MĂ€rz 3, 2022
Von Soligruppe FĂŒr Gefangene
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Gefunden auf der Seite von Tridni Valka (Klassenkrieg), die Übersetzung ist von uns

Proletarier in Russland und in der Ukraine! An der Produktionsfront und an der militÀrischen Front
 GefÀhrten und GefÀhrtinnen!

TƘÍDNÍ VÁLKA / KLASSENKRIEG

24. Februar 2022

Die KriegsgerĂŒchte schallen wieder laut durch Europa, die Kanonen werden geladen, die Jagdbomber werden mit Kugeln und mörderischen Bomben befĂŒllt, die Raketen richten ihre nuklearen Sprengköpfe auf ihre kĂŒnftigen Ziele.

Diese Worte die wir im Jahr 2014 geschrieben hatten, sind im Hinblick auf den Konflikt zwischen Russland und der Ukraine aktueller denn je. Wenn der Kapitalismus von Natur aus ein jĂ€hzorniger Produzent von Übeln, ein Erzeuger von Elend, von Klima- und Gesundheitskrisen ist, da haben wir fast „vergessen“, dass er ohne Zweifel ein Kriegstreiber war und ist!

Proletarier in russischer Uniform. Seit Jahren werden ihr durch die ganze Welt geschickt, um die Interessen „der russischen Nation“ zu schĂŒtzen. Es begann mit der „Verteidigung der territorialen IntegritĂ€t Russlands“ gegen die Separatisten im Nordkaukasus, setzte sich fort mit dem „Schutz der Osseten in Georgien“ und gipfelte im „Schutz der russischen BrĂŒder gegen die Bandera-Horden in der Ukraine“ und der „rechtmĂ€ĂŸigen Regierung Syriens gegen islamistische Terroristen“.

Eine Ă€hnliche Geschichte wurde Generationen von Proletariern, sowohl „Soldaten“ als auch „Zivilisten“ in allen frĂŒheren kapitalistischen Konflikten auf der ganzen Welt erzĂ€hlt, um sie an der militĂ€rischen Front oder in den Fabriken hinter der Grenze, an der Produktionsfront, an der Heimatfront ausbluten zu lassen
. Sie kĂ€mpften fĂŒr den „Zaren“ oder den „Sozialismus“ oder die „Nation“ oder die „Demokratie“ oder den „Lebensraum“ oder das „Christentum“ oder den „Islam“. Und dasselbe MĂ€rchen wird den uniformierten Proletariern der USA, der TĂŒrkei, des Vereinigten Königreichs, Israels, der Ukraine, des von Assad kontrollierten Syriens, von Daesh, Rojava, Georgien, Donezk und Lugansk, dem Iran, den von der Hisbollah gefĂŒhrten Regionen, der Hamas 
 und jeder anderen falschen Gemeinschaft 
 national, regional, religiös oder anderweitig – erzĂ€hlt.

Proletarier in ukrainischer Uniform. Eure eigene Bourgeoisie gaukelt euch vor, dass ihr ein Heimatland habt, das ihr gegen den „russischen Aggressor“ verteidigen mĂŒsst, dass ihr euch euren eigenen Ausbeutern anschließen und den Beitritt der Ukraine zur EuropĂ€ischen Union oder zur NATO fordern mĂŒsst. Aber wie alle Proletarier der Welt mĂŒsst ihr nur eure Ketten als Lohnsklaven verlieren.

Proletarier an der Heimatfront. Wieder einmal wird euch gesagt, ihr sollt Opfer einbringen, „produktiver“ sein, „flexibler“ sein, die Befriedigung eurer unmittelbaren BedĂŒrfnisse „aufschieben“ (bis hin zu dem Punkt, dass ihr lieber hungert, als „feindliche Lebensmittel“ zu essen), und so weiter. All dies zum höhren Wohle der Nation. Euch wird gesagt, dass ihr diesen oder jenen „Heiligen Krieg“ bedingungslos unterstĂŒtzen sollt, dass ihr Streiks und die Unterbrechung der Produktion von Kriegsmaterial vergessen sollt, dass ihr eure Söhne, BrĂŒder, EhemĂ€nner und VĂ€ter bereitwillig als MĂ€rtyrer zum Nutzen der bourgeoisen Herren schicken sollt.

