MĂ€rz 3, 2021
Von Emrawi
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Vereinzelung im Kapitalismus

Die Isolation durch die Pandemie fĂŒhrt bei uns allen dazu, dass kapitalistische UnterdrĂŒckungsmechanismen unsere Unsicherheit, etwa am Arbeitsplatz, noch verstĂ€rken. Die Trennung zwischen öffentlichem und privatem Raum (zwischen Lohn- und Care-Arbeit) wird durch die Regierungsmaßnahmen weiter verstĂ€rkt. Es verfestigt sich eine konservative Definition von Arbeit. An uns wird die kapitalistische Forderung gestellt, sich den gesundheitlichen Gefahren bei der Lohnarbeit auszusetzen, bei gleichzeitigen EinschrĂ€nkungen im privaten Bereich und auch zum Beispiel bei der Sexarbeit.

Queere Gesundheit

Gerade fĂŒr queere Personen spielt die Community eine große Rolle. Austausch ist fĂŒr die mentale Gesundheit wichtig. Schon immer waren LGBTQIA+ Personen (lesbian, gay, bi, trans, queer, inter, asexual/aromantic) darauf angewiesen, sich ihre eigene Familie abseits biologischer VerwandtschaftsverhĂ€ltnisse zu suchen. Auf Grund der AusgangsbeschrĂ€nkungen können wir diese Familien jetzt nicht treffen.

Beziehungen

Regelungen in den Lockdowns orientieren sich lediglich am Ideal der heterosexuellen bĂŒrgerlichen Kleinfamilie. Andere Beziehungsformen, wie etwa die gleichgeschlechtlicher Partner_innen, polyamoröser Personen und Ein-Eltern-Familien werden dadurch noch weiter marginalisiert und diskriminiert.

Alleinerziehende

Alleinerzieher_innen waren und sind wĂ€hrend der Lockdowns isoliert und von ihren Netzwerken getrennt. Sie werden alleingelassen, was ihre psychische Gesundheit noch weiter belastet. Auch die Vereinbarkeit von Lohn-, Care- und Reproduktionsarbeit wird erschwert, da wir nicht auf erweiterte Netzwerke zurĂŒckgreifen können.

Netzwerke

Allgemein hat die Corona Pandemie dazu gefĂŒhrt, dass soziale und politische RĂ€ume/Netzwerke/Gruppen nicht nur schwerer zugĂ€nglich sind sondern mitunter völlig verschwinden. Dieses Fehlen von Netzwerken fĂŒhrt zu einer Isolation, die lebensgefĂ€hrlich sein kann, da zum Beispiel Auswege aus Gewaltdynamiken fehlen. Zudem werden Freizeitangebote und ohnehin schon spĂ€rliche Einrichtungen zur psychischen Versorgung eingeschrĂ€nkt, gerade dann wenn wir es am dringendsten brauchen wĂŒrden.

Gewalt

Nach wie vor passiert die meiste Gewalt gegen FLINT-Personen (Frauen, Lesben, inter, nicht-binĂ€r und trans) in den eigenen vier WĂ€nden. Durch eine Politik die sowieso keinen Wert auf unsere Sicherheit legt, und verschĂ€rft durch die Corona-Pandemie, gibt es fĂŒr Betroffene auch keine oder viel zu wenig SchutzrĂ€ume.

Diskriminierung von asiatischen Personen

Asiatisch gelesene Personen werden seit Beginn der Pandemie vermehrt rassistisch angegriffen und unter Generalverdacht gestellt, was zu noch mehr Isolation fĂŒhrt. Das zeigt sich beispielsweise durch großrĂ€umiges Ausweichen, verbale Übergriffe oder auch tĂ€tliche Angriffe. Auch verschwörungstheoretische Ideologien tragen maßgeblich zur Ausgrenzung bei.

Du bist nicht allein! Halten wir zusammen! Gemeinsam in der Isolation! Gemeinsam in die Revolution!

Hygienekonzept

Bitte haltet alle 2 Meter Abstand zu anderen Personen und tragt einen Mund-Nasen-Schutz (am besten FFP2).

Programm

17:00 Kundgebung mit RedebeitrÀgen am Stephansplatz 18:00 Start Demozug 19:30 Abschlusskundgebung mit RedebeitrÀgen im Sigmund-Freud-Park




Quelle: Emrawi.org