Mai 9, 2022
Von FAU Flensburg
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NRW: Ultimatum fĂŒr bessere Jobbedingungen an sechs Unikliniken verstrichen. Folge: Unbefristete Streiks und Großdemo BeschĂ€ftigter in DĂŒsseldorf

Sie erhöhen den Druck: Gewerkschafter und BeschĂ€ftigte. Verdi rief am Samstag das Personal an den sechs Unikliniken in NRW zur Demonstration nach DĂŒsseldorf: fĂŒr einen Tarifvertrag Entlastung. Nach Gewerkschaftsangaben beteiligten sich rund 2.700 Menschen am mehrere hundert Meter langen Protestzug, der vom Sitz des Landesbezirks des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) ĂŒber die Berliner Allee zur grĂŒnen Wiese vor dem NRW-Landtag fĂŒhrte. Ort und Zeitpunkt passten: Am kommenden Sonntag wird im bevölkerungsreichsten deutschen Bundesland ein neuer Landtag gewĂ€hlt.

Der Konflikt dĂŒrfte sich weiter verschĂ€rfen. In einer Urabstimmung hatten sich mehr als 98 Prozent der BeschĂ€ftigten an den Unikliniken fĂŒr unbefristete Streiks ausgesprochen, teilte Verdi am Montag voriger Woche mit. Am 1. Mai war ein 100-Tage-Ultimatum verstrichen, in dem die BeschĂ€ftigten den Arbeitgeberverband des Landes (AdL) NRW aufgefordert hatten, einen Tarifvertrag zu vereinbaren, der mehr Personal, bei Unterbesetzung einen Belastungsausgleich durch Freizeit und bessere Ausbildungsbedingungen vorsieht und zudem neben PflegekrĂ€ften auch BeschĂ€ftigte aus anderen Bereichen berĂŒcksichtigt, beispielsweise Service- und ReinigungskrĂ€fte.

Am vergangenen Mittwoch und Donnerstag waren bereits insgesamt etwa 3.500 BeschĂ€ftigte im Streik und 70 Prozent der OP-KapazitĂ€ten stillgelegt, wie Katharina Wesenick, Verdi-Landesfachbereichsleiterin fĂŒr Gesundheit und Soziales, gegenĂŒber jW sagte. Es sei gelungen, mit den Klinikleitungen in Bonn, DĂŒsseldorf, Essen, Köln und MĂŒnster Notfallvereinbarungen zu treffen, um eine Mindestversorgung der Patienten zu gewĂ€hrleisten. Lediglich die Uniklinik Aachen verweigere sich dem bislang.

ZurĂŒck zur Demo. Verdi-Landeschefin Gabriele Schmidt Ă€ußerte auf der RedebĂŒhne Zweifel, ob sich die Landesregierung fĂŒr einen Tarifabschluss wirklich stark machen wolle. Mitte April, unter dem Eindruck erster Warnstreiks, hatte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann noch versichert, dass sich die Landesregierung fĂŒr den Entlastungstarifvertrag einsetzen werde, Ă€hnlich Ă€ußerte sich Anfang Mai MinisterprĂ€sident Hendrik WĂŒst (beide CDU). Mehr sei jedoch nicht geschehen, so Schmidt. Der AdL zeige weiterhin keine GesprĂ€chsbereitschaft.

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Quelle: Fau-fl.org