April 28, 2021
Von Chronik
322 ansichten


Frankfurt am Main, 21. April 2021

Wir haben in der Nacht vom 20.04 auf den 21.04 ein Auto der Firma Thyssen-Krupp zerstört. Dazu haben wir alle Reifen zerstochen, die Karosserie mit Farbe versehen und eine sĂ€urehaltige FlĂŒssigkeit auf Lack, Motorhaube und Dichtungen verschĂŒttet, das Auto dĂŒrfte ein Totalschaden sein. Wir entschieden uns fĂŒr den Angriff gegen ein Teil der Infrastruktur, die den Faschismus in der TĂŒrkei ausstattet und somit ermöglicht, dass das AKP-MHP Regime weiter seine nationalistischen und rassistischen GroßmachttrĂ€ume ausleben kann.

Thyssen-Krupp verdient mit RĂŒstungsgeschĂ€ften u.A. mit und in der TĂŒrkei sein Geld und ist deshalb zu unserem Angriffsziel geworden.

„Als deutscher Industriekonzern mit dem Schwerpunkt der Stahlverarbeitung produziert das Unternehmen unter anderem Hochöfen, Rolltreppen und AufzĂŒge. Neben dieser Produktion verdient Thysenkrupp, durch die Konzerntochter „ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS)“, mehrstellige MilliardenbetrĂ€ge mit dem Bau von Kriegsschiffen aller Art. Darunter U-Boote sowie Korvetten- und Fregattenbauten die in Hamburg, Kiel und Emden produziert werden. Als Einziger Anbieter fĂŒr U-Boote in Deutschland ist „Thyssen Krupp Marine Systems (TKMS)“ tĂ€tig. Gefertigt werden sie auf den Werften von „Howaldtswerke Deutsche Werft GmbH (HDW)“ in Kiel und den „Nordseewerken GmbH“ in Emden (beide Werften gehören zu TKMS). Die tĂŒrkische Marine ist seit ĂŒber 50 Jahren Treuer Kunde von TKMS und gehört zu den Hauptabnehmern.

Ein weiterer Zweig des Unternehmens ist eine ProduktionsstĂ€tte fĂŒr Stahl im Nordwesten der TĂŒrkei. In der Provinz Kocaeli etablierte das Unternehmen die Tochterfirma „Thyssenkrupp Materials Turkey“.“

Thyssen-Krupp hat seine Aufzugsparte zwar im Februar 2020 an die Finanzinvestoren „Advent“ und „Cinven“ verkauft, hĂ€lt aber noch knapp 10% der Aktien. Außerdem sind die Investoren selbst in Investitionen in die RĂŒstungsindustrie verstrickt und Teil des finanziellen Komplexes dieses ausbeuterischen Systems. Deshalb sind die Autos von Thyssen-Krupp weiter legitimes Angriffsziel fĂŒr antimilitaristische Angriffe.

Alle Unternehmen, die blutige SpĂŒren als FußabdrĂŒcke hinterlassen sind zugleich Angriffsziele. Dass der Feind in nahezu jedem BĂŒro steckt macht es nicht unbedingt schwieriger, so ist dann auch nahezu jedes BĂŒro, jedes Auto, jede ProduktionsstĂ€tte Ziel unsere Wut, unseresKampfes und unsere StĂ€rke. Wir mögen vielleicht nicht ĂŒberall auf der Welt Panzer und Kalaschnikow haben, um unsere Utopien zu verteidigen, aber was wir haben, und das ist viel stĂ€rker als jede Waffe auf dieser Welt, ist der Glaube in die VerĂ€nderung. Die Hoffnung und unsere TrĂ€ume, die uns niemand nehmen wird.

Und der Zeitpunkt an dem die ordentlich verputzen Mauern dieser Staaten anfangen zu bröckeln ist gekommen. Überall entstehen Brennpunkte des Widerstands. Überall widersetzen sich die Menschen diesen VerhĂ€ltnissen.

Also auf auf!
Krieg dem Krieg!

Hoch die internationale SolidaritĂ€t und revolutionĂ€re GrĂŒĂŸe an alle kĂ€mpfenden Genoss*innen ,ob in oder außerhalb der KnĂ€ste!

Insbesondere GrĂŒĂŸen wir die Genoss*innen der kurdischen Freiheitsbewegung und die Menschen in Rojava! Euer Kampf ist der unsere!