Das Kapital und sein Staat haben schon immer Wege gefunden, die Proletarier zu Kanonenfutter zu machen und sie sich unter dem Banner dieses oder jenes „Vaterlandes“ gegenseitig abschlachten zu lassen. Als ob wir, das Proletariat, die ausgebeutete Klasse, ein Heimatland zu verteidigen hĂ€tten. Als ob „nationale Interessen“ etwas anderes wĂ€ren als die Interessen der herrschenden Klasse. Der Krieg und der anschließende Kampf um den Wiederaufbau sind nichts anderes als eine konkrete Form des Wettbewerbs zwischen den verschiedenen kapitalistischen Fraktionen. Es ist Ausdruck ihres BedĂŒrfnisses, ihren Markt zu erweitern, um die sinkende Profitrate zu kompensieren. Gleichzeitig dient der Krieg dazu, unsere Klasse entlang nationaler, regionaler, religiöser, politischer, usw. Linien zu spalten, um den Klassenkampf zu unterdrĂŒcken und die internationale SolidaritĂ€t des Proletariats zu brechen. Letztlich dient der Krieg dazu, ĂŒberschĂŒssige Arbeitskraft physisch loszuwerden. Oder, mit anderen Worten, um uns zu massakrieren.


„Russische“ Soldaten, sind zugewiesen worden in Syrien oder der Ukraine Menschen zu töten und von Menschen getötet zu werden, die wie sie und ihre Verwandten zu Hause gezwungen sind, ihre Arbeitskraft an das Kapital zu verkaufen, um zu ĂŒberleben, Menschen, die zur gleichen ausgebeuteten Klasse gehören wie sie, Menschen, die ihre proletarischen BrĂŒder und Schwestern auf der „anderen Seite“ sind. All diese militĂ€rischen Abenteuer, Übungen und WettrĂŒsten beginnen die FĂ€higkeit des Kapitals zu beeintrĂ€chtigen, das Proletariat zu beschwichtigen, indem es ihm Brosamen vom bourgeoisen Tisch hinwirft.

Der Kapitalismus kann uns nur Ausbeutung, Elend, Entfremdung, Krieg und Zerstörung bringen, so wie er es immer getan hat. Das weltweite Proletariat steht am Scheideweg: Entweder es wehrt sich oder es gerĂ€t in den grĂ¶ĂŸten menschlichen Fleischwolf der Geschichte. Überall auf der Welt verschĂ€rfen sich mehr oder weniger offene militĂ€rische Konflikte und Auseinandersetzungen zwischen den verschiedenen bourgeoisen Fraktionen. BĂŒndnisse und GegenbĂŒndnisse entstehen und zerbrechen, wobei die Zentralisierung in einigen wenigen Superblöcken immer deutlicher wird. Die Ukraine steht im Mittelpunkt des Geschehens, und der Krieg dort droht zu einem globalen Konflikt zu eskalieren, der das Potenzial hat, alles Leben auf diesem Planeten auszulöschen.

Wie im Iran, im Irak, in Chile, im Libanon, in Kolumbien und jĂŒngst in Kasachstan besteht die einzige Alternative fĂŒr das Proletariat in Russland und der Ukraine darin, die Konfrontation mit dem Staat zu verschĂ€rfen, seine Institutionen direkt anzugreifen und die GĂŒter und Produktionsmittel zu enteignen. BeschrĂ€nken wir uns nicht auf die Proteste auf der Straße, sondern erweitern und verallgemeinern wir die Streiks und entwickeln wir den Klassenkampf an der Produktionsfront. Verwandeln wir den Kampf der Soldatenfamilien, die in der Vergangenheit immer wieder eine starke Anti-Kriegs-Haltung gezeigt haben, in einen verallgemeinerten revolutionĂ€ren defĂ€tistischen Kampf, der durch keine legalistische Ideologie eingeschrĂ€nkt wird!

Der revolutionĂ€re DefĂ€tismus bedeutet, alle Aktionen zu organisieren, die darauf abzielen, die Moral der Truppen zu untergraben und die Entsendung von Proletariern in die Schlachthöfe zu verhindern.


