im Falle eines Angriffs werden wir dem Signal der internationalen SolidaritĂ€tsbewegung folgen, zu handeln. Um eine angemessene Antwort auf einen Angriff zu geben, mĂŒssen wir uns jetzt vorbereiten und bereit sein, weltweit die UnterstĂŒtzer des tĂŒrkischen Faschismus gemeinsam zur Rechenschaft zu ziehen und die Errungenschaften der Revolution zu verteidigen!

Auf die Straße bei einer Invasion der tĂŒrkischein Armee in Rojava – auch in Kiel!

Biji berxwedana Rojava!

Infos: www.defend-kurdistan.com | www.riseup4rojava.org | www.womendefendrojava.net | www.anfdeutsch.com

#defendkurdistan




Quelle: Kurdistansolikiel.noblogs.org