Quelle: Indymedia (Tor)

ThyssenKrupp ist besonders fĂŒr Antimilitarist:innen ein Symbol fĂŒr RĂŒstungsexporte – u.a. ĂŒber die Marine-Sparte („TKMS“) mit ihren Exporten an die TĂŒrkei. Der Konzern war stark vereinfacht dargestellt bisher in zwei bedeutenden Sparten organisiert: Der Stahlsparte mit einer großen Vergangenheit, welche seit Jahren allerdings rote Zahlen schreibt und deren ProfitabilitĂ€t auch stark konjunkturabhĂ€nig ist. Einen vergleichsweise kleinen Teil dieser Stahlsparte stellt auch der Verkauf von RĂŒstungsgĂŒtern wie U-Booten dar. Und als zweiter Arm die Aufzugsparte, die neben dem Verkauf von AufzĂŒgen umfangreiche WartungsvertrĂ€ge fĂŒr ebendiese verkauft. Die Aufzugsparte ist hoch-profitabel und hat die defizitĂ€re Stahlsparte quersubventioniert. Es gab seit Jahren Bestrebungen von TK den Konzern radikal umzubauen, die Entscheidungsrechte in der Aktiengesellschaft sind kompliziert und es gab einige 180-Grad Wendungen in den letzten Jahren was die Strategie des Umbaus anging. Neben der taditionellen Krupp-Familienstiftung gehören viele Aktien Finanzinvestor:innen, die eine Zerschlagung des Konzerns in Einzelne, wirtschaftlich unabhĂ€nige, Sparten vorangetrieben haben, um ihre Investition schnell zu Geld zu machen.

Der letzte große gescheiterte Plan war die Stahlsparte auszugliedern und mit dem Konzern Tata Steel aus Indien zu fusionieren, was aber von der EU-Kommision blockiert wurde. Zuletzt wurden jetzt wieder verschiedene Optionen durchgespielt und unter anderem ein Verkauf der Aufzugsparte an den Aufzug-Konkurrenten Kone in betracht gezogen. Beim Bieterwettbewerb wurde Kone jetzt allerdings ĂŒberboten, ein Konsortium um die Finanzinvestoren Advent und Cinven sowie die Essener RAG-Stiftung haben die Aufzugsparte fĂŒr 17,2 Milliarden gekauft. Kurzum:

Die in deutschen StĂ€dten in großer Zahl vorhandenen Pkw von ThyssenKrupp „-Elevator Technology“, „-Elevators“ oder „-AufzĂŒge GmbH“ gehören wirtschaftlich nicht mehr zu der selben Firma wie die Stahl- und RĂŒstungssparten noch zum Ur-Konzern gehören, sondern gehören Finanzinvestor:innen. Geplant ist zwar, dass der Stahlkonzern einen kleinen Teil der Anteile am AufzuggeschĂ€ft zurĂŒckkaufen wird (fĂŒr 1,25 Milliarden Euro), aber dieser Teil fĂ€llt kaum ins Gewicht. ThyssenKrupp fĂŒr die RĂŒstungssgeschĂ€fte mit wirtschaftlichen (Total-)SchĂ€den bei ihren Autos zu treffen ist jetzt deutlich schwerer und bedarf der AbklĂ€rung von welcher der gleichnamigen Firmen die Dienstfahrzeuge stammen.

Die Stahl- und RĂŒstungssparten haben naturgemĂ€ĂŸ, weil sie weniger Endkund:innen betreuen oder Maschinen warten mĂŒssen, einen viel kleineren Fuhrpark, die Fahrzeuge vor Niederlassungen wie „ThyssenKrupp Plastics“ und anderen Stahl-Filialen gehören aber weiterhin wirtschaftlich zum selben Unternehmen wie die RĂŒstungssparte. Die meisten der abgebrannten Autos waren allerdings fĂŒr die jetzt wirtschaftlich unabhĂ€nige Aufzugsparte unterwegs, dieser Fuhrpark wird kĂŒnftig kein sinnvolles Ziel sein.

Diese Information basiert auf Zeitungsmeldungen und kann Fehler enthalten. Konkret spielt die RĂŒstungsproduktion in der Berichterstattung zur Aufspaltung keine Rolle, daher ist nicht absolut klar wie mit ihr verfahren wird. Das sie aber im Ur-Konzern verbleibt ist anzunehmen. Wie und ob die abgespaltene Aufzugsparte das Corporate Design der Firma behĂ€lt ist auch unklar, vorerst ist aber mit bloßem Auge kaum ein Unterschied zu machen. Daher dieser Text und unten ein paar Beispiel-Bilder.

Quelle: Indymedia (Tor)




Quelle: Chronik.blackblogs.org