Der revolutionÀre DefÀtismus bedeutet, die massivste Desertion und den Waffenstillstand unter den Proletariern in Uniform auf beiden Seiten der Front zu organisieren, die entfernten Fronten aufzugeben und den Krieg nicht zwischen den Proletariern, sondern zwischen den Klassen, d.h. den Klassenkrieg, in die Zentren der KriegssupermÀchte zu tragen..


Der revolutionĂ€re DefĂ€tismus bedeutet, zur VerbrĂŒderung, zur Meuterei zu ermutigen, die Waffen gegen die Organisatoren des Kriegsgemetzels, d.h. „unsere“ Bourgeoisie und ihre Lakaien, zu richten.


Der revolutionĂ€re DefĂ€tismus bedeutet die entschlossenste und offensivste Aktion mit dem Ziel, den imperialistischen Krieg in einen revolutionĂ€ren Krieg fĂŒr die Abschaffung dieser auf Hunger und Krieg basierenden Klassengesellschaft zu verwandeln, einen revolutionĂ€ren Krieg fĂŒr den Kommunismus.


Ihr, „russische Soldaten“ und „ukrainische Soldaten“, Proletarier der Armeen der russischen und ukrainischen Bourgeoisie, habt keine andere Wahl (wenn ihr leben wollt, anstatt weiter zu ĂŒberleben, wenn nicht sogar auf den nĂ€chsten Feldern des Grauens zu krepieren!), als euch zu weigern, wieder einmal als globale Handlanger ihrer Interessen zu dienen! Wie viele ihrer VorgĂ€nger im Tschetschenien-Krieg, lasst uns die Reihen aufbrechen und nicht mehr kĂ€mpfen! Wie die Soldaten der „Roten Armee“ in Afghanistan oder die amerikanischen Soldaten in Vietnam könnt ihr eure eigenen Offiziere erschießen! Wie die Proletarier mit und ohne Uniform im Ersten Weltkrieg, lasst uns meutern und uns gemeinsam erheben und den globalen kapitalistischen Krieg in einen BĂŒrgerkrieg fĂŒr die kommunistische Revolution verwandeln!

NatĂŒrlich wollen wir uns nicht darauf beschrĂ€nken, nur die Proletarier in russischer oder ukrainischer Uniform anzusprechen, sondern auch unsere kĂ€mpfenden KlassenbrĂŒder und -schwestern auf der ganzen Welt, und wir fordern sie auf, den bereits existierenden Beispielen des DefĂ€tismus zu folgen und weiterzuentwickeln, zum Beispiel die Soldaten im Iran, die ihre Weigerung zum Ausdruck gebracht haben, bei der Repression gegen unsere Klassenbewegungen im Jahr 2018 eingesetzt zu werden, die Polizisten und MilizionĂ€re im Irak, die einige Monate spĂ€ter wĂ€hrend der Unruhen, die das halbe Land von Basra bis Bagdad erfassten, dasselbe taten, sowie die Polizisten und MilitĂ€rs in Kasachstan Anfang dieses Jahres, die sich weigerten, den proletarischen Aufstand zu unterdrĂŒcken, was die russische Gendarmerie zwang, einzugreifen, um die kapitalistische Ordnung wiederherzustellen.


Proletarier mit und ohne Uniform, lasst uns gemeinsam gegen das kapitalistische System der Ausbeutung der menschlichen Arbeit kĂ€mpfen, das die Wurzel allen Elends, aller staatlichen UnterdrĂŒckung und aller Kriege ist!

Proletarier, vergesst nie, dass es unsere damaligen KlassenbrĂŒder waren, die den Ersten Weltkrieg durch Massendesertion, durch kollektive Meuterei und durch soziale Revolution beendet haben!!!

Nieder mit den Ausbeutern! Von Moskau nach Teheran, nach Washington, nach Kiew und in die ganze Welt.

Gegen Nationalismus, Sektierertum, Militarismus stellen wir die internationale und internationalistische proletarische SolidaritÀt!

Lasst uns diesen Krieg in einen Klassenkrieg fĂŒr die kommunistische Weltrevolution verwandeln.




Quelle: Panopticon.blackblogs